Die Macht der Nacht- Es ist dein Schicksal 4
von
little Bella
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4. Kapitel: Wald voller Ungeheuer und Engel
Die Grundidee für den letzten teil des Kapitels stammt eigentlich von einer anderen Geschichte die ich irgendwann mal gelesen habe, habe sie dann aber frei und mit eigenen Ideen eingebracht, nur falls ihr euch wundern solltet.
Am dritten Tag nach Edwards Verschwinden saß Isabella an ihrem Schreibtisch und beschriftete ihre Hefte. Die Ferien waren bald vorbei und sie musste wieder zur Schule. Auch im Waisenhaus mussten sie zu Schule gehen. Isabella war immer eine gute Schülerin gewesen und liebte es neue Dinge zu lernen und vor allem, über alles Mögliche zu lesen.
Edward war immer noch nicht aufgetaucht. Beim Essen stach sein leerer Stuhl immer hervor als hätte er ein Leuchtschild mit der Aufschrift: Ätsch! Edward ist nicht da!
Es war komisch obwohl sie ihn nicht kannte hatte sie das Gefühl, das etwas fehlte. Jeden Tag an dem er wieder nicht auftauchte wurde sie immer unsicherer ob er sie nun so hasserfüllt angestarrt hatte oder nicht. Sie hatte sich schon richtig gut eingelebt und genoss es so zu leben auch wenn sie oft an ihre Freunde im Waisenhaus dachte.
Nach dem sie fertig war ging sie nach unten in die Küche zu April. Die Küche war modern eingerichtet, mit allem was man so brauchte um ein Sternemenü zu kochen. Mit einem Seufzer lies sie sich an den kleinen Küchentisch sinken und beobachtete April dabei wie sie das Abendessen vorbereitete.
„Deinem Gesichts Ausdruck nach zu folgen ist dir langweilig.“ April sah nicht von ihrer Arbeit auf aber Isabella sah, dass sie lächelte.
„Kommt darauf an was du mir aufgibst.“ Isabella fuhr grinsend mit ihren Fingern die Maserung der Tischplatte nach.
„Wie wäre es wenn du mit Ra spazieren gehst? Du könntest etwas in den Wald gehen. Lauf aber nicht zu weit hinein hörst du.“ Isabella horchte auf, endlich hatte sie eine Möglichkeit in den Wald zugehen.
Ra war einen Tag nach dem Edward verschwunden war hier angekommen. Eigentlich lebte er schon länger hier aber er war für eine Weile bei Bekannten von William untergekommen.
„Hört sich doch gut an. Wo ist er?“ Wie aufs Stichwort schoss ein schwarzer Blitz aus dem Wohnzimmer in die Küche und hätte sie beinahe um geworfen. Ra war eine Mischung aus ziemlich vielen größeren Hunderassen und schwarz wie Tinte. Seine gelben Augen führten zu seinem Namenspatron dem ägyptischen Sonnengott Ra. Das hatte ihr Dylan erzählt. Sie wollten so William einen Gefallen machen, weil er ein Ägypten Fan war.
Ehrfürchtig schritt Isabella durch das Unterholz. Langsam wurde es dunkel aber sie hatte noch Zeit bevor sie zum Essen musste. Sie lief immer weiter in das Herz des Waldes. Das dichte Blätterwerk verschluckte das ganze Sonnenlicht, das noch vorhanden war. Sie fühlte sich wie in einem Stummfilm, alles war still, fast Totenstill. Eine Gänsehaut lief über ihren Rücken.
Ein eisiger Wind fuhr durch ihre langen Haare. Sie zog sich die Ärmel ihres Sweatshirts über ihre Hände, sie fror verdammt schnell aber dennoch liebte sie die kühleren Tage mehr als die Heißen.
Gemeinsam liefen sie durch die immer dunkler werdende Nacht. Auf eine gewisse Art und Weise war es unheimlich, man konnte kaum noch seine eigene Hand vor Augen sehen.
Die einzigen Geräusche, die sie vernahm, waren ihre Eigenen und Ras tapsige Schritte, das leise Knacken der Äste unter ihren Füßen und die Geräusche der wenigen, nachtaktiven Tiere, welche sich hinter den Bäumen verbargen.
Eigentlich war sie kein ängstlicher Mensch, aber jetzt war sie sich selbst fremd.
Dieses unheimliche Gefühl, das man vor Angst nicht mehr normal denken konnte überfiel sie.
Plötzlich schrie ein Vogel aus dem inneren des Waldes, das schrille Geräusch lies Ra die Ohren spitzen und Isabella zusammen fahren.
Und dann war es still, totenstill.
Die nächtliche Dunkelheit umgab sie wie eine Zwangsjacke, nahm ihr die Luft zum Atmen, quetschte ihren Körper zusammen.
Sie versuchte angestrengt etwas anderes als ihr hämmerndes Herz und ihre stoßartigen Atemzüge zu hören aber vergeblich, nichts.
Oder doch? Schritte!
Aber nicht ihre Eigenen, sie stand zitternd neben Ra, es waren Fremde. Es waren schwere, unregelmäßige Schritte die über den Boden schleiften, sie hörten sich fast unmenschlich an. Schreckliche Bilder spielten sich vor ihrem inneren Auge ab.
Ihr Magen zog sich schmerz haft zusammen, ihr wurde übel.
Sie bemerkte wie sich Ras Muskeln unter seinem Fell anspannten, sein ganzer Körper war zum Angriff bereit.
Er bleckte seine Reißzähne und ein unheimliches Knurren ertönte aus seiner Kehle. Es war nichts mehr von dem kleinen, süßem Hund von vorhin übrig, er wirkte wie eine Bestie.
Etwas in ihr schrie, lauf, renn weg! Solange du noch kannst. Aber es ging nicht sie war wie fest gefroren.
Plötzlich vernahm sie noch ein Geräusch. Weitere Schritte. Schnellere, leichtere Schritte. Langsam aber zielstrebig schritten sie über das Unterholz im Wald. Isabella wollte rennen konnte sich aber keinen Meter weit bewegen sie war wie verschmolzen mit dem Boden unter ihren Füßen, wollte schreien brachte aber keinen Ton hervor.
Die Schritte wurden schneller immer schneller.
Ein fürchterliches Knacken und ein schrecklicher Schrei drangen an ihr Gehör.
Sie schrie und die Trance fiel von ihr ab, sie lief los, immer schneller rannte sie den Weg zurück, mit der Angst im Nacken.
Ra jagte hinter ihr her.
Kopflos hetzte sie über den unebenen Waldboden zurück, wollte nur noch nach Hause. Herab hängende Zweige griffen nach ihr, zerrten an ihren Haaren, peitschten in ihr Gesicht. Ihr Brustkorb schien zu explodieren, jeder Atemzug stach wie tausend Messerstiche, ihre Beine brannten wie Feuer. Trotzdem hastete sie blind weiter. Mit gewaltigen Schritten versuchte sie dem zu entkommen was hinter ihr war.
Dann kam sie ins Straucheln, schlug mit den Händen am Boden auf, widerstand der Versuchung einfach liegen zu bleiben und abzuwarten, egal was auf Isabella warten würde, und stürmte weiter.
Das Mädchen konnte es sich auch nur eingebildet haben aber sie hatte das Gefühl, dass ihr die Schritte folgten und sich immer schneller über den Untergrund bewegten. Sie würde sich nicht umdrehen, würde nicht zurück blicken, wollte nicht sehen wer oder was da war.
Plötzlich stolperte sie über eine Wurzel die aus dem Boden ragte und schlug auf dem harten Boden auf.
Es war vorbei!
Sie konnte nicht mehr, hatte keine Kraft mehr. Sie hörte die Schritte, sie wurden langsamer. Isabella krallte ihre eiskalten Finger in den feuchten Waldboden, ihr Kopf schmerzte schrecklich von dem Aufprall und alles verschwamm...
Dann vernahm sie einen unheimlichen Laut, der ebenso schön wie gespenstisch war: Es war ein Knurren noch wilder, noch wütender als alles was sie je gehört hatte. Stille!
„Hey, Isabella wach auf komm schon! Mach die Augen auf!“ Sie stöhnte gequält auf.
„Bella! Bella tu mir das nicht an, bitte!“, flüsterte er sanft. Langsam öffnete sie ihr Augen und starrte in das Gesicht eines Engels.
„Was… wer…“, setzte Isabella
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