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Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Die Macht der Nacht- Es ist dein Schicksal 9

von little Bella

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9. Kapitel: Schöne und weniger schöne Begegnungen

Die Tage vergingen, ohne, dass die Ferrars` zurückkamen. Bella hatte sich nun schon ziemlich schnell in der Schule zu Recht gefunden, sie verbrachte ziemlich viel zeit mit Jess und fand Ablenkung in ihren Schulaufgaben oder wenn sie April bei ihrer Arbeit half. Aber jede Nacht kam er zurück. Berauschte sie mit seiner Stimme, seinem Aussehen und immer wenn er wieder aus ihren Träumen verschwunden war, kehrten die Albträume zurück. Das übermächtige Feuer, die verzweifelten Schreie, ihre Einsamkeit und jedes Mal erwachte sie mit einem Schrei. April schlief wohl so fest, dass sie nicht daran aufwachte, was Bella auch sehr Recht war sie wollte sie nicht jede Nacht um ihren Schlaf bringen.
„Tag Nummer sieben.“ Resignierend stand Bella auf dem Parkplatz und wartete darauf, dass April endlich kam. Wie immer wenn sie hier stand war sie unmerklich angespannt.
„Isabella meine Süße wie schön dich wieder ein Mal zu sehen.“ Der Grund für ihre Anspannung stand direkt hinter ihr. Wie mechanisch drehte sie sich herum und blickte in Greggs rotes Gesicht.
„Was willst du?“ Ihre Stimme zitterte.
„Du wirst doch unsere Verabredung nicht vergessen haben oder? Ich bin wirklich enttäuscht.“ Sein widerlicher Blick streifte ihren Körper. Bella ignorierte ihn und suchte hinter ihm seine Freunde, um ihre Chancen abzuwägen. Es war wie ein Schlag in die Magengrube als sie sie im Schatten der Hauswand entdeckte, fünf seiner stämmigen, Furcht einflößenden Kumpels. Sechs Jungs gegen ein Mädchen. Noch dazu war kaum noch eine Menschenseele an der Schule. Dann war es heute also so weit.
Er kam auf sie zu und schob ihre Harre beiseite und starrte auf ihren zierlichen Hals. „Die Spuren unserer letzten Begegnung sieht man ja schon fast nicht mehr.“ Er klang tatsächlich enttäuscht.
„Nimm deine Flossen von mir!“, sagte sie gefährlich leise.
„Aber, aber du wirst mir doch nicht drohen. Du wirst schon sehen irgendwann wirst du dich nach meinen Berührungen sehnen“, er grinste sie anzüglich an.
„Eher würde ich hier auf der Stelle sterben, das kannst du mir glauben.“ Die leichte Hysterie in ihrer Stimme klang fremd in ihren Ohren. Sein Blick verhärtete sich.
„Das kannst du haben!“ Er hob seine Hand und schlug ihr mitten ins Gesicht sie taumelte unter der Wucht des Aufpralls. Ihre rechte Wange brannte wie Feuer. Er schlug noch einmal zu, und wieder und wieder. Sie spürte kaum noch wohin er eigentlich schlug, schon längst lag sie am Boden.
Dann hörte sie ihn, hörte seine unverwechselbare Samtstimme direkt an ihrem Ohr: „Bella reiß dich zusammen, mach schon, bitte! Du darfst nicht aufgeben. Bitte! Bella!“
Der nächste Schlag kam von ihr, mit der geballten Faust schlug sie mit aller Kraft in seinen Magen. Sofort rappelte sie sich auf, stieß ihn von sich weg. Gregg krümmte sich, mit schmerz verzerrtem Gesicht, am Boden, hielt sich seinen Bauch, seine Kumpels waren nicht schnell genug, sie griff nach ihrer Tasche aber als sie endlich weg laufen konnte, packte er sie am Fußgelenk und zerrte sie zu sich herab. Mit einem Satz war er über ihr. Seine klobigen Knie pressten sich auf ihre Oberarme, während seine Hände ihre Gelenke umschlossen. Wie Schraubstöcke zog sich sein Griff zusammen. Bella spürte wie alles Blut aus ihren Händen wich, wie ihre Finger starr und taub wurden.
„Bella, bitte nicht! Bella, mein Engel!“
Sie bäumte sich mit aller Kraft auf. Aber es war zwecklos.
„Bella!“
Sie würde nicht aufgeben. Sie riss ihren Kopf herum und hörte ein Knacken in ihren Armen, als sich ihre Zähne in seinem Oberschenkel vergruben.
Gregg schrie so laut, dass sie fast befürchtete ihr Trommelfell würde zerreißen. Sie wich vor ihm zurück, ihr Herz schlug wie verrückt. Sie richtete sich auf, griff wieder nach ihrer Tasche und rannte weg. Ihr war schwindelig sie konnte sich kaum auf den Beinen halten.
Aber Edwards Stimme hallte immer noch in ihrem Kopf, unvergleichlich schön und gespenstisch. Bella rannte los, so schnell es ihr geschundener Körper zuließ.
Sie rannte die Straße entlang immer weiter Hauptsache weg. Sie kamen nicht gegen ihre Schnelligkeit an. Nach einigen Hundertmetern wurde sie langsamer und lauschte ob sie noch hinter ihr her waren. Aber sie war allein. Sie hielt sich ihre stechende Seite. Ihr Brustkorb hob und senkte sich unregelmäßig und jedes Mal schien es mehr weh zutun. Nachdem sie sich einigermaßen beruhigt hatte versuchte sie sich zu orientieren.
Aber ihr Orientierungssinn war schon immer die größte Niete gewesen. Verzweifelt ließ sie sich auf den Randstein sinken. Hoffentlich suchte April nicht nach ihr. Sie schlang ihre Arme um ihre Knie und legte den Kopf darauf, was nicht ganz schmerzlos verlief. Mindestens zehn Minuten vergingen als sie plötzlich einen Automotor vernahm. Hoffnungsvoll sah sie hoch aber es war nicht Aprils Wagen, es war irgendein ausländisches Fabrikat. Dennoch richtete sie sich auf und winkte den Wagen heran.
„Entschuldigen sie, sie können mir nicht zufällig sagen wie ich nach Darkwood Hall komme?“ Bella hatte gewartet, bis der Fahrer das Fenster heruntergelassen hatte. Es war ein Mann um die dreißig, sein schwarzes Haar war Millimeter kurz und er hatte freundliche braune Augen, mit denen er sie fast ungläubig anstarrte aber ihre Augen mied, nachdem er kurz ihren Blick gestreift hatte. Doch er fing sich sofort wieder.
„Natürlich könnte ich das, aber wenn du möchtest kann ich dich auch mitnehmen. Ich wollte gerade sowieso zu William.“ Er hatte eine sehr tiefe und dennoch sehr melodische Stimme jetzt fiel ihr auf, dass auch sein Gesicht sehr symmetrisch war und genau so perfekt aussah wie das der Ferrars, nur, dass er eine gut gebräunte Hautfarbe hatte.
„Ich…, also ich, ich weiß nicht.“ In ihren Gedanken sah sie ihre Grundschullehrer vor sich, wie sie, mit dem erhobenen Zeigefinger, ihre Klassen ermahnten, niemals bei fremden Leuten ins Auto zu steigen.
Er lachte als er zu erkennen schien was sie dachte. „Tut mir Leid ich wollte dich nicht in so eine Zwickmühle bringen, aber du kannst mir glauben ich werde dir nichts tun. Aber wenn es dir besser geht kannst du auch laufen und ich fahre neben dir her.“
Bella musste sein Lachen erwidern.
Ihr Zweifel war beinahe weggewischt. Aber eine Stimme in ihrem Kopf sagte immer wieder; du bist so naiv, tu das nicht, wie oft sieht man denn in Filmen, dass der psychopatische Massenmörder zu erst total nett ist um sich an seine Opfer heran zu machen.
Aber Bella verließ sich auf ihr Bauchgefühl.
„Dann werde ich sie aber enttäuschen müssen, William ist zu Zeit nicht da, sie sind alle nicht da.“
„Oh, na ja, wie lange sind sie denn schon weg?“
„Sieben Tage.“ Der Unmut über diese lange Zeit schwang deutlich in den beiden Worten mit.
Sein Gesicht hellte sich auf. „Nun gut aber ich denke April wird da sein, oder?“
„Ja ich denke schon. Ich hoffe sie sucht mich nicht.“ Das sagte sie mehr zu sich selbst als zu dem Fremden.
„Wieso sollte sie?“ Er sah neugierig aus.

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