Die Manthey -Zeth -10-
von
Lilly
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„Zeth“
Sie sah einen kleinen rundlichen Mann, der in einem alten abgetragenen grauen Umhang vor ihr im kalten nassen Schnee kniete. Sein Haupt war gesenkt und er traute sich kein Wort zu ihr zusprechen. Keyra spürte seine Unsicherheit, aber auch seine Macht, seine Größe und seinen Stolz.
Langsam wandte sie nun ihren ganzen Körper ihm zu und machte sich sorgen um ihn:“ Bitte steht auf, Ihr holt Euch ja den Tot.“
Schneller als man von seinem Alter erwarten konnte schnellte er hoch und blickte sie ehrfürchtig an bevor er wieder zu Boden sah. Keyra fand sein Schüchternes Verhalten amüsant und fragte:“ Verratet Ihr mir Euren Namen und die Absicht die Ihr verfolgt?“
Sie sah wie er leicht nervös mit den Schnüren seines Umhanges spielte und immer wieder Verstohlen zu ihr hinauf blickte, während er ihr mit einer so beruhigenden Stimme antwortete, das sie unweigerlich an ihre Kindheit erinnert wurde:“ Mein Name ist Zeth und ich wurde vom ehrwürdigen Rat erwählt Euch nach Hause zu bringen und Euch in der Kunst der Magie weiter zu unterrichten. Ich bin ein Magier der alten Zunft und beherrsche als letzter noch die alte Kunst des „Faedden“.“
„Was ist „Faedden“?“
Fragte sie neugierig und er schmunzelte als er ihr stolz erklärte:“ Das ist eine Form der alten Zauberei. Die Geschichte sagt, dass es dies schon länger gibt als die Menschheit selbst. Sie wurde mit der Welt erschaffen, von unbeschreiblichen Kräften. Man gebrauchte sie um das Gleichgewicht zwischen dem Menschen und der Natur zu wahren.“
Sein Blick verdunkelte sich mit einemmal etwas:“ Doch leider wurde dies zu oft missbraucht und so wurde diese Art der Magie verboten. Nur ein Auserwählter darf diese Kunst erlernen und es wurde beschlossen, dass Ihr nach mir dies von nun an sein werdet. Ihr werdet diese Kunst mit Euch tragen und wenn die Zeit reif ist, werdet Ihr sie an die nächste Generation weitergeben.“
Keyra war sprachlos über das was sie von ihm vernahm und wie redselig er mit einemmal geworden war. Sie hatte eine simple Frage gestellt und bekam eine ausschweifende Erklärung und noch viel mehr.
Ohne jegliches weitere Wort drehte sich Zeth um und pfiff auf seinen Fingern. Da kamen mit einemmal zwei Pferde aus dem weit entfernten Wald galoppiert und eine wunderschöne braune Stute blieb direkt vor ihr stehen, die sofort begann an ihrer Kapuze zu knabbern.
„Ihr Name ist Arra, sie war eine Treue Begleiterin Eures Vaters und nun wird sie die Eure sein.“
Verwundert über das sofortige Vertrauen was von dieser Stute ausging streichelte sie ihre Blässe und er meinte noch:“ Sie weiß wer Ihr seid und schwört Euch ewige Treue.“
“Wie Bitte?“
Keyra verstand nicht und sah zwischen der Stute und dem Magier etwas verwirrt hin und her.
„Das ist etwas was Ihr erlernen werdet. Ihr werdet lernen auf jedes Lebewesen zu hören. Ihr werdet lernen jedes Lebewesen zu achten und sei es noch so wenig Wert in Euren Augen, denn Ihr müsst wissen, das selbst der kleinste Käfer mit seinem verschwinden, das Gleichgewicht der Welt verändern kann.“
Seine Stimme nahm einen bedrohlichen Ton an:“ Und das kann der Untergang sein. Ob für die Menschen oder uns, es kann ein Ende auf Zeit bedeuten. Denn wenn einer geht, wird der Rest ihm unweigerlich folgen, weil der Lauf der Dinge gestört wird.“
Geschickt saß er in seinem Sattel und blickte zu ihr hinab. Seine anfängliche Scheu schien mittlerweile verflogen zu sein.
„Und jetzt müsst Ihr mir folgen, es wird Zeit.“
Schweigend folgte sie seinen Worten und stieg auf die Stute auf. Sie war sehr groß und anfänglich hatte Keyra etwas Probleme, doch dann saß sie auch schon im weichen Sattel. Es war das Pferd ihres Vaters, etwas das ihm am Herzen lag, gehörte nun ihr und schon war er ihr etwas näher.
Während sie hinter dem alten Mann her ritt wunderte sie sich wie schnell sie mit einemmal begann fremden zu trauen. So war sie nie gewesen, ihre Scheu verschwand mit der Verwandlung ihres Ichs.
Endlich erkämpfte sich die Sonne ihren Platz am Himmel wieder zurück und vertrieb spielerisch das schwere Grau der letzten Monate. Der Schnee um sie herum begann ganz langsam zu schmelzen und gab die Natur wieder frei. Keyra spürte die wärme auf ihrer Haut und streckte ihr Gesicht der Sonne entgegen. Endlich begann der kalte Winter zu verschwinden und der herannahende Frühling würde alles wieder zum leben erwecken.
„Der Frühling kommt.“
Stellte der Alte fest ohne sich zu ihr umzublicken.
An einem kleinen Bach machten sie nach einem langen schweigsamen Ritt halt und die Pferde tranken durstig von dem kalten Nass. Keyra stand schweigend an einen großen Felsbrocken gelehnt und sah in den strahlend blauen Himmel. Ihre leise Frage kam aus dem Nichts: „Warum muss ich diesen weiten Weg zurück legen, warum kann man mich nicht durch einen Zauber holen?“
Er kramte gerade in seiner Satteltasche als er ihre Frage vernahm und unterbrach sein Tun nur kurz um ihr zu antworten. Seine Stimme trug etwas Seltsames mit sich, als hätte er angenommen sie kenne diese Antwort:“ Ihr müsst aus eigene Kraft den Weg dorthin finden, dann müsst Ihr das Tor durchschreiten, nur ein einziges Mal. Somit erlangt Ihr die Zugehörigkeit, erst dann kann ein Zauber Euch immer wieder nach Hause bringen.“
Sie verstand und schloss müde ihre Augen. Er sah es aus dem Augenwinkel und meinte nebenbei weiter in seiner Tasche wühlend: „Auch die Müdigkeit wird dann verschwunden sein, all das was Menschlich an Euch ist wird dann hoffentlich verschwunden sein.“
Hastig schlug sie ihre Augen wieder auf und blickte wütend zu ihm hinüber. Ohne sie zu beachten schien er noch immer nicht das gefunden zu haben was er suchte. Keyra dagegen suchte nur kurz nach ihrer Stimme bevor sie überzeugt sagte:“ Ich liebe meine menschliche Seite. Ich liebe es müde zu sein um zu schlafen und dann neu erholt dem nächsten Tag entgegen zu treten. Ich liebe es Hunger zu haben, um diesen zu stillen.“
Langsam kam sie zwei Schritte auf ihn zu und bemerkte nicht wie der warme Wind von ihren Haaren besitz ergriff und diese spielerisch um sie herum wehen lies. Fest haftete sein Blick auf ihr, denn dieses Bild hatte etwas Göttliches. Ehrfürchtig hörte er ihren Worten zu.
„Ich liebe meine menschlichen Schwächen und deren Stärken. Ich will diese nicht verlieren!“
Ihre Wut verrauchte langsam und ihre Stimme wurde wieder etwas weicher und doch immer noch beherrscht von einer unterdrückten Verzweiflung:“ Zeth, ich war sehr lange ein Mensch und werde es immer bleiben, denn es ist ein Teil meines Lebens und keine Geschichte die einer erzählt bekommt. Ich lasse es mir nicht nehmen, von niemanden, merkt Euch das gut!“
Kaum hatte sie ihre Ausführung beendet durchzog ein furchtbarer Schmerz ihren Kopf und sie umklammerte ihn mit ihren Händen und sank zu Boden. Es war als würde jemand mit seinem Dolch in ihrem Gehirn herum stochern. Als würde jemand etwas beiseite schieben, um etwas anderes zu finden. Sie schrie vor schmerzen unterdrückt auf und Tränen flossen über ihre bleichen Wangen. Hastig
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Kommentare
Mona schrieb am 2010-02-05 15:19:44:
hey ;)
Ich hab deine anderen Storys schon gelesen! Stell den Rest bitte auch mit rein, ok?
Die geschichte is klasse, wär also ziemlich bekloppt wenn sie kein ende hat^^
naja... ich würd mich auch freuen <3
lieeeeeeeeeeeeebe grüße mona
Phoebe schrieb am 2009-07-08 17:07:13:
Total tolle storys
bin leider erst vor kurzem auf dich hier gestoßen!!!
Bitte setz denn Rest auch rein!!!
Freu mich drauf
lg phoebe
Nischi schrieb am 2008-12-17 12:33:33:
auch diese geschiche gefällt mir sehr :)
hoffe du schreibst sie weiter es wäre sehr traurig wenn du es nicht machen würdest :(
Lilly schrieb am 2008-11-24 20:13:33:
Danke Nessi...................... und es freut mich ungemein, das dir meine anderen Geschichten so gut gefallen, DANKE
Nessi schrieb am 2008-10-22 21:07:39:
Da Deine aktuellen - echt fantastischen- Geschichten anscheinend grad Schreibpause haben ( was meine Gedult auf eine harte Probe stellt..). dachte ich mir, ich les halt wenigstens mal ne ältere und unbeendete Geschichte ... auch, wenn Fantasy-Geschichten (mit Ausnahme Deiner tollen Geschichte "Das Amulet") normalerweise nicht zu meinen Favouriten zählen.
Doch ich finde diese hier auch echt schön und ich bin gespannt, wie sie sich weiterentwickelt.
LG
Nessi
Lilly schrieb am 2008-09-27 16:53:50:
@annephie: Hallo, sie ist sogar schon fertig, doch ich habe aufgehört weiter reinzusetzten, weil keiner sie mehr kommentiert hat und da bin ich davon ausgegangen, das sie den leuten icht gefällt und sie auch keiner weiter liest!!!! ICh verspreche dir, es geht weiter!!!!!!!!!!!!!
LG
Lilly
annephie schrieb am 2008-09-18 16:16:24:
Hallo Du!
Sag mal, wirst du die Geschichte noch zu Ende schreiben? Sie gefällt mir sehr gut, aber ich hasse nicht endende Geschichten :-(
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