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Kategorien > Fantasy > Feen und Elfen

Die Manthey - Der Traum und die Wirklichkeit

von Lilly

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„Der Traum“

Schon wieder dieser Traum, schon wieder diese Einsamkeit. Nacht für Nacht kam er zurück und nahm sie in sich auf. Nicht sie hatte die Gewalt über diese Phantasie in den Tiefen ihres Bewusstseins, nein, er hatte sie mit all seiner Macht in sich gefangen.
Jede Nacht, seit sie denken kann, kehrte sie dorthin zurück. Wenn sie ihn nur verstehen könnte, hätte sie auch keine Angst vor ihm. Doch so schlug ihr Herz immer etwas schneller und ein Schauer nach dem anderen überfiel sie.
Jede Nacht war sie in demselben Nebel gefangen und jede Nacht verspürt sie diese seltsame Wärme, die sie trotz der dunklen Schatten umgab. Sie schwebte alleine über eine Welt, die ihr fremd zu sein schien und doch so vertraut. Sie war noch nie dort und doch kannte sie auf Anhieb jeden Gipfel der unzähligen Berge und jeden Wald, jeden einzelnen Grashalm und jede ihrer noch so fremd wirkenden Blume.
Lange Zeit war sie das einzige Lebewesen was diese Welt betrat, doch irgendwann tauchten drei Gestalten immer wieder in ihrem Traum auf, die ihr auf eine seltsame Weise vertraut waren und doch wiederum nicht. In weiter Ferne standen sie einfach nur da und schauten zu ihr hinüber. Sahen sie einfach nur an, beobachteten sie und rührten sich nie, niemals.
Große schlanke Wesen, gehüllt in schwarze Umhänge und ihre Gesichter von den tief herab gezogenen Kapuzen versteckt.
Trotz der Angst über das unverständliche und das ungewisse über diese fremden Wesen, mit denen sie auf eine unbeschreibliche Weise verbunden zu sein schien und trotz des Gefühls der Einsamkeit, glaubte sie zu spüren das dies mehr ihr Zuhause zu war, als das in dem sie sich befand.

Ihre Träume und ihre Vorahnungen machten den Menschen Angst, weil sie es nicht verstanden. Aber wie sollten sie es auch verstehen, wenn sie es noch nicht einmal konnte! Es gab Augenblicke, da fürchtete sie sich sogar vor sich selbst, wenn sie Dinge sah, die sie beim besten Willen nicht begriff und auch nicht in der Lage war, diese in Worte wiederzugeben. Wenn sie einfach nur Angst hatte, da saß und kein Ton über ihre Lippen bekam.
Sie war nicht wütend auf die unbedachten und bösen Worte, die sie seit sie reden konnte, zu hören bekam, nein, sie wusste bescheid über das Unverständnis der Menschheit dem unerklärlichem gegenüber. Sie war nur alleine, beschränkt auf ihre kleine Welt tief in ihrer Fantasie. Wenigstens der Liebe und treue ihrer Familie war sie sich schon immer sicher gewesen. Und auch sie liebte ihre Mutter, ihren Vater und ihre kleine Schwester über alles.
Sie wollte einfach nur bedingungslose Liebe und wie alle anderen, ihre Bestimmung und ihren Platz im Leben wissen. Sie wollte einfach nur einen simplen Weg, ein kleines Ziel. Sie wollte von Nutzen sein. Dieses Gefühl übermannte alles und sie wusste, dass sie tief in ihrem innern, in diesem Körper gefangen war und dass ihr wahres Ich nur auf den Ausbruch wartete.
Sie ahnte dass diese fremden Wesen irgendwann ihre Fragen beantworten würden. Sie auf ihren Weg bringen würden.
Sie spürte dass sie nur Geduld haben musste, denn Geduld war der Pfad zu allen Antworten. Und diese Gefühle, diese Ahnungen, waren Dinge, die ihr Angst machten. Denn keinem konnte sie davon berichten, sie würde gar nicht die Worte dazu finden.


„Die Wirklichkeit“

Doch in dieser Nacht sollte der Traum anders verlaufen. Diesmal kamen die schlanken Wesen auf sie zu und streckten ihre Arme nach ihr aus. War es nun so weit, würde sie nun endlich ihre Antworten bekommen?
Das Gefühl der Wärme um sie herum nahm schlagartig zu. Es schien sich ein Feuer in ihren Venen zu entfachen, als würde sie jede Sekunde von innen heraus verbrennen. Leben, wie sie es noch nie verspürte, schoss pulsierend durch sie hindurch und ihre Gedanken versanken im Chaos.
„Komm zu uns. Wir warten auf dich. Wir warten auf dich schon so lange!“
Sie sangen diese Worte direkt in ihren Kopf. Ihre Stimmen klangen so zärtlich und liebevoll und sie sehnte sich danach, ihnen einfach zu folgen. Doch Angst schien sie im Nacken zu packen und fest zu umklammern. Dieses Gefühl nahm ihr die Leichtigkeit ihnen frei zu begegnen und zu folgen und irgendwie war sie darüber erleichtert und doch zutiefst traurig. Sie glaubte ihr Herz würde weinen.
Zum ersten Mal, seit sie sich in dieser immer wieder kehrenden Welt befand, ergriff sie Panik und sie schaffte es von alleine aus diesem Traum zu erwachen. Sie zog sich von selbst zurück in die Realität.
Schweißgebadet schreckte sie neben ihrer Schwester hoch und sah dass diese noch tief schlummerte. Außer Atem legte sie sich wieder zurück in ihre weichen Kissen. Sie bebte, ihr ganzer Körper zitterte und lies sich kaum wieder beruhigen. Starr blickte sie an die mit Schatten bedeckte Zimmerdecke und wollte nicht wieder einschlafen. Was würde sie dann erwarten? Doch schlief sie vielleicht schon wieder und merkte es nicht? Die Stimmen, sie waren mit einemmal überall und anscheinend doch nur in ihrem Kopf:“ Komm zu uns! Wir warten auf dich! Wir warten auf dich schon so lange!“
Immer wieder dieselben Worte und immer im gleichen Ton, erschreckend monoton.
Sie sah wie die Schatten an der Decke zu tanzen begannen und sie glaubte, diese fallen gleich auf sie herab um sie in sich auf zu nehmen. Auf einmal erhellte ein greller Lichtstrahl ihr Zimmer unerträglich hell, so das sie für eine Sekunde geblendet wurde. Blinzelnd sah sie zu ihrer Schwester und war verwirrt, sie musste doch auch dieses Licht sehen und von ihm erwachen.
Langsam kroch sie aus ihrem Bett und überlegte ob sie sie wecken sollte, oder ob dies nur mal wieder eine ihrer Warnvorstellungen war und man sie dann sehr wahrscheinlich diesmal aus Angst fort jagen würde. So lies sie ihre kleine Schwester schlafen und stellte sich auf ihre Zehenspitzen um aus dem hoch gelegnen Fenster zu blicken. Dort standen sie, die drei Gestalten neben ihren Pferden und sahen zu ihr hinauf. Für einen Moment setzte ihr Herzschlag aus und sie vergaß das Atmen als sie diese Wesen so still, so erhaben, dort stehen sah.
Keinen klaren Gedanken schien sie mehr Ordnen zu können. Sie waren aus ihrem Traum, in ihre Wirklichkeit gekommen. Nur warum und wie? Was hatte sie, was sie ihnen hätte geben können? Warum geschah dies, war sie etwa doch verrückt?
Sie schienen aus purer Energie zu sein, denn das grelle Licht ging von ihnen aus, es entwich aus ihrem Körper.
Kein Wort schien über ihre Lippen zu gleiten und doch vernahm sie noch immer ihre Stimmen.
Ihre Füße gehorchten ihr nicht, als diese ihren Träger leise aus dem Zimmer brachten und geräuschlos die normalerweise knarrende Treppe hinab führten. Sie fühlte sich so leicht, als würde sie schweben. Sie durchschritt die warme Wohnküche, in der noch immer ein kleines Feuer loderte, in der es noch immer nach Essen roch. Vor der Haustür hielt sie an. Ihre Hände öffneten ohne ihr zutun den schweren Riegel und zogen die Tür auf. Ihre Vernunft wehrte sich, doch drang diese nicht zu ihren Händen und Füßen durch. Ein warmer Wind

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Kommentare

Lilly schrieb am 2007-07-06 19:15:42:
HALLO

das ist Abschnitt eins

rike-chan@gmx.net schrieb am 2007-07-02 13:46:01:
Auch die Fortsetzung finde ich unheimlich schön. Du hast eine bildgewaltige Sprache. Das könnte eventuell aber auch zu deinem Nachteil sein. In deiner Geschichte wird es ja einige ganz besonders tolle Höhepunkte geben (nehme ich jetzt einfach mal an) für die solltest du dir natürlich dann auch ein paar besondere Wörter und Gedanken aufheben. Wenn du versuchst, deine Geschichte ständig mit solchen (wirklich) großartigen Beschreibungen zu formulieren, könnte es passieren, dass die Höhepunkte nicht mehr herausstechen. Aber vielleicht hast du auch noch was auf Lager, was ich nicht erwarte! Wirklich toll. Mach weiter so!!!

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