Die Manthey - Die Rückkehr der Manthey -2-
von
Lilly
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„Die Rückkehr der Manthay“
„Ich kann mich entscheiden!“
Es war keine Frage, die so leise stellte, dass man sie hätte gar nicht hören dürfen, es war eine Feststellung, doch das Wesen verstand jedes Wort und nickte still.
„Du kannst mich einfach verändern?“
„Ja, ich gebe dir dein eigentliches äußerliches und dein dir bestimmtes Ich zurück. Für uns ist der Körper nur eine Hülle um unsere Energie in Schach zu halten. Er ist da, damit wir sein können. Nur durch ihn spüren wir den Wind auf unserer Haut und nur durch ihn riechen wir den Duft der Blumen. Diese Hülle ist wandelbar und doch kennen nur wenige den Weg zu diesem Wandel und das ist auch gut so.“
Eine bedrückende Ruhe kehrte ein und jeder Spürte die Spannung die ihren Körper umfing. Scheu blickte sie zu ihrem Zuhause und dann wieder diesem Wesen, was in ihren Augen weiblich zu sein schien, in sein vollendetes Gesicht. Dann wanderte ihr Blick noch einmal zurück.
„Was passiert mit ihnen, sollte ich euch folgen?“
„Nichts, und doch sehr viel. Sie werden dich vergessen. Sie werden alle vergessen dass es dich, ihre Natalie, jemals gab. Keiner wird sich mehr an dich erinnern. Du wirst nur noch ein kleiner Funke in ihrer Erinnerung sein - zu dem sie kein Bild und keinen Bezug mehr aufbauen können.“
Eine Träne entrann Keyras Auge und hielt sich etwas zu lange an ihrem Kinn auf. Vorsichtig nahm dieses Wesen die Träne auf einen ihrer bekrallten Finger und betrachtete sich diese genau, dann meinte sie:“ Sie werden nicht traurig sein weil du fort bist. Sie werden ein gutes Leben haben und sie werden mit Glück beschenkt. Denn ihnen ist etwas der Feen und Elfen zu einem Geschenk gemacht worden, das sie und ihre ganzen Generationen verfolgen wird, nämlich eine unbeschreibliche Dankbarkeit. Sie werden nie leiden oder gar hungern müssen und das verdanken sie dir. Auch wenn sie es nicht wissen, ahnen sie, das sie von Dankbarkeit getragen werden.“
„Habe ich darauf dein Wort?“
Keyras Stimme brach und wieder nur ein kurzes stilles nicken.
„Wie ist dein Name?“
Fragte Keyra noch bevor sie ihr ihre Antwort gab.
„Den kann ich nicht aussprechen, dann würde ich, sowie alle die ihn hören, sterben, aber tief in deinem Innern nennst du mich schon dein ganzes Leben Jy.“
Keyra atmete tief durch und sagte zitternd:“ Ich werde „nach Hause“ kehren und ich werde versuchen meinem Schicksal zu folgen. Doch weiß ich einfach nicht ob dies die Welt ist, nach der ich schon mein Leben lang suche. Und doch, glaube ich bereit zu sein, Jy.“
Wieder dieses perfekte lächeln und sie hob ihre Arme in den makellosen Sternenhimmel. In einer Sprache die Keyra fremd war murmelte sie etwas den Sternen entgegen:“ Tlos eykarr die tellorr die sterna. Tlos eykarr die marrten die proveziea. Tlos dijull dakarr tu belloss gerra die sunte ey karrte. ( Bei den Sternen der Heiligen. Bei den Ahnen der Zauberer. Die Prophezeiung nimmt nun ihren Lauf. Löst diese Seele aus ihrem Schutz und gebt sie zum Leben frei)“
Auf einmal umgab ein leuchtender Nebel Keyra und der Schnee begann sich in einem kleinen Sturm um sie herum zu wirbeln. Es war ein befreiendes Gefühl das sie mit einemmal umgab und sie verspürte das Streben zu den Sternen zu fliegen und die dunkle Macht in feinen Sternenstaub zerbröseln zu können. Sie fühlte sich wohl und geborgen. Sie spürte ihren Namen, „Keyra“, tief in ihrem inneren und bemerkte durch ihn eine Verbindung ihres Ichs. Sie spürte umarmende Wärme und eine unaussprechlichen Liebe, von dieser sie nie geträumt hätte sie einmal spüren zu dürfen. Sie fühlte sich geborgen und frei, endlich frei. Entbunden von einer unbekannten Last.
Auf einmal verlor sie den Boden unter ihren nackten Füßen und ganz langsam begann sie sich zu drehen. Licht schoss aus ihren Fingern- und Zehenspitzen und nach und nach begann sie ihre äußere Hülle zu verändern. Diese „Last“ verschwand immer mehr aus ihrer Seele und ein großer fester Knoten schien stück für stück gelöst zu werden. Dann fühlte sie wieder Boden unter ihren Füßen und wie die Wärme und diese unbeschreibliche Liebe verschwanden, aber nicht vollkommen, ein kleiner Funken blieb zurück und umschloss ihr Herz. Kaum traute sie sich ihre Augen zu öffnen, doch blieb ihr nichts anderes übrig und als sie ihre schweren Lider aufschlug sah sie verwundert wie die drei Wesen vor ihr knieten und ehrfürchtig ihr Haupt senkten.
Unsicher blickte sie an sich herab und erkannte dass selbst ihre Kleidung eine andere war. Sie trug ein weißes Gewandt mit Gold bestickt und ihre immer zerzaustes und unbändiges Haar war zu einem ordentlichen Zopf geflochten. Ihre kleinen Füße steckten in weiße Pantoffeln und an ihren Händen trug sie jeweils einen Siegelring. Jy erhob sich und hielt ihr einen kleinen Stein entgegen der sich mit einemmal in einen goldumrandeten Spiegel verwandelte. Ängstlich über das was sie erwarten könnte, nahm sie diesen in ihre zierlichen Hände und blickte zögerlich hinein.
Keyra hielt den Atem an und vergaß fast das sie ihn brauchte zum leben. All ihre Narben, die ihr immer nur zeigten wie zerbrechlich und verwundbar sie doch war, waren verschwunden. Ihr Gesicht war rein und zart und es hatte eine neue, viel zärtlichere Kontur erhalten. Selbst ihre immer viel zu klumpige Nase, war klein und zierlich. Keyras bisher braunen Augen schienen gold, braun und grün zugleich zu sein, kaum definierbar welche Farbe sie besaßen. Die Farbe ihrer Haut wirkte so gesund und erholt, weiß wie Alabaster und ihre Wangen rötlich vor Erwartungen.
Ihre kleinen Ohren wiesen eine leichte Spitze am oberen Rand auf, doch nur ein wenig, fast nicht sichtbar, als wäre es nur eine Andeutung auf das was sie eigentlich war.
Und zum ersten Mal in ihrem Leben lächelte sie während sie in einen Spiegel blickte.
„Nun, wird es Zeit.“
Langsam senkte sie den Spiegel, lies ihn aus ihren Händen gleiten und noch während er viel, verwandelte er sich zurück in einen Stein. Schwer viel er in den weichen Schnee.
Noch einmal blickte Keyra sich um und seufzte schwer:“ Ich werde sie doch nicht vergessen, oder etwa doch?“
„Wenn du dies nicht erbittest, werden sie immer in deinem Herzen wohnen.“
Sie mochte dieses Wesen, was immer sie auch war. Ihre Stimme und diese ruhige Ausstrahlung lies sie einfach alles leichter ertragen. Sie glaubte ihr jedes Wort und das gab ihr eine unbeschreibliche Ruhe und Zufriedenheit.
Keyra nickte still und sah das ein viertes Pferd für sie bereit stand. Sanft legte Jy ihr einen Mantel über die Schultern und erklärte eindringlich:“ Das Dunkel wird spüren das du kommst. Verberge dein äußeres und zeige dich nicht den sterblichen, denn die Menschheit ist schwach und leicht zu manipulieren. Das Böse nimmt sich ihrem Verstand sehr gerne an.“
Keyra verstand schweigend und zog die Kapuze ihres schwarzen Umhangs tief in ihr Gesicht. Mühelos saß sie schnell im Sattel der Stute und folgte den anderen. Jy meinte noch:“ Dies wird eine anstrengende Reise werden. Es ist ein langer Weg und viele Gefahren werden auf uns treffen und
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Kommentare
Lola schrieb am 2007-10-06 16:51:32:
Klasse Geschichte, bildgewaltiig und wahnsinnig ausdrucksstark..... bin gespannt wie es weiter geht
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