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Kategorien > Fantasy > Feen und Elfen

Die Manthey -4-

von Lilly

1

Der Morgen war schon lange angebrochen und die Sonne stieg immer höher den Himmel hinauf. Der Schnee glänzte unter ihren Füßen wie Millionen Diamanten und jeder Vogel schien diese vorbei reitende Gruppe einzeln zu begrüßen.
Es würde ein wunderschöner Tag werden, dachte Keyra und blickte sich kurz zu Jy um die etwas hinter ihr ritt. Sie schien konzentriert auszusehen und bemerkte nicht wie sie kurz angesehen wurde. Etwas seltsames erkannte Keyra in ihrem Blick, der starr durch sie hindurch zu gleiten schien, doch war sie sich nicht sicher etwas zu viel hinein zu interpretieren. Wieder sah sie kurz nach hinten, um sicher zu gehen und sah wieder diesen nachdenklichen Gesichtsausdruck. Sie schien auf irgendetwas zu hören, etwas das ihren Ohren verborgen blieb.
Sie wollte gerade Jy fragen was denn los sei, doch noch bevor sie Atem holen konnte, um ihren Gedanken einen Klang zu gegen, hob diese ihre Hand und Keyra schloss wieder ihren Mund. Ohne auch nur ein Wort zu ihren Gefährtinnen zu sprechen brachten diesen mit einemmal ihre Pferde zum stehen und eine packte die Zügel von Keyras Stute, zog kurz einmal kräftig daran und brachte somit auch das Tier zum stehen. Verachtend schnaubte die Stute in die Stille hinein.
Verwirrt blickte sich Keyra um, während die anderen ihre Augen schlossen und auf irgendetwas warteten. Ganz ohne Vorwarnung spürte sie auf einmal wie sich ihre Nackenhaare stellten und eine unbeschreibliche Unsicherheit ihre Gefühle übermannte.
Mit einemmal öffneten Jy und die anderen ihre Augen wieder und diesmal leuchteten diese noch heller als sonst. Ein Schauer überfiel Keyras Arme.
„Sie sind sehr nahe.“
Flüsterte Jy und die anderen nickten stumm.
„Was ist los?“
Jy ritt zu Keyra und erklärte:“ Ich hoffte mehr Zeit zu haben, doch habe ich mich wohl getäuscht. Vergib mir.“
Verständnislos schüttelte Keyra den Kopf.
„Die Raks kommen. Sie sind dir Brut des bösen und sie sind in einer großen Überzahl.“
„Dann müssen wir uns beeilen. Können wir nicht einen Zauber sprechen der sie von uns ablenkt?“
Keyras Stimme trug einen Hauch der Verzweiflung vor sich her und Jy meinte:“ Dies war auch mein Gedanke, doch viel Zeit wird uns dieser Zauber nicht schenken, denn sie sind sehr Intelligent und werden es sehr bald bemerken, das wir sie an der Nase herum geführt haben. Und dann sind sie nicht alleine, ein großer Krieger mit großer Macht, ist bei ihnen.“
“Dann lass uns keine Zeit verlieren.“
Diesmal klang sie Fest und entschlossen. Jy nickte ohne Widerworte. Sie steigen von ihren Pferden und stellten sich in einen Kreis. Der Schnee schmolz innerhalb von Sekunden unter ihren Füßen, als würden sie aus purer Energie bestehen.
„Schließe einfach deine Augen und lasse den Zauber zu, lasse ihn einfach fließen. Konzentriere dich darauf und suche nach den Worten die versteckt in deinem Innern warten um endlich ausgesprochen zu werden.“
Jy und die anderen sprachen in einem Chor Silben die sie nicht auszusprechen wagte, die sie nicht über ihre Lippen bringen konnte. Sie schloss einfach nur ihre Augen und hörte den Worten, die langsam in eine Art Gesang übergingen, zu. Mit einemmal spürte sie, wie Energie durch sie hindurch floss und ihre Begleiter spürten, wie sie eine Kraft zu entwickeln schien die alles Übermannte. Keyra hörte nicht wie der Singsang der anderen abrupt beendet wurde und die drei etwas von ihr zurück traten. Eine Welle der Energie umgab Keyra und ein gleißendes Licht schoss von ihr ausgehend zum Himmel hinauf. Ein Donner erklang und dann war auch schon alles wieder vorbei. Keyra öffnete ihre schwer gewordenen Lider und blickte in die verwirrten Gesichter ihrer Gefährten. Ihre Zunge war schwer, als sie fragte:“ Ist etwas geschehen, haben wir etwas erreicht?“
„Wie geht es dir…?“
Jys Frage kam zögerlich und Keyra dachte einige Sekunden über die Antwort nach, bis sie verwundert sagte:“ Etwas müde, aber ansonsten geht es mir gut. Weshalb fragst du?“
„Ja, aber hast du denn nichts gespürt?“
“Natürlich, eure Energie. Es war unbeschreiblich solch eine Macht zu spüren.“
War ihre euphorische Antwort und Jy erklärte ihr fast sprachlos:“ Du warst diese Energie. Von dir ging die Macht aus, von uns kam rein gar nichts. Du alleine hast den Zauber gesprochen.“
Kurz stockte ihr der Atem und ihr Mund wurde mit trocknete immer mehr aus, fast pelzig schwoll ihre Zunge an.
„Das kann nicht sein, ich habe doch kein Wort gesagt.“
Verwundert blickte Keyra zwischen den Gesichtern hin und her und Jy meinte stolz schmunzelnd:“ Man braucht keine Stimme um zu zaubern, dein Bewusstsein weiß dies schon längst und nun wo es befreit wurde, geht es einfach seinen Weg.“
Sie kam etwas näher auf sie zu und sagte etwas verwirrt:“ Doch habe ich noch nie irgendjemand diesen Zauber alleine und mit solch einer Macht ausüben sehen. Deine Kraft scheint größer zu sein, als von allen erwartet.“
Ein stolzes lächeln schien unter ihrer tiefen Kapuze zu ihr hinüber doch Keyra war sprachlos und erschrocken zugleich.
„Habe keine Angst davor Keyra“, sagte Jy zu ihr als sie deren Gesichtsausdruck verstand:“ Nimm diese Gabe an und nutze sie deinen Möglichkeiten entsprechend. Lerne sie zu gebrauchen und zu steuern und du wirst unbezwingbar sein.“
Still nickte ihr Schützling, immer noch ratlos und blass. Schweigsam wandte sie sich wieder ihrem Pferd zu und stieg auf.
Dies war nicht das was sie hören wollte. Warum nur? Sie war doch nun wieder das, was sie sein sollte. Aus einem viel zu langen Traum erweckt, folgte sie ihrer Bestimmung, und doch schien noch immer etwas Menschliches in ihr zu sein und dies kämpfte ums überleben. Etwas, das sich wahrscheinlich nicht auslöschen lies, das sie immer begleiten würde, und das machte Keyra Angst, denn dies machte sie verwundbar.

Jy spürte das etwas nicht stimmte, doch seitdem sie den Zauber über ihr löste und sie zurückholte in ihre Wirklichkeit, fiel es ihr immer schwerer in ihre Gedanken einzudringen. Sie wusste das dies ein schwerer Weg zurück für ihren Schützling werden würde, denn zulange war sie bei den Menschen. Zu lange lebte sie deren Leben. So lange war noch nie jemand fort gewesen. Doch tief in ihrem Innern, tief in ihrer Lyria, wusste sie dass ihr Schützling halb Elf, halb Fee und ein kleines Stückchen Mensch, ihre Welt befreien würde. Denn so war es bestimmt! Auch wenn alles einmal anders hätte kommen sollen. Doch die Bestimmung zeigte auch, das Keyra etwas Opfern musste, nur zeigte das Omen nicht was dies sein sollte, nur das es sie an ihre Grenzen bringen würde. Jy hoffte nur, das sie zu diesem Zeitpunkt stark genug sein würde, um dieses Opfer, was immer es auch sein mochte, zu bringen und das ohne ihren Weg aus des den Augen zu verlieren.
Sie sah den müden gebeugten Rücken ihres Schützlings und sie verspürte eine tiefe Unsicherheit, doch konnte sie nicht spüren weshalb. Doch eine Ahnung umfing Jy und schwer atmete sie einmal durch.

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Kommentare

Nymphe schrieb am 2007-10-03 21:22:40:
Echt spannend, aber du wechselst manchmal die Zeiten :

>Sie steigen von ihren Pferden und stellten sich in einen Kreis. <

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