Die Manthey -Die Lyria -9-
von
Lilly
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„Die Lyria“
Besorgt berührte ihre schwielige Hand seine Zarten Finger und sie meinte:“ Guay, schon seit hunderten von Jahren umsorgst du meine Familie. Keiner von uns würde je zu lassen dich in eine Situation zu bringen, die dein ganzes Universum, deine Sicht der Dinge, das an was du glaubst, zerstört.“
Ruckartig entzog er sich ihrer kalten und alten Hand und meinte fast schon so trotzig wie ein kleines Kind:“ Ich will es aber wissen, ich will es verstehen um es bekämpfen zu können. Mich kann nichts zerstören, wenn ich dies nicht zulasse.“
Still nickte sie und suchte eine Minute nach den richtigen Worten.
Besorgt klang noch immer ihre Stimme als sie ihm ihre Antwort auf seine Frage gab:“ Du weißt doch was eine Seele ist?“
„Natürlich, eine Geschichte von den Menschen erfunden.“
Seine Antwort klang sehr überheblich.
„Man erkennt an deinen Worten, das von deines gleichen getrennt lebst, Guay! Du weißt nichts über euch!“
Stellte sie erschrocken Fest fuhr aber sogleich mit ihrer Erklärung fort:
„Jeder Mann, jede Frau und jedes noch ungeborene Kind besitzt eine Seele – egal von wem oder was man Abstammt. Es ist das innere deines Ichs.“
Sie berührte kurz die Stelle an der sein Herz saß, oder sitzen sollte. So oft fragte sie sich ob in seiner Brust eines schlug. Obwohl sie selbst der dunklen Macht vertraute, war das was er tat Grausam und erschreckend. Doch manchmal, wenn er wie in diesem Augenblick, bei ihr am Feuer saß und sie um Rat fragte oder einfach nur ihre Nähe suchte, dann konnte man fast glauben das er ein Elf hätte werden sollen. Und in den letzten Jahren wirkte er fast traurig, als hätte ihn eine Erkenntnis getroffen die er nie auszusprechen wagte.
„Es ist deine Wirklichkeit. In ihr befindet sich die volle Wahrheit über dich selbst. Auch Elfen, Feen besitzen eine Seele nur bei ihnen heißt sie Lyria.“
Schwer atmete sie einmal tief durch und umklammerte ihren wollenen Umhang dicht unter ihrem Hals.
„Und jetzt bekommst du deine Antwort Guay und es tut mir leid wenn es nicht die ist die du dir erhoffst: das was sie in deinem Innern berührte und anscheinend immer noch berührt ist deine Lyria. Nur des anderen Gegenstück ist in der Lage die Seele des anderen zu berühren, sie zum erwachen zu bringen – hat sie auch noch so lange geschlafen, sucht sie diese in den Träumen.“
Sie schien Mitleid mit ihm zu haben. Sanft berührte ihre kalte Hand für eine Sekunde seine Wange. Atemlos blickte er die alte Frau an und dann zu Keyra.
„Das kann nicht sein. Ich wurde erzogen in der Gewissheit alleine zu sein. Ich wurde erschaffen um einzigartig zu sein.“
Kurry erschauderte sichtlich über seine hektische Erklärung.
„Deine Arroganz zeigt jedem Geschöpf auf welcher Seite du zu stehen hast und auf welcher Seite du immer stehen wirst.“
Sein Blick wurde starr und sie lenkte hastig ab von dem was sie ihm gerade unbedacht an den Kopf geworfen hatte und doch war es die Wahrheit:“ Dann hat man dich belogen, oder eben eine kleine Lücke gelassen. Ob aus Versehen oder mit Absicht ist vollkommen Egal, freue dich darüber denn kaum einer findet je in seinem gesamten Leben sein Gegenstück und das deiner Art, kann unendlich lang sein.“
Sie erhob sich genauso schwerfällig wie sie sich zuvor gesetzte hatte und stützte sich müde auf ihren Stock.
„Sieh doch nur mich an. Sie mich an!“
Noch nie sprach sie so mit ihm, als hätte sie ihren ganzen Respekt vor ihm verloren. Hastig blickte er zu ihr auf.
„Ich fand nie mein gegenüber und werde immer alleine sein. Meine Familiengeschichte, unsere Magie, wird mit mir sterben. Nichts als dumme gespenstige Geschichten werden beweisen, dass es uns je gab. Ist es das was du willst, zu einem schlechten Märchen gemacht werden? Und glaube mir unser Geschlecht hat mehr Möglichkeiten seine Familie am leben zu erhalten, wir brauchen keine Seelische Verbundenheit. Doch ich suchte immer nach dem mir bestimmten.“
Kurry atmete einmal tief durch, bevor sie weiter sprach:“ Guay, ihr Elfen könnt euer Herz nur dann verschenken wenn ihr die passende Lyria gefunden habt. Mache nicht den gleichen Fehler wie ich. Versuche es zu zulassen. Es ist nicht schwer, aber mit Sicherheit auch nicht immer leicht. Manchmal muss man einen anderen Weg einschlagen als der, der einem von anderen offen gelegt wird und dieser ist nicht immer der einfachste. Wirf es nicht einfach weg! Es wird Zeit das du dich von dem, was dich zu dem macht was du jetzt bist, trennst. Ich kann schweigen und ein Geheimnis bewahren.“
Er sah wie eine Träne über ihre Wange huschte. Beschämt sah er wieder zu Boden und hörte ihren ungleichmäßigen Schritten zu während sie sich von ihm entfernten.
Immer wieder blickte sie einmal kurz zu den beiden hinüber die irgendetwas auszuhecken schienen. Guay wirkte wütend und ungeduldig. Wie ein kleines Kind stocherte er mit einem Stock in der Erde herum. Kurrys Worte schienen ihn nicht zu erfreuen und das verunsicherte Keyra. Unzählige Gedanken schossen ihr durch den Kopf: Hatte sie sich getäuscht, würde er doch in der Lage sein ihr Leben zu beenden? Hatte sie sich von ihren seltsamen Gefühlen die sie umgab wenn er in ihrer Nähe war, fehlleiten lassen? Was war das nur? Sie durfte sich auf keinen Fall auf etwas einlassen, denn laut Jys Beschreibung war er das Böse in Person .Doch hatte sie es unter Kontrolle?
Sie beobachtete ihn, wie er alleine eine ganze Weile unbeweglich neben dem Feuer saß und anscheinend lange nach dachte. Dann, ohne jegliche vorherige Anzeichen, stand er auf und kam zu ihr herüber. Er wirkte so wütend während er so unter sich blickte und seine Schritte immer schneller wurden. Sie rechnete mit allem.
Er blieb bei den kleinen verzauberten Steinen stehen und mit einer flinken Handbewegung flogen diese alle zur Seite. Laut knallten sie gegen eine der steinernen Wände. Keyras fragender Blick schien ihn gar nicht zu interessieren. Er nahm ihn nicht wahr.
Eine erneute Handbewegung und das kleine Schloss brach mit einem lauten knirschen auf und flog auch davon. Noch immer sagte er kein Wort. Auf einmal waren ihre Fesseln verschwunden, sie bröselten wie Staub von ihren Handgelenken, und vorsichtig, als würde sie auf glühende Kohlen treten, setzte sie einen Fuß nach dem anderen aus ihrem Gefängnis. Ihr Blick jagte ihm einen Schauer über den Rücken, denn sie schien in diesem Augenblick so verletzlich zu sein. Doch veränderte sich seiner nicht.
Wie von einer Spinne gestochen zog er ein kleines Messer und sprang die letzten beiden Schritte auf sie zu. Hastig trat sie zurück, doch die steinernen Spitzen der kalten feuchten Wand bremsten unsanft ihre Flucht. Fest drückte er seine Klinge an ihre Kehle und fuhr sie mit zusammen gebissenen Zähnen an:“ Hör sofort auf damit!“
Keyra verstand nicht was er von ihr wollte. Ihre Hände begannen zu zittern, hastig versteckt sie diese hinter ihrem Rücken. Keine Schwäche sollte er an ihr erkennen.
Es gelang ihr zwar ihr Zittern zu verbergen, doch alles andere entzog sich ihrer Kontrolle.
„Womit soll ich denn
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