Die Manthey - Guay, der Krieger - 6 -
von
Lilly
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„Guay“
Sie weiß nicht, wann sie eingeschlafen war und sie erinnerte sich auch nicht daran, wann sie begann zu träumen. In diesem Traum rannte sie um ihr leben, hinein in eine schwarze unbekannte Welt.
Sie konnte einfach nicht aufhören zu laufen und sie spürte hunderte Augenpaare in ihrem Rücken, doch wenn sie sich umblickte, sah sie nur das unergründliche Nichts.
Angst überkam sie, ein Gefühl der Machtlosigkeit machte sich in ihrem Herzen breit. Sie spürte heißen Atem auf ihrer Haut und roch einen penetranten Gestank. Es roch nach Tot.
Außer Atem blickte sie zu ihren rennenden Füßen und sah dass sie auf einer Straße aus Blut zu rennen schien. Blut überall war Blut. Es hing an ihrer Kleidung, an ihren Händen und sie spürte es in ihrem Gesicht. Es umklammerte ihre dünne Haut wie eine Maske.
Mit einemmal wurde Keyra klar, dass es nichts brachte davon zu laufen, dass es ihr Traum war und sie ihn bestimmen und steuern konnte. Abrupt hielt sie an und versuchte ihren schnellen Atem und ihr rasendes Herz wieder zu kontrollieren, konzentriert schloss sie ihre Augen.
Ein unbändiges Knurren hinter sich, vor sich, einfach überall, riss sie aus ihrer labilen Konzentration. Sie war umzingelt, von was auch immer. Aufrecht stand sie da und blickte in die schier undurchdringliche Dunkelheit.
Etwas kam langsam auf sie zu und ließ die Erde unter ihren Füßen beben. Sie spürte diese Erschütterung bis tief in ihren Körper hinein. Ihr Atem war weiß von der Kälte die sie umschloss. Nur langsam beruhigte sich dieser wieder und passte sich dem mittlerweile ruhigen Rhythmus ihres Herzens an. Keyra blickte zu ihren Händen, die nicht einmal zitterten und sie sah, dass all das Blut verschwunden war.
Auf einmal spürte sie erschreckend intensiv wie sich ihre Harre im Nacken aufstellten und ein unangenehmer, aber ihr bekannter Schauer erdrückte sie fast. Etwas stand hinter ihr, sie konnte seinen Herzschlag hören, seinen warmen feuchten Atem spüren, seinen Körper riechen.
Langsam blickte sie über ihrer Schulter und sah in rote leuchtende Augen. Es schien so etwas wie ein Hund zu sein, nur viel größer, fast so groß wie ein Bär. Es fletschte seine Zähne und wieder nahm sie diesen widerwärtigen Gestank war. Entschlossen drehte sie sich nun ganz zu ihm um und sah tief in diese grauenvollen Augen, die sie zu durchdringen versuchten. Als schien er etwas in ihrem Innern zu suchen, um sie damit vernichten zu können.
Fast merklich erschrak sie, als ein Mann neben diesem Ding aus der Dunkelheit trat. Er schien ein Elf zu sein, oder auch nicht? Er stand auf der falschen Seite dieses Szenarios. Doch seine Ohren, seine Statue, verrieten ihr aber die Wahrheit über seine Herkunft, oder täuschte sie ihre Fantasie? Spielte ihr ihre Traumwelt einen makaberen Streich? Doch es wirkte alles so real, jede Wahrnehmung schien echt zu sein.
Beide blickten sich stumm an. Seine Augen hatten die gleiche Farbe wie die ihre, nur etwas dunkler. Sie sah, dass er ein Schwert in seinen Händen hielt, und dann diese Augen, die ihre eigenen zu sein schienen, die sie etwas verwirrt begutachteten. War sie in seinen Traum geraten, oder er in den ihren? Er wirkte genauso verwirrt wie sie selbst.
Keyra spürte wie etwas Licht um sie herum entstand. Ihr wurde warm und das Licht begann die Dunkelheit des Bösen, in der sie sich wohl befand, etwas zu erhellen.
Dieser „Elf“ blickte verwirrt umher, als das Licht entstand und irgendwie glaubte Keyra nun zu wissen, das sie sich in seinem Traum befand. Ihr wurde auch immer mehr bewusst, dass er der Feind war, ohne dass er etwas zu ihr sagte oder gar tat.
Das Ding neben ihm knurrte als sie sich ihm näherte, doch er hielt ihn nur allein mit dem berühren seiner Schulter mühelos zurück, auf Keyra los zugehen.
Dicht vor ihm blieb sie stehen und erkannte tief versteckt in seinem inneren etwas seltsames, fast verzweifeltes, das versuchte auszubrechen. Doch etwas anderes, stärkeres, umhüllte sein ganzes sein, beschränkte ihn auf das was er war und glaubte zu sein. Zuerst war sie entsetzt wie sie ihn sah und wie sie dies in Worte hätte fassen können um es ihm zu erklären. Doch dann machte sich Traurigkeit in ihr breit, weil sie dieses Gefühl nur allzu gut kannte.
Er, sah nur das Mitleid in ihren Augen und verstand nicht was sie dazu brachte ihn so anzusehen. Nichts konnte er in ihr lesen, keine Schwachstelle erkennen. Angst, zum ersten Mal seit er denken kann, verspürte er Angst.
Vorsichtig, ohne darüber nach zu denken, hob sie ihre rechte Hand und berührte seine zarte blass gewordene Wange. Unter ihren Fingern begann es zu glühen und seine kühle Haut erwärmte sich rasch. Zögerlich lehnte er sich gegen ihre, für ihn ungewohnte, zärtliche Berührung. Ein leidender Blick kam ihr entgegen und sie konnte nur Ahnen welch Schmerz ihn in seinem Leben widerfahren sein musste. Ohne das Keyra Gewalt über sich hatte, trat sie ganz nah an ihn heran und flüsterte ihm zu:“ Die Freiheit ist nah! Sie kommt mit der Wahrheit und wird dich finden! Habe nur etwas Geduld und vertraue darauf.“
Erschrocken über diese unerwarteten Worte, trat er einen Schritt zurück und erkannte sie. Mit einemmal wusste er wer sie war. Sie, war das, was er jagen soll. Sie, war diejenige die durch seine Klinge sterben soll.
Doch was tat sie in seinem Traum? Warum berührte sie in so tief in seinem Innern wie noch nie jemals jemand zuvor? Wie konnte das alles nur geschehen?
Keyra lächelte beschwichtigend und dann begann sie langsam zu verschwinden. Er wollte sie festhalten und fragen was sie in seiner Traumwelt tat, was diese Worte bedeuteten, doch er konnte den Nebel einfach nicht greifen.
Ein tiefer Atemzug durchzog ihren ganzen Körper, als wäre sie zu lange mit dem Kopf unter Wasser gewesen und alles an ihr sehnte sich nach Luft. Jy sah erschrocken zu ihr hinüber und Keyra blickte sich verängstigt um, als hätte sie Angst er könnte hinter ihr stehen.
„Was ist geschehen?“
Wieder etwas ruhiger wandte sie sich Jy zu und erklärte etwas verwirrt:“ Ich hatte einen Traum, nein, so stimmt das nicht, ich war in einem Traum, es war nicht mein eigener. Sie versuchten mich zu jagen. Ich war voller Blut und auf einmal verschwand es. Er, hm…, er stand neben diesem „Vieh“, ich weiß nicht was es war, und er sah mich einfach nur an.“
Entsetzt blickte sie vom Boden hinauf in Jys Gesicht und meinte völlig fassungslos:“ Jy, ich glaube er war ein Elf und doch war etwas an ihm so anders. Etwas an ihm war falsch, nicht richtig“
Keyra sah wie sich der Blick ihrer Beschützerin sichtbar veränderte und diese dann hörbar traurig erklärte:“ Auch Elfen, sogar Feen lassen sich zum bösen verleiten. Es ist nicht leicht sie zu bekehren, aber ab und zu gelingt es.“
Kurz zögerte sie bevor sie weiter sprach:“ Ich weiß wen du gesehen hast. Der den du meinst, ist ein großer Krieger und ein Hüter der Raks. Viele starben schon durch seine Hand, sein Name ist Guay. Sein ganzes Leben dient er nun schon dem Bösen und wird mehr und mehr zu dem was er
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