Die Möglichkeit
von
Chocolate
1
Unbeschreibliche Möglichkeiten. Gewissenhafte Selbstzügelung wird zur hemmungslosen, unaufhaltsamen Angelegenheit. Und gerade diese Grundlosigkeit, diese Hilflosigkeit mir selbst gegenüber, dieses triumphierende Gefühl, es könne alles geschehen, unaufhaltsam … unberechenbar… belebend durchfährt es mich. Ich blicke in diese eine Welt, in die tausend Gesichter, die nicht wissen können was ich weiß, - und ich muss lächeln. Ich lächle über meine eigene Ohnmacht und ihre inspirierende Wirkung. Ich lächle weil ich weiß, weil ich wissen muss, dass es einen Morgen geben wird. Ich lächle weil ich mich selbst kennenzulernen scheine, - durch eben diese unbestimmbare Zügellosigkeit eines noch so unbestimmbaren Gefühls. Es ist diese gewisse Aufregung. Dieses gewisse Etwas. Sein Lächeln. Sein Zwinkern. Seine Mimik. – die Gesten. Es ist meine Faszination für ihn. Meine Sprachlosigkeit ihm gegenüber. Meine Verwunderung über das, was er bei mir auszulösen vermag. Es sind die Fragen, die er stellt. Es ist seine Offenheit und auch seine Verschlossenheit. Es ist mein Zögern, meine Unbeholfenheit. Er bezaubert mich, er verzaubert mich. Ich bin fassungslos… Es ist die prickelnde Ratlosigkeit, die sich mit der berauschenden Emotion vermischt. Doch da ist auch meine Angst, diese unbeschreibliche, übermächtige Angst, mich fallen zu lassen - in die Arme des Lebens. Mich, mein Leben zu übergeben in die Ungewissheit. Da ist diese Angst davor, der Wind trüge mich nicht, ließe mich fallen. Angst vor den Abgründen. Den spitzen, schwarzen Felsen. Ich hab sie schon zu oft gesehen. Gibt es denn eine Möglichkeit, nicht fallen gelassen zu werden. Nicht zu stürzen? Ich glaube kein lebendes Wesen kann mir eine Garantie geben, und vielleicht liegt auch darin ein Zauber. Da stehe ich nun. Die Augen geschlossen, und lasse mich berauschen von dem Gedanken an die Möglichkeit. Eine inspirierende Möglichkeit, die mir Mut und Vertrauen zum Sprung gibt. Die Meine Angst abebben lässt, wie die Wellen eines müde gewordenen Ozeans. Ja, auch Angst kann müde werden, - ich bin der Ängstlichkeit so überdrüssig. Es ist Zeit für ein Wagnis. Zu lange schon halte ich mich im Zaum. Zu lange schon warte ich. Warte ich und hoffe ich. Hoffnung auf eine unerreichbare Wirklichkeit. Wie lange will ich noch warten, innerlich verkümmern, bevor ich einfach springe? Es ist die Ungewissheit, die den Menschen fliegen lässt. Ich möchte diese auf wundersame Weise wunderbare Verwunderung zu einem Teil von mir werden lassen. Ich bemühe mich meine gewissenhafte Selbstbeherrschung an mir abgleiten zu lassen und Platz zu machen für die Möglichkeit. Für sein Lächeln, für meine Sprachlosigkeit, für das Leben in seiner rasenden berauschenden überwältigenden und unumgänglichen Euphorie.
1
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen