Die Party
von
Anna Kondraschenko
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Es klingelte und ich öffnete die Tür. Vor mir stand ein Punkrocker. Er hielt eine Luftgitarre und eine kleine Schachtel in der Hand. Bei diesem Anlass stimmte er für mich ein allseits bekanntes Lied ein – Happy Birthday. In der Box waren meine Lieblingspralinen. Ich bedankte mich für die kleine Aufmerksamkeit und wir gingen zusammen ins Wohnzimmer. Dort warteten schon eine Rockerbraut, ein Hippiemädchen und eine Weihnachtselfe. Die Schokolade kam zu den anderen Geschenken. Wenig später trafen auch die letzten Gäste ein. Zwei junge Männer in Anzügen, ein Fußballer, sein Fan, ein Strandgirl und ein weiteres Hippiemädchen traten in die Wohnung ein. Mit mir als Marylin Monroe waren wir komplett. Ich holte den Aperitif und der Abend konnte nun endlich beginnen.
Der Fußballspieler sorgte für Stimmung indem er Musik auflegte. Allerdings wurde nicht getanzt. Wir unterhielten uns und machten viele Fotos, damit sich jeder noch nach vielen Jahren an diesen großen Abend erinnern konnte. Solange jeder mit Gesprächsstoff und Alkohol versorgt war, ging ich in die Küche um die Pilmeni (russisches Gericht) zuzubereiten und die fertigen Salate aus dem Kühlschrank zu holen. Zu meiner Erleichterung schmeckte das Essen meinen Gästen. Nur ein einziger Teller blieb unberührt. Es war mein eigener. Ich war so aufgeregt, dass ich keinen einzigen Bissen gegessen habe. Die einzige Mahlzeit an diesem Tag war für mich das Frühstück.
So langsam spürte ich wie der Alkohol seine Wirkung entfaltete. Wir wurden immer lauter und unsere Gläser, sowie die Bar leerer. Einer der Gäste brachte sogar eine Wasserpfeife mit auf die Party, welche auf dem Balkon aufgestellt wurde. Draußen war es eiskalt, weil es kurz vor Weihnachten stattfand, aber davon ließen wir uns nicht einschüchtern. Jeder schnappte sich seine Jacke und das Gerät wurde in Gang gesetzt.
Als ich dann meine Augen mitten in der Nachte öffnete, spürte ich eine Übelkeit. Neben meinem Bett stand schon ein Eimer bereit, welchen ich kurz darauf auch benutzte. Vor mir saß meine Mutter. Die Erleichterung darüber, dass ihre Tochter wieder wach war, stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Die Strafe sollte mich am nächsten Morgen erwarten. Ich blickte auf meine linke Hand, weil ich einen Schmerz bemerkte und erschreckte dabei. Ein Teil der Fläche war verbrannt. Den Grund für diese Verletzung kannte ich nicht, da ich keine Erinnerung daran hatte. Ich legte mich wieder schlafen. Am nächsten Morgen ließ ich mir alles was passiert ist erzählen. Es muss schon eine wilde Party gewesen sein.
Und die Moral von dieser Geschichte ist – Auf leeren Magen darf man keinen Alkohol trinken, Wasserpfeife rauchen und dann auf heißer Kohle abstützen!
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