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Kategorien > Satire > Anderes

Die Philosophie des Kettenbriefs

von Juuulie

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Die Philosophie des Kettenbriefs

Eines Tages erhielt ich von einer Bekannten eine E-mail gesandt, in der geschrieben stand, man solle sie an möglichst viele Leute weiterleiten.
Ich verstand den Sinn dieses Mechanismus nicht. Deshalb suchte ich den telefonischen Kontakt zu jener Bekannten um ein klärendes Gespräch zu führen.

„Ich erhielt deine Nachricht!“
„Ei, wie fein. Hast du sie mir denn schon zurückgesandt?“
„Ach nein, wie blöd, das habe ich doch glatt vergessen.“
„Hurtig, dann spute dich. Sonst wirst du 7 Jahre lang rabenschwarzes Pech haben.“
„7 Jahre lang rabenschwarzes Pech?“
„7 Jahre lang ganz rabenschwarzes Pech in der Liebe.“
„Bist du dir da ganz sicher?“
„Oh ja, das bin ich. Nun leite die E-mail schnell weiter!“
„Wieso sollte ich das tun?“
„Weil du Glück in der Liebe haben möchtest! Du musst sie weiteleiten.“
„Aber was, wenn die Nachricht in meinem Spamfilter gelandet wäre?“
„Was? Ist sie das?“
„Nein, aber es hätte doch sein können.“
„Na, ein Glück, dass es nicht so ist.“
„Wenn es denn so gewesen wäre, dann würde ich jetzt mein Leben lang Pech haben, nur weil diese E-mail als eine Vorsichtsmaßnahme in meinem Spamfilter gelandet ist?“
„Ähm...oh ja! Das wäre ganz schön ungerecht!“
„Also könnte ich doch auch so tun, als ob sie in meinem Spamfilter gelandet wäre.“
„Oh nein. Du musst diese Nachricht jetzt sofort an 50 Leute weiterleiten, sonst ist alles zu spät.“
„Das klingt wahrhaftig dramatisch. Mein Gott, ich habe doch keine 50 E-mail Kontakte.“
„Ja, das war auch mein Problem. Ich habe die Nachricht deshalb einfach an verschiedene Service- und Informationsadressen weitergeleitet.“
„Ui eine ganz gewiefte Idee. Aber ist das nicht auch ein wenig ungerecht?“
„Wieso ungerecht?“
„Nun, man gehe davon aus, dass all diese E-mails, die an Service- oder Informationsadressen gerichtet sind, entweder von Maschinen oder dummen Angestellten, die ihren 1€-Job nicht besonders ernst nehmen, bearbeitet werden. Da wird niemand die Mühe auf bringen oder überhaupt in der Lage dazu sein, die Nachricht an 50 Adressen weiterzuleiten. Und wenn niemand von der betroffenen Firma die Nachricht weiterleitet, dann bedeutet das...“
„Oh mein Gott! Du hast Recht! Wie ungeschickt von mir!“
„Es war mehr als ungeschickt von dir das zu tun. Du hast damit den Startschuss für den Ruin der betroffenen Firmen ausgelöst!“
„Ach du heiliger Strohsack! Aber, Moment. Es geht doch um Pech in der Liebe. Und wie soll denn eine Firma Pech in der Liebe haben?“
„Oh, meine Gute, das geht schneller als du denkst. Der Boss bekommt die ganze Portion Pech in der Liebe ab, seine Frau lässt ihn sitzen. Daraufhin wird er drogenabhängig und mopst sich Knete aus der Firmenkasse um seinen Stoff zu bezahlen. Er verliert seinen Job und kommt ins Gefängnis, die Firma ist pleite.“
„Ach du liebe Güte! Was für ein Gedanke. Meinst du, ich sollte mich entschuldigen?“
„Das ist doch wohl das Mindeste! Einen riesigen Blumenstrauß solltest du ihnen zuschicken.“
„Ja das ist wohl das Beste. Das werde ich machen.“
„Aber was soll ich denn jetzt machen? Soll ich die Nachricht weiterschicken?“
„Ja natürlich, oder erklärst du dich freiwillig dazu bereit, 7 Jahre lang rabenschwarzes Pech in der Liebe zu haben?“
„Nun stell dir vor ich leite die Nachricht weiter. Ich würde zahlreiche Firmen in den Ruin treiben und müsste zahlreiche Blumensträuße versenden. Ich würde vielen unschuldigen Kindern schlaflose Nächte bereiten, die sich mit der Frage plagen, ob sie die Nachricht weitersenden sollten und ihrerseits vielen Menschen ein schreckliches Schicksal bereiten sollten. Ich würde die Nachricht natürlich auch an dich senden.“
„Oh mein Gott! Bitte tu das nicht! Ich muss doch jetzt schon unzählige Blumensträuße versenden.“
„Nun, ich könnte ja besonders gütig sein...“
„Woran denkst du?“
„Ich könnte das ganze Pech, das ich versenden würde, für mich behalten. Ich könnte die ganzen Firmen am Leben lassen. Ich könnte die ganzen kleinen unschuldigen Kinder weiterhin ein sorgloses Leben führen lassen.“
„Das würdest du tun? Wie willst du das denn schaffen?“
„Nun, ich werde die Nachricht einfach nicht weiterleiten.“
„Du nimmst 7 Jahre Pech auf dich? Nur um mich und all die anderen Menschen zu schützen?“
„Du weißt doch, dass ich gütig bin. Und 7 Jahre gehen auch vorbei.“


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Kommentare

vreni schrieb am 2007-10-29 23:12:40:
lool=) ....will eigentlich mal was schlechtes schreiben, weil so viel gutes langweilig is...aba irgendwie fällt mir nix ein=/ ...glaub ich werd die Story kopieren un an alle schicken, die mich mit kettenbriefen zuspammen^^...;)
anonym schrieb am 2007-04-23 19:20:22:
klasse, weiter so ^^
Jule Mausi@fks schrieb am 2007-04-23 19:19:24:
ich find die geschichte echt super!!!! ichselber würde schon 1000sende von Jahren pech haben:-) ich glaub nich an son scheiß! aber ehrlich die geschichte ist hamma geil. Volltreffer!! mach weiter so!!!!!!!! hauste rin. viele grüße Jule
Juuulie schrieb am 2007-04-04 15:18:33:
Hey!!
Daaanke für die ganzen tollen Kommentare! Schön dass es so vielen von euch gefällt, ich finde es aber auch immer
interessant, Kritik zu hören oder dass, was man noch besser machen könnte.
Also nur raus damit ;-)
Coils schrieb am 2007-04-03 14:12:49:
Witzig - das ist mal eine schlaue Variante, dieser Kettenbrief-Mascinerie zu trotzen...
Shakti1420 schrieb am 2007-04-01 20:25:57:
Also ich persönlich halte ja absolut nicht viel von kettenbriefen und wenn ich an den spaß glauben würde hätte ich inzwischen 137 Jahre Pech, da ich das aber sowieso nicht mehr erlebe werde ich auch weitere jahre Pech auf mich nehmen und nie wieder glücklich werden ^^
Julia schrieb am 2007-03-31 16:48:37:
Lol! Krieg den Kettenbriefen...super!
Laurent S. schrieb am 2007-03-26 21:01:03:
Gut geschrieben. Weiter so!!!
Elle schrieb am 2007-03-26 15:37:20:
Tolle Geschichte! Finde ich echt gut! Ich meine, diese ganzen Versuche, Kettenbriefe um die Welt zu bringen sind ja auch wirklich albern!
guguseli schrieb am 2007-03-26 12:08:40:
ich find die gschicht sooooooooooooooooooooooooooooo guet!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Alucard schrieb am 2007-03-25 19:33:16:
gott ist das süß.....
Die Idee ist einfach nur klasse und der Schreibstil ist au mal was andres. Gefällt mir ;-)
Gruß Raphael
benwegner01@yahoo.de schrieb am 2007-03-24 01:26:17:
Eine lustiger kleiner Dialog. Nicht sonderlich ausem Leben gegriffen und auch sehr naiv... aber hat mir dennoch sehr gefallen. Ich mag demenitristisches Chaos was du in der Geschichte sehr schön verbildlicht hast.

Weiter so greez
B. Wegner

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