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Kategorien > Fabeln & Märchen > Märchen

Die Prinzessin auf dem Amboss

von hann

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Sämtliche Rechte an dieser Geschichte liegen bei Stefan Czech.



Die Prinzessin auf dem Amboss



Es war einmal eine wunderschöne junge Prinzessin. Seit ihrer Niederkunft, vor etwa 18 Jahren, lebt sie in einem glänzend weißem Märchenschloss. Ihr Haar glitzerte im Mondschein wie Sternenregen, der sich vom Scheitel hinab über ihren wohlgeformten Rücken bis zu ihrer schmalen Taille ergoss. Das Gesicht, so rein und ebenmäßig, wurde von ihren schmalen Lippen, die zartrosa glänzten, und der leicht spitz zulaufenden Nase geprägt. Für jeden begnadeten Maler war es die Erfüllung eines Traumes, die Prinzessin, mit dem anmutenden Namen Arabella, auf seine Leinwand zu verewigen. Jedoch konnten selbst die Besten der Besten niemals den Zauber ihrer himmelblauen Augen erfassen. Es war ein Blau, das nicht von dieser Welt sein konnte. Dieses Blau wurde vom unschuldigsten weiß umrandet, das je die Menschheit gesehen hatte. Diese Schönheit wurde der Prinzessin schon in die Wiege gelegt. Die grazile Anmutigkeit von Mutter Königin war ebenfalls unermesslich. Leider aber auch ihre Kurzsichtigkeit... die ihren Eltern zum Verhängnis wurde.

Es war an einem schwül warmen Frühlingstag im Mai. Die Wolken hingen tief. Und so versuchte Königin Esmeralda sie mit der Fingerspitze zu berühren. Natürlich war dies nur ein Spielchen, und sie begann zu lächeln. Dann zog sie die Augenbrauen zusammen. „Wenn ich nicht tropfnass werden möchte, muss ich mich etwas sputen“, dachte sie, und erhöhte die Schlagzahl ihrer Schritte. Nichts desto Trotz ließ sie ihre großen Augen über die einzigartige Landschaft schweifen. „Ja, nach all den Jahren hat nichts, aber wirklich rein gar nichts an Schönheit eingebüßt“ dachte sie, als sie ihren verschwommenen Blick über das kleine, paradiesähnliche Königreich schweifen ließ. Immer noch voller Bewunderung und Stolz ging sie schnellen Schrittes, den schmal festgelaufenen Pfad, entlang. Vorbei an saftig grünen Wiesen, auf denen unzählige Schafe grasten. Als sie plötzlich etwas Fremdes zu beobachten glaubte. Irgendwas das nicht so recht ins Bild, friedlich grasender Lämmer, hinein passt. Zumindest nicht in ihres.
„Oh mein Gott“ stieß sie leise hervor, um nicht die Aufmerksamkeit des großen Mannes auf sich zu lenken. „Dieser Dreckskerl vergeht sich doch tatsächlich an einem unserer Schafe. Und das vor dem Mittagessen...“ dachte sie leise, als sie diesen stattlichen Mann, mit zusammengekniffenen Augen, dabei beobachtete wie er hinter einem Schaf kniete und mit lautem Stöhnen, komische, abartige Bewegungen vollführte. Sie überwand ihre Angst und wollte diesen perversen Schafschänder stellen. Der Himmel grollte. Ihr Herz fühlte sich an, als hätte es den Platz mit einem hyperaktiven Kolibri aus Nordvenezuela getauscht. „Ich sollte sehen, das ich Land gewinne und Pfarrer Stanislaus zu Hilfe hole“, ging ihr blitzartig durch ihr hübsches Köpfchen. Je näher sie kam, desto überzeugter war sie das sie diesen Frevler kannte. Ihre Gedanken überschlugen sich, und als sie ihn erkannte hatte sie nur ein Bild im Kopf. Das Bild dessen Mannes, der vor 16 Jahren um ihre Hand anhielt. Ihr Mann Laurentius der 27. Ehemaliger Prinz von Usbekistan. Ihre langen Beine wurden weich wie Butter, ihr drehte sich alles. Dann wurde es dunkel. Sie fiel in Ohnmacht...
Leichter Donner war zu hören und König Laurentius, wütend wie nie zuvor, musste sich beeilen, wenn er dem nahenden Gewitter entkommen möchte. Seit einer Stunde kniete er schon hinter diesem Schaf, namens Dollia, und versuchte vergebens diesen Strick von den Hinterläufen dieses Schafes und seiner Hüfte zu lösen. „Wenn ich diesen besoffenen erwische, lasse ich ihn kastrieren...“ schrie er laut heraus. Dabei wusste er genau, das er so etwas nie über sein weiches Herz bringen würde.
Es war der besoffene Schlittenhundfriseur Matte, der den König vor lauter Frust an ein Schaf fesselte. Matte war in den warmen Jahreszeiten immer leicht gereizt, weil er sich unnütz fühlte, und deswegen von einer Depression in die nächste rutschte. Ja sogar der letzte, viel zu milde, Winter war durch des Königs Misthaufen genährt worden, so sein Wortlaut...
Als sich der König endlich befreite fing es bereits an, in strömen, zu regnen. Die Blitze zuckten. Er stand auf, streckte seine steifen Glieder, wandte sich von Dollia ab und drehte sich um. Seine Pupillen weiteten sich.„Esmeralda!“ Zitternd und völlig durchnässt fiel er auf die knie. „Was ist mit dir? Bitte sag etwas!!!“ flüsterte er mit ansteigender Lautstärke. Das Unwetter wurde immer heftiger, was für ihn natürlich zur Nebensache wurde. Als seine Holde langsam die Augen aufschlug wusste er das etwas mit ihr geschehen war. Das funkeln ihrer Augen war erloschen. Und damit auch sein Herz...
Er hielt sie weinend im Arm. Sein Gesicht von, Wasser und Tränen überschwemmt richtete er gen Himmel. Es muss für andere so ausgesehen haben, als wüssten sie beide über ihren unrühmlichen Abgang Bescheid. Der in dem Augenblick vollzogen wurde als ein greller Blitz vom Himmel hinab kam und in die beiden liebenden fuhr.
Dem Königspaar wurde in der Familiengruft nahe dem Schloss eine ehrenvolle Ruhestätte bereitet.
Schaf Dollia kam bei diesem schrecklichen Szenario ebenfalls ums Leben.!.
Man wollte es mit dem Königspaar in dessen Gruft bestatten.
Dies jedoch, ließ Schäfer Cornelius nicht zu.
Er liebte dieses Schaf... mit Haut und Haar, samt Wolle...

Nun, vier Jahre später, sollte die Prinzessin zur Königin gekrönt werden, indem sie mit ihrem geliebten Prinzen, aus dem kirgisischen Abendland, die Vermählung vollzog.
Das Glück des gesamten Königreiches schien so unendlich wie die Weiten des Universums. Vom Bauern bis hin zum Hofschneider freuten sich alle für die Prinzessin mit den Funkelperlenaugen. Natürlich hatten sie auch den jungen Prinz Waldemar in ihre täglichen Gebete eingeschlossen. „So´n tapferer Jung“, hörte man sie sagen. Und das war er. Mit dem Körper einer griechischen Gottheit und seinem großen Herz für Arme und Unterdrückte, machte er es den Seelen in diesem Reich, sehr leicht ihn zu lieben.
Was allerdings das gemeine Fußvolk so manches Mal hinter vorgehaltener Hand schmunzeln ließ, war das Erscheinungsbild dieser beiden Liebenden. Der hübsche Prinz mit seinen Pechschwarzen, langen Haaren, reichte der Prinzessin gerade mal bis zu den Schultern. Aber es tat ihrer großen Liebe zueinander keinen Abbruch...

Die Vorbereitungen für die Hochzeit liefen auf Hochtouren.
In der Küche dieses Traumschlosses herrschte der klapperdürre Koch Valentin, meist mit sanftem Händchen, das Kochlöffelimperium. Er überragte mit seiner stattlichen Größe bei weitem, jeden Bewohner in diesem märchenhaften Anwesen.
Valentin, der Kahlköpfige, war ein sanftmütiger Zeitgenosse, der eigentlich nur wütend wurde, wenn seine Gehilfen (neun an der Zahl, und drei Teilzeitkartoffelschäler aus Nordkasachstan) keine Ordnung in der riesigen Küche halten konnten. Dasselbe galt auch, wenn sie sich über dessen riesige,

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Kommentare

debbie schrieb am 2007-03-22 08:55:51:
na ja nicht gerade der hammer...

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