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Kategorien > Traumzeit > Schamanische Reisen

Die Reise ins weite Land

von Anariel, die Nomadin

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Die Reise ins weite Land


Ich mach es mir bequem, wie jedes Mal.
Kopfhörer auf, Musik an, Licht aus und Augen zu.
Erst ist nur Musik da, dann kommen die Lichtblitze und die Bilder, die sich reihen.

Der Nebel lichtet sich diesmal schnell, der Blick klärt sich ebenso schnell.
Ich stehe am Strand, an einem Meer dessen Horizont im Nebel verborgen bleibt.
Ich höre die Wellen an den Strand rollen, fühle den warmen Sand unter meinen nackten Füssen. Die Wellen überspülen sie immer wieder mit wundervoller Kühle.

Hinter meinem Rücken, nur wenige Schritte entfernt wachsen Klippen in den Himmel.
Sie sind nicht so hoch, wie sie erscheinen, das weiß ich. Obwohl sie steil sind, ist ihre Oberfläche rau und zerklüftet. Hier und da mit Moosen und Pflanzen, ja sogar kleinen Bäumen bewachsen. In einiger Entfernung sehe ich einen kleinen Wasserfall herabspringen, sein rauschen wird fast von den Wellen übertönt.
Jetzt erst kann ich auch die Vogelstimmen hören.
Es würde mühsam sein, über diese Klippe nach oben zu klettern, aber nicht unmöglich. Und so mache ich mich auf den Weg.

Es ist wirklich mühsam hoch zu kommen, aber ich bin viel schneller oben, als ich dachte. Dort oben bietet sich mir ein unglaubliches Bild.
Hier geht die Sonne erst auf, über dem Meer. Ihr Licht vergoldet langsam den Nebel, der noch immer am Horizont hängt.
Auf der anderen Seite geht mein Blick über ein weites Tal und Bergketten. Ein weites unberührtes, schroffes und doch sanftes Land, voller Gegensätze und dennoch wunderschön!

Dort im Tal beginnen riesige Wälder und als ich langsam den sanften Abhang zum Waldrand hinuntergehe, entdecke ich die Wölfin, die bereits auf mich wartet.
Sie grinst. “Hast du die Aussicht genossen?” Ich lächele zurück.

“Heute werden wir schnell laufen, der Adler wartet in den Bergen. Du weißt wie es geht.”

Ich weiß es. Schließe die Augen und stell dir vor, als was Du laufen möchtest und lass dich hineinfallen.
Einfacher gesagt als getan, aber ich mache es nicht zum ersten mal.
Als ich die Augen öffne bin ich eine junge Wölfin.
Meine Führerin grinst mich an und springt davon, ich hinter drein. Wir laufen dahin, der Wald fliegt nur so vorbei. Jagen uns gegenseitig, balgen und scherzen, wie es eben Wölfe tun, wenn sie glücklich sind.
Der Wölfin macht dies ebensoviel Spaß, wie mir.

Endlich erreichen wir den Fuß der Berge. Von nun an wird es wieder anstrengender, die Berghänge werden immer steiler. Doch davon lassen wir uns nicht abhalten.
Weiter immer weiter geht es hinauf, die letzten Bäume haben wir hinter uns gelassen.
Über wilde Wiesen, in wundervoller Blütenpracht. Satt und voller Leben.
Es wird auch kühler, je weiter wir dem Himmel entgegensteigen.

Schließlich lassen wir sogar die Gebirgswiese hinter uns und laufen über schroffes Gelände.
Nur noch Flechten und Moose und zähe, genügsame Hochgebirgsblumen und Pflanzen wachsen hier noch in den Steinspalten.

Über ein Schotterfeld geht es weiter, mittlerweile ist es richtig kühl. um uns herum erheben sich die Berggipfel, majestätisch und auf ihre Weise wunderschön.
Und noch immer steigen wir weiter nach oben, hier hat sich in den Schattigen Felsspalten und Steinvorsprüngen Schnee und Eis gehalten. Es glitzert, fast wie überirdisch.

Bald haben wir den Gipfel fast erreicht, doch zuvor müssen wir noch einen Sprung über eine tiefe Felsenspalte wagen. Meine Führerin springt als erste, dann wage auch ich den Sprung.
Hoch über uns kreist schon seit einiger Zeit der Adler. Er hat uns schon lange gesehen.
Endlich erreichen wir den Gipfel und lassen uns hecheln nieder. Ich bin erschöpft, aber glücklich.

Ich kehre zum Menschsein zurück.
Die Aussicht ist unbeschreiblich, weit und atemberaubend schön!

Wenige Schritte von uns entfernt landet nun auch der Adler. Er lacht.
“Die Thermik ist fantastisch. Willst du mit mir fliegen?”
Ich nicke.
“Du weist wie es geht!”

Ich weis es.
Schließe die Augen, stell dir vor als was du fliegen möchtest, breite die Arme aus und lasse dich fallen.
Ich stelle mich an denn Rand des Abgrundes, breite die Arme aus und stell mir vor, wie ein Steinadler zu sein. Stell mir den Wind unter meinen Flügeln vor und schließe die Augen.
Ich lasse mich fallen, öffne die Augen und schreie begeistert auf, als sich die Luft unter meinen Flügel fängt und mich nach oben trägt.
Neben mir schwingt sich der Adler auf.
Unter uns auf dem Berggipfel steht die Wölfin und heult uns fröhlich hinterher. Grinsend setzt sie sich nieder, genießt den Ausblick und wird auf uns warten.

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