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Kategorien > Liebe > Wahre Geschichten

Die Schöne und der Verlierer

von malli

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Laura starrte zu dem letzten Tisch in der Cafeteria, ein blonder Junge saß dort und machte seine Hausaufgaben, während er in einem Teller Nudeln herum stocherte.
„Sag mal, kommst du am Freitag zu der Party?“, riss Marie sie aus ihren Tagträumen. Seufzend blickte Laura auf ihr Brötchen und zuckte dann mit den Schultern.
„Ach komm schon! Der ganze Jahrgang aus unserer Schule kommt! Alle werden da sein!“, erzählte Marie aufgeregt weiter. Laura horchte auf: „Alle? Wirklich alle sind eingeladen?“ Marie nickte schnell, fügte dann aber hinzu: „Ja, sogar die Looser. Keine Ahnung weshalb sie die auch eingeladen haben, aber sie meinten, dass jetzt vor den Weihnachtsferien alle kommen sollten, weil es dann noch lustiger wird!“
„Auch die Looser…“, murmelte Laura und schaute schnell wieder zu dem Blonden Jungen, der immer noch ganz alleine am letzten Tisch saß.
Die Schulglocke läutete und Marie sprang auf: „Ich schreibe jetzt Französisch wünsch mir Glück!“ Und sie ging davon, nicht ohne den Leuten an den andren Tischen genau dasselbe zu zurufen. Die halbe Cafeteria rief der hübschen Brünetten „Viel Glück“ und „Das schaffst du!“ zu.
Der Junge am hinteren Tisch hatte kurz aufgeblickt, Lauras und sein Blick kreuzten sich, aber er widmete sich sofort wieder seinen Büchern.
„Laura, komm zu uns!“, rief eine Gruppe von Mädchen, die an einem andren Tisch saßen. Von einer anderen Seite rief gerade Markus nach ihr, er wolle sie noch etwas fragen.
Laura sah sich um und stand dann auf. „Ich muss noch weg.“, sagte sie und verschwand aus der Cafeteria, nicht ohne noch mal einen Blick auf den Blonden zu werfen.
Schlurfend stieg sie die Treppen ihrer Schule hoch, bis sie in der Bücherei stand und sich an einen leeren Tisch setzte. Die Bibliothekarin sah sie misstrauisch an, als Laura ihr Brötchen in den Mülleimer warf und sich seufzend zurück lehnte. Hier war es schön ruhig, keine Mitschüler, die einen voll quatschten, keine kleinen Kinder, die versuchten in der neuen Schule ein wenig Spaß zu haben; nichts war zu hören und somit war es der perfekte Raum, um in Ruhe nachzudenken.
Heinrich. Allein der Name war schrecklich; und wie er erst aussah! Viel zu kurze Hosen trug er und karierte Hemden, die er sich in die Hose stopfte. Das machte doch keiner!
Laura stöhnte und schloss die Augen.
Warum mochte sie gerade ihn?! Hatte sie nicht genug Verehrer? Warum gerade diesen Looser?!
- Weil er höflich war, intelligent und selbstbewusst. Weil er anders war, als alle andren. Er sah gar nicht schlecht aus, er wunderbar lockiges Haar, das ihm auf die Schulter fiel und blaue Augen. Er war sicher der freundlichste Mensch, den Laura kannte.
Sie fasste sich an den Kopf und verzog das Gesicht.
„Alles okay mit dir, Laura?“, fragte eine tiefe Stimme und Lauras Herz begann augenblicklich schneller zu schlagen. Hastig setzte sie sich gerade hin und sah in die besorgten Augen von Heinrich. „Geht es wieder?“, fragte er noch mal. Laura nickte kurz und lächelte dann. Sie wusste, dass jeder Junge dieses Lächeln mochte, alle schmälzten dahin, wenn sie lächelte.
Heinrich sah sie irritiert an und ging dann ein paar Schritte rückwärts. „Okay.“, sagte er dann und drehte sich wieder zu dem Regal, um mit den Fingerspitzen über die Buchrücken zu fahren und von Zeit zu Zeit ein Buch herauszuziehen.
Lauras Grinsen war wie weggewischt. Sie musste etwas zu ihm sagen. Etwas Kluges.
„K-Kannst du ei-eigentlich Tanzen?“, stotterte sie und räusperte sich dann, unglücklich fummelte sie an ihrem Ärmel.
Heinrich reagierte spät, er sah sie kurz an, dann drehte er den Kopf, um zu schauen, ob sie wirklich mit ihm sprach.
„Ja, kann ich, obwohl ich bezweifle, dass es wirklich gut ist. Wieso?“, er kam ein wenig näher, schaute sie aber nicht direkt an.
„Am Samstag ist ein Tanz-Übungsabend. Ich würde da gerne hingehen. Hast du vielleicht Lust mit zu kommen?“, antwortete sie spontan. Heinrich wirkte nicht minder überrascht; er zuckte mit den Schultern und grinste dann ein wenig: „Kannst du denn gut tanzen?“
Laura schüttelte den Kopf: „Nicht so gut, deshalb möchte ich da ja hin.“
Bevor er die Antwort gab, wusste Laura längst, dass sie ihn gewonnen hatte. Sie lächelte kurz und schob sich das blonde Haar hinters Ohr.
„Ja, ich denke da habe ich Zeit.“, murmelte er und schaute auf die Uhr. „Ich muss jetzt aber los, hab noch was zu erledigen. Bis später in Spanisch.“
Sprachlos nickte Laura zum Abschied und starrte hinterher. Er hatte sich nicht zu ihr gesetzt, er war einfach gegangen, nein, es hatte noch nicht einmal so ausgesehen, als ob er sich besonders gefreut hatte, als sie ihn einlud.
Wusste er denn nicht wer sie war? – Eines der beliebtesten Mädchen der Schule, das Mädchen mit den meisten Verehrern. Laura, die schöne Laura; sie süße Laura. Es war ja nicht so, dass sie nur hübsch und beliebt war, wie war zudem noch intelligent, immer gut gelaunt und freundlich, sogar zu Loosern, wie ihm.
Laura ärgerte sich. Er hatte sie behandelt wie ein ganz normales Mädchen und so getan als wäre ihre Einladung nichts Besonderes gewesen.
Es klingelte wieder. Laura stand auf und ging in ihre Klasse, Heinrich saß an seinem Platz in der letzten Reihe und starrte auf sein Buch. Neben ihm redete sein Freund Levin mit ihm und gestikulierte mit den Händen.
Laura setzte sich neben Carmen, doch sie konnte der Freundin nicht ganz zu hören, weil ihr Blick immer wieder zu Heinrich wanderte. Sie fragte sich, ob er Levin von dem Gespräch erzählt hatte. Wie peinlich das wäre. Wie peinlich, wenn irgendwer davon wüsste!
Die Spanischlehrerin kam herein. „Buenos Dias.“, murmelte sie und ließ sich auf den Stuhl fallen.
Während der gesamten Stunde schaute Heinrich nicht einmal zu Laura herüber, als würde es sie gar nicht geben.
Als es klingelte, sagte Laura ihm zwar auf wieder sehen, aber er nickte nur kurz.
„Was hast du denn mit dem zu schaffen?“, fragte Carmen und verzog das Gesicht, während sie seine Hochwasserhose im Vorbeigehen musterte.
„Nichts, nichts.“, log Laura und ging aus der Klasse.

Zwei Tage später kam Laura nach Hause und auf ihrem Schreibtisch fand sie einen Brief. „Von Heinrich!“, rief sie und ihr Herz klopfte. „Ein Liebesbrief!“
Sie lachte. Natürlich ein Liebesbrief, so altmodisch wie er war! Natürlich ein Liebesbrief, wie konnte jemand sie auch nicht mögen!
Laura hatte wirklich schon an sich gezweifelt.
Oh, und wie sie ihn liebte!
„Ich liebe dich auch!“, sagte sie immer wieder und öffnete behutsam den Brief.
In einer etwas krickeligen Handschrift, hatte Heinrich den Brief auf kariertes Papier verfasst. Immer wieder waren Wörter durchgestrichen worden.
Laura las den Brief langsam und laut vor.

Laura,
ich habe sehr wohl erkannt, was du für mich empfindest und ich finde es auch sehr mutig von dir, dass du mich einlädst zum Tanzen, aber ich bin der Meinung, das das alles nicht gut wäre.
Du bist wirklich ein attraktives Mädchen, aber darum geht es mir gar nicht. Ich möchte jemanden

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Kommentare

Lisa schrieb am 2009-02-05 22:22:19:
Boar. Voll trauriges Ende.
Echt Schade.
Moa schrieb am 2008-07-17 09:45:14:
Der lockige Junge mit den Hochwasserhosen kommt mir doch irgendwie bekannt vor :P
Schöne Geschichte, arme Laure, armer Heinrich, aber so ist (leider) das Leben.

LG, Mach weiter so. :)
mira schrieb am 2008-07-09 13:00:05:
die geschichte ist echt gut gelungen, es hat wirklich spaß gemacht sie zu lesen

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