Die Tafel an deinem Fenster
von
Denise Rüegg
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[Anmerkung des Autors: Diese Geschichte ist tatsächlich wahr. Es würde mich freuen, wenn ihr mir sagen könntet, ob und wie gut oder eben nicht gut es mir gelungen ist, meine Gefühle in Worte zu fassen. Danke... Lg Denise]
"Sieh", sagtest du und zeigtest auf die Tafel am Fenster. "Zu verkaufen", stand da, und dazu noch eine Telefonnummer. Erschrocken sah ich dich an. "Wir verkaufen das Haus.", erklärtest du, "Das heisst, unser Vermieter will das Haus verkaufen." - "Und ihr?", fragte ich. "Wir müssen vielleicht umziehen." Meine Augen weiteten sich, sahen dich kurz an, dann wandte ich den Blick weg. In meinem Kopf wiederholten sich deine Worte, ich versuchte zu begreifen, was sie bedeuteten. Doch es gab keinen Ausweg, keine zweite, harmlose Bedeutung. Du wirst vielleicht weg ziehen. Wie weit weg? Was wird dann aus uns werden? Würde eine Fernbeziehung klappen, wo wir uns doch sonst so oft sahen? Nein, das durfte nicht sein. Ich spürte deinen Blick auf mir ruhen und sah auf. "Was ist?", fragtest du mich. Ich schluckte und versuchte meine Stimme gefasst klingen zu lassen, als ich antwortete: "Ich versuche mir vorzustellen, was wäre, wenn du ganz weit weg ziehen würdest." Deine braunen Augen musterten mich genau. "Dann würde ich nicht mitgehen. Ich möchte nicht weg von hier. Auch wenn ich hier irgendwo unter einer Brücke schlafen müsste." Ein schwaches Lächeln glitt über mein Gesicht. Ich wusste, dass du das nicht ganz ernst meintest, und doch traute ich es dir zu. Es beruhigte mich ein wenig, und trotzdem machte es mir Angst. Ich wollte mich niemals von dir trennen, niemals. Wieder spürte ich, wie die Tränen kamen. Aber ich schaffte es irgendwie, sie zu unterdrücken.
"Was ist mit dir los?", fragtest du ein wenig später, "Du kommst mir so seltsam vor." Wieder dieser musternde Blick, der tief in meine Seele zu schauen schien. Es kam mir so vor, als wusstest du genau was in mir vor ging. "Ich weiss es nicht"; log ich. Dann fügte ich ehrlich hinzu: "Ich komme mir selbst seltsam vor." Noch einen Moment lang sahst du mich an, dann legtest du dich neben mich , und nahmst mich in den Arm. Ich drückte mich fest an dich, und als ich eine einzelne Träne im Augenwinkel spürte, drückte ich mein Gesicht gegen deine Schulter, damit du sie nicht sehen konntest. Wieso musste ich bloss weinen? Es war ja noch nicht einmal sicher, das du gehen musstest. Vielleicht wirst du auch bleiben, oder gar noch näher zu mir ziehen.
Aber ich will dich nicht verlieren, niemals, unter keinen Umständen.
Und dann, als du mich küsstest, wünschte ich mir sehnlichst, dieser Moment ginge nie vorbei, deine Arme hielten mich für immer.
Aber gerade in diesem Moment vergass ich meine Sorgen um unsere Zukunft, und es zählte nur noch, dass ich gerade jetzt bei dir war. Und dass wir uns liebten.
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Kommentare
Johannes Beck schrieb am 2008-04-14 21:19:53:
Hi,
ich finde, dass es dir gut gelungen ist, deine Gefühle in Worte zu fassen. Es ist eine traurige Geschichte, voller Unsicherheit, Angst und Hoffnung. Dass dann alles unwichtig wird finde ich sehr schön.
Lg Jo
Denise Rüegg schrieb am 2008-02-27 18:35:05:
Danke für den Hinweis. Vor lauter Eifer hab ich gar nicht daran gedacht. Aber du hast richtig geglaubt, die Geschichte wird von einem Mädchen (dieses Mädchen bin ich) erzählt, die gerade bei ihrem Freund (männlich natürlich ;-)) ist.
Lg Denise
zhara schrieb am 2008-02-27 15:56:57:
Hey das ist wirjlich ein intressanter Schreibstiel, das eintige, was verwirrend ist, ist das man nicht weiß ob deine Person männlich oder weiblich ist man kann nur rätseln aber ich glaube du sprichst von einem Mädchen.
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