Die Todesrichter
von
sami
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Ein stechender Schmerz durchfährt meine Seite und meine Rippen stoßen in mein warmes Fleisch, wenn ich schnell ein- und ausatme. Die warmen Tränen fließen hinab auf meine Wangen und währrend sie leicht und langsam hinunter auf den harten Boden fallen, erfieren sie in der kalten Wintersluft und bei jeder einzelnen,
die als Eiszapfen auf dem Untergrund zerklirrt, zucke ich zusammen. Es ist schon dunkel und spät, kein Mensch ist bei mir- außer SIE. Ich weiß, dass sie mich holen werden...sie holen mich um mich zu richten! Um das zu tun, was ich nicht beenden konnte, wovor ich zurückschreckte, genau in dem Moment, wo mein Verstand und mein Herz sich meldete, war es schon zu spät! Sie merkten, dass ich es nicht mehr konnte, dass ich dann einfach weglief war nur wegen ihnen! Sie haben ihre Messer erhoben, ihre Fackeln entzündet und die Gesichter unter den Kapuzen verscharrt. So laufe ich weiter, bis ich irgendwann zusammenbreche, hauptsache sie schnappen mich nicht...das dürfen sie nicht, bitte, lasst mich in Ruhe! Ich gehöre nicht zu euch, ich habe mich geirrt! Nun wird der Schmerz in meiner Seite schlimmer und ich beginne zu bluten. Meine Rippen haben sich währrend der Bewegung immer mehr ins Fleisch geschnitten und langsam stechen sie heraus. Es sieht so aus, als würde ein Speer aus mir heraus wachsen.
Ich halte an, lehne mich gegen einen großen Baum und blicke mich vorsichtig um. Nichts zu sehen! Habe ich sie abgeschüttelt? Haben sie meine Spur verloren? Ich muss mich beeilen, sie werden bestimmt meine Fußspuren bald finden. Langsam sacke ich am Baum hinab und setze mich erschöpft auf den Laubboden. Meine Blicke schweifen durch den Stadtpark und ich erkenne die Umrisse der Bäume und der heruntergekommenden Bänke. Wie kalt es heute mal wieder war, ich zog meine Sweat-Shirt-Jacke enger um mich und kauerte mich zusammen. Noch spüre ich die warmen Tränen auf meinem Gesicht und in meinen Augen, aber wer weiß, wie lange ich noch Zeit habe, bevor ich langsam und qualvoll erfriere.
Autsch- meine Rippen! Verdammt, ich habe mich an ihnen geschnitten. Vorsichtig und mit tauben Fingern öffne ich meine Jacke und schau zu meiner Taille hinab. Das Blut sprudelt förmlich hinaus und fließt bis zu meinem Bauchnabel, dort sammelt es sich einen kurzen Augenblick und fließt dann zur Seite hinunter. Ich muss irgendwie versuchen die Blutung zu stoppen, ansonsten verblute ich hier noch! Aber soweit darf es nicht kommen! Ich muss die Welt warnen, muss der Menscheit zeigen, wer hinter diesen Morden steckt. Ich habe mich nicht umsonst unter ihnen gemischt, habe mich nicht umsonst, als eine von ihnen ausgegeben und mein Leben riskiert. Ich muss der Welt die Augen öffnen- und mein eigenes Leben retten!
Mist! Dieser Schmerz, ich halte das einfach nicht aus. Wie soll ich bloß weiter laufen, wenn die Rippen immer mehr hinausstechen! Auf meinem Arm bildet sich eine Gänsehaut und die Luft wird immer kühler. Bei jedem Atemzug spüre ich wie die Kälte sich in mir sammelt und meine Knochen und Glieder ermüdigt.
Schreie, ich höre sie! Sie kommen! Ich sehe ihre Fackeln, ihre erhobenen Waffen, die Messer mit der im Licht aufblitzenden Klingen! Ihre Kapuzen noch immer tief ins Gesicht gezogen. Zu spät! Sie haben mich gesehen, ich versuche aufzustehen und wegzulaufen, aber ich kann nicht! Dieser Schmerz, mein Kopf lässt es nicht zu! Ich schreie um Hilfe und dass sie mich in Ruhe lassen sollen! Ihr Gelächter hallt in meinen Ohren, ihre Stimmen summen eine Beschwörungsformel und langsam werden meine Augen schwer. Das Blut, ich habe zuviel Blut verloren, ich werde schwächer- ich spüre es! Sie stellen sich um mich, in einen Kreis! Eine Gestalt kommt auf mich zu, zerrt mich vom Baum weg und schubst mich ins Pentagramm. Nein! Sie wollen mich richten- so wie ich es vor ein paar Stunden selbst hätte machen sollen! Ich hätte sie alle töten sollen, als ich die Chance dazu hatte, doch meine Moral hat mich davon abgehalten!
Diese schaurigen Klänge der Formel, der leise Gesang und das helle Licht der Fackeln lassen mich erneut weinen! Vor Angst- aber auch vor Wut!
Zwei Gestalten treten hinter mir und binden mich an einen Pfahl, den sie schnell in den Boden rammen. Ich versuche mich zu wehren, aber meine hervorstehenden Rippen rauben mir die Kräfte, der Schmerz davon und das verlorene Blut schwächt mich so sehr, dass ich kaum die Augen offen halten kann.
Da kommt er, genau auf mich zu, ihr Anführer! Er hat einen Schakalkopf auf und lacht. Am liebsten würde ich schreien, doch meine Stimme verstummt vor Angst.
Der Schakalkopf-Träger holt langsam eine Puppe raus, ich weiß was jetzt kommt.
Aus seiner Robe holt er eine Nadel, sie blitzt im Licht des Feuers der Fackeln auf und ich sehe, werde auch gleich spüren, dass sie sehr spitz ist! Er schaut mich mit wahnsinnigem Blick an, holt mit der Hand aus und die Menge um mir verstummt in Sekundenschnelle. Dann nimmt er die Puppe in die linke und die Nadel in die rechte Hand. Mit einem Ruck sticht er mit der scharfen Waffe in die Mir-Gleichenden-Puppe und sieht mir zu, wie ich mich vor Schmerzen krümme. Ein heftiger Stoss in meinen Arm, ich schaue zu der rechten Seite an ihm hinab und sehe, wie das Blut langsam hinabfließt. Dieses Schwein stach noch mehrmals zu, allerdings dorthin, wo ich nicht ohnmächtig werden würde vor Schmerz. Er hatte es sich gut überlegt, er wollte mich richtig quälen und leiden sehen. Vielleicht war das so der Brauch bei ihnen- ach was, sie sind einfach von natur-aus teuflisch!
Ich weiß noch genau, wie das alles begann, weswegen ich in meiner momentane Situation stecke, warum ich hier stehe und ihnen ausgeliefert bin...:
Alles begann an einem ganz normalen Tag, ich hatte morgens wie immer geduscht und mich dann am Früstückstisch hingesetzt, meinen Kaffee getrunken und gemütlich die Tageszeitung gelesen. Gleich auf der Titelseite stand die Naricht, dass auf unserem Friedhof vier Leichen gefunden worden sind. Zwei wurden wie auf einem Scheiterhaufen verbrannt, die anderen beiden mit etlichen Messerstichen zu Tode gerichtet. Ich las weiter...in den nächsten Tagen geschahen noch mehr Morde auf dem Friedhof und das Seltsamste war, dass niemand in der Nacht davon etwas mitbekam. Ich beschloss damals, der Sache auf den Grund zu gehen und schlich nachts zum Todesort der inzwischen fünfzehn Ermordeten. Was ich dort zu Sehen bekam, war schrecklich. Eine Organisation von Teufelsanbetern trieben dort ihr Unwesen. Sie mordeten und tranken das Blut von Mensch und Tier. Sie machten kranke Spiele, schlitzten sich gegenseitig auf und nahen ihre Wunden bei vollem Bewusstsein wieder mit einer Nadel zu. Einer fiel mir besonders auf, es war ein Mann mit einem Schakals-Kopf, er schien der Anführer zu sein, denn immer wieder schrie er: Heiligt den Bösen Herrn, fügt euch Schmerzen zu, dann werdet ihr in der Hölle auf Erden leben können!
Mir wurde bei dem Anblick schlecht und ich übergab mich, rannte unauffällig nach Hause und verständigte die Polizei. Doch die wollte
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Kommentare
Veronica Wallner schrieb am 2009-11-06 20:42:30:
coole geschichte, nur eins verstehe ich bei der sache nicht, warum stechen seine/ihre Rippen durch seine/ihre Haut, in dem rückblick war er/sie nicht verletzt worden und nur durch das rennen passiert das nicht
hoffe ich bekomme eine antwort und sonst weiter so, finde es echt genial
Lg Veronica
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