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Kategorien > Fantasy > Nachdenkliches

Die Trostspendende---(Fortsetzung zu "Die Wächter

von Anariel, die Nomadin

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(((Anmerkung der Autorin: Tja nun habe ich also tatsächlich eine Fortsetzung zu "Die Wächter" geschrieben. Ich hoffe, ich konnte die Einsamkeit und Melancholie der ersten Geschichte auch hier einigermasen erhalten. Wie ihr bemerkt habe ich meiner Protagonistin noch immer keinen Namen gegeben und ich weiß nicht ob ich das überhaupt tun möchte. Ich habe nun tatsächlich eine dritte geschichte hierzu im Kopf, die wohl so einiges aufklären würde. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich sie tatsächlich veröffentlichen möchte. Ich habe diese Geschichte nun in eine andere Kategorie gesteckt, da sie dieser Teil nicht so recht in die kategorie der ersten passt. Nun denn, ich hoffe auch diese Geschichte findet euer Gefallen.
Mit Grüßen aus dem Nebel
Anariel)))



Die Trostspendende


Lange stehe ich dort, neben dem Wächter, die Hand noch immer auf seinem steinernen Flügel.
So starr sie stehen, so leblos ihre Gesichter sind und ihre Augen so blicklos und leer, so sind die steinernen Wächter doch nicht blind.
Sie sehen!
Sie sehen die Toten und die Lebenden, die Engel und die Dämonen. Nur mich, mich sehen sie nicht. Selbst dann nicht, wenn ich sie berühre. Für ihre Blicke bleibe ich unsichtbar und für mich bleiben ihre Augen leer und blicklos.
Sie sehen die Lebenden, doch diese sind so von ihrem Leben vereinnahmt, so dass sie diese Blicke meist nicht wahrnehmen.
Sie sehen die Toten und manch eine verwirrte Seele, die sich noch nicht so recht von dieser Welt lösen will sucht Schutz bei ihnen. Doch erhalten sie meist nur Schweigen, das auf seine Art auch Trost bringen mag.
Sie sehen die Engel, die manchmal diesen und andere solche Orte besuchen und so manche traurige, bereits gestorbene Seele mit sich nemen. Manchmal kommen sie auch, um die noch Lebenden zu stützen und unsichtbar zu trösten.
Sie sehen aber auch die Dämonen und dunklen Geister. Das ist der eigentliche Grund, warum sie hier stehen und wachen, so stumm, so still und starr. Denn die dunklen Wesenheiten ertrage die Blicke der steinernen Wächter nicht und bleiben fern. Und so beschützen sie die Toten, die noch nicht hinüber gegangen sind und die Lebenden, die hier her kommen. Diese Menschen, die hier nach Trost suchen, oder einfach nur ihrem Kummer folgen und manchmal stille, bittre Tränen weinen.
Aber mich, mich sehen sie nicht, die stummen Wächter.
Aber ich sehe, ebenso wie sie, die Lebenden und die Toten, die Engel und Dämonen. Die Lebenden sehen mich eben sowenig, wie sie die Blicke der Wächter sehen. Doch die Toten können mich sehen. Manchmal finde ich eine einsame dieser Seelen, die traurig und verängstigt an einen dieser Wächter geschmiegt sitzt. Dann setze ich mich dazu und nehme sie in die Arme. Gewähre den Trost einer liebevollen Berührung bis ein Engel kommt, oder auch ein Rabe und den Toten mit sich nimmt.
Auch die Engel und Dämonen können mich sehen, nehmen mich wahr. Doch sie ertragen meine Gegenwart nur schwer. Die Engel werden traurig und die Dämonen fürchten sich ein wenig vor mir. Beides aus ein- und demselben Grund.

Der Nebel wird dichter und verschluckt immer mehr von diesem Ort. Breitet eine graue, weiche Decke des Schweigens über den Friedhof. Je weiter der stille Abend voranschreitet, um so dunkler wird es. Doch noch immer kreist der Rabe am Himmel. Ich wende mein Gesicht von dem Wächter und dem Grab ab und suche mit den Blicken nach der schwarzen Silhouette im dunkler werdenden Himmel. Endlich entdecke ich ihn und beobachte, wie er immer weiter herabsinkt um dann nicht allzu weit entfernt zu landen. Diesmal setzt er sich auf die Steinmauer und wieder betrachtet er mich mit dieser seltsamen Intelligenz in den dunklen Augen.
Ein stilles Lächeln huscht über mein Gesicht. Mein Blick kehrt zurück zu dem Wächter, der mich doch nicht sehen kann. Selbst wenn ich sie berühre bemerken sie mich nicht einmal.
Sie sehen mich nicht, ebenso wenig, wie die Lebenden.
Sie können mich nicht wahrnehmen, die Wächter. Die stillen, stummen Wächter, deren Augen ewig blicklos bleiben werden, für mich.
Denn ich bin keines von all dem! Ich bin weder Engel, noch Dämon, weder Lebend noch Tot.
Ich war nie ein Engel, werde es wohl auch niemals sein. Niemals hatte ich Schwingen zum fliegen und mein einziger Flug wird der mit dem Raben sein, wenn er mich denn einst mit sich nehmen wird.
Es gab auch nie etwas dämonisches in mir und auch die lange Zeit meiner einsamen Wanderschaft hat nichts dergleichen in mir entstehen lassen.
Ich bin, nein ich war einmal vor langer Zeit eine ganz gewöhnliche menschliche Frau. Aber das ist schon lange her. Ich bin nicht mehr am Leben, nicht mehr wirklich, aber ich bin auch niemals gestorben.

Der Nebel wird immer dichter und hat nun die letzten Flecken Himmel verschlungen. Er taucht diesen seltsamen stillen Ort und die starren, steinernen Wächter in ein weiches Grau. Alle Konturen beginnen nun langsam weicher zu werden in der zunehmenden Dunkelheit, während das Licht immer mehr schwindet. Jetzt könnte man wirklich fast glauben, das sie nicht aus Stein sind. Wie sie so stehen und schweigen. Diese Wächter, die mich nicht sehen können.
Kaum kann man es glauben, aber das Schweigen vertieft sich noch und wird in seiner Lautlosigkeit geradezu ohrenbetäubend.
Erneut zerreißt der Rabe mit seiner rauen Stimme die Stille. Ich wende ihm noch einmal meinen Blick zu und hebe grüßend die Hand. Jetzt erst erhebt er sich in die Luft und fliegt beinnahe lautlos in einen nahen Baum. Von dort oben schenkt er mir noch einen weiteren Blick und macht sich dann erst daran sein Gefieder zu reinigen.
Die Nacht hat endlich Einzug gehalten an diesen Ort und das Licht des aufgehenden Mondes kann den nunmehr dichten Nebel kaum durchdringen, so dass es nur die Nebelschleier versilbert. Ein Rascheln lässt mich meinen Blick von dem Raben abwenden. Suchend blicke ich mich um und entdecke schließlich die graue Katze von vorhin wieder. Erneut ist sie auf die Steinmauer gesprungen und bedenkt mich mit einem scharfen Blick aus den grünen Augen.
Nach einigen Momenten springt sie wieder herab, streicht an den starren, stummen Wächtern vorbei und umschmeichelt mir schließlich die Beine. Ein weiteres Lächeln entlock sich mir. Ich beuge mich hinab und streichle dem geschmeidigen Tier sanft den schmalen Rücken. Sie beginnt zu schnurren und reibt sich noch stärker an meinen Beinen.

Die Engel, denen ich begegne, bereite ich Traurigkeit, den Dämonen Furcht, den Toten schenke ich Trost und die Lebenden sehen mich nicht. Aber auch solche Wesen wie der Rabe und die Katze können mich sehen. Jedes Tier nimmt mich wahr, doch im Gegensatz zu allen anderen sehen sie mich ohne Vorbehalte, Furcht oder Trauer. Für sie bin ich einfach nur natürlich und gehöre hier ebenso her, wie sie selbst.

Langsam richte ich mich wieder auf, hebe die Hand und streiche erneut, beinnahe zärtlich, über den steinernen Flügel des Friedhofengels vor mir. Wieder blicke lange in das starre Gesicht und die leeren Augen, die mich

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Kommentare

Anariel schrieb am 2008-03-01 17:53:37:
Hallo jeiy,

Du treuer Fan du.-grinst-

Freut mich, das sie dir gefällt und das ich auch hier die Wirkung nicht verfehlt habe.

Danke für deinen Kommentar.
Mit liebem Gruß
Anariel
Jeiy schrieb am 2008-02-29 14:41:49:
Hallo Anariel!
Das ist wirklich schön und so traurig! ^^
Die mystische, geheimnisvolle Wirkung hast du wirklich mal wieder gut hinbekommen. Sehr ergreifend, wie ich finde. Vor allem das Ende gefällt mir, ich würde mich wirklich freuen, wenn du auch den dritten Teil dieser Geschichte hier rein stellen würdest. Ich möchte so gern mehr über deine Protagonistin erfahren (die wirklich gut auch ohne einen Namen auskommt, das haste recht ^^).
Ah ja, eines noch: Wie schon beim ersten Teil hiervon hat mich auch die Fortsetzung wieder irgendwie an einen Songtext erinnert! Da du sehr oft beschreibst, dass die Steinwächter deine Hauptfigur nicht sehen können, sie dafür aber von Toten, Engeln und Dämonen gesehen werden kann, wirkt das so, wie ich finde. Es ist praktisch so wie ein immer wiederkehrender Refrain und das fand ich wirklich gelungen. Passt hier gut rein!
Also, stell bitte auch den dritten Teil rein! ^^
Mfg
Jeiy

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