Die Uhr
von
Sybille Lengauer
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***Die Uhr***
(eine kleine Nachtmelodie)
Ich sitz' in der Küche und höre die Uhr,
sie schneidet die Stunden.
TICK
Ich starre die Wand an, die hat kleine Risse,
ist nikotingelb und hässlich.
TICK
Ich betrachte Regale, die Fetzen der Tapete,
verwelkende Pflanzen.
TICK
Ich schau’ auf meine Hände, die liegen am
Tisch, der ist klebrig und alt.
TICK
Ich steh' langsam auf, halte hinter mir den
Stuhl fest, der hat ein loses Bein.
TICK
Ich gehe ins Bad, seh' in den Spiegel und
erblicke, das Grauen wie erwartet.
TICK
Ich trete ans Fenster, das ist dreckig und
verschmiert, sehe Mauern und Regen.
TICK
Ich nehme meine Pistole aus der Schatulle im Schrank,
die ist farblos und staubig.
TICK
Ich lege das Magazin ein, setze sie mir an die Schläfe,
habe vergessen zu laden.
KLICK
TICK
Ich geh' zurück in die Küche,
lade nach und erschieße
dann diese verdammte scheiß Uhr!
TI-BAMM
Seitdem bin ich wieder fröhlich,
weil die Zeit angehalten hat,
zumindest in meiner Küche
FÜR IMMER
© Sybille Lengauer
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Kommentare
Schnabeltassentrinker schrieb am 2008-07-31 00:16:24:
Ich bin begeistert, werde mir dein Buch morgen kaufen. Danke
mesut schrieb am 2008-05-02 11:52:37:
eine schöne Kurzgeschichte ,danke ,,
Heinz Bauer schrieb am 2008-05-01 12:15:49:
Cool die gefällt mir
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