 |
|
 |
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln. |
 |
 |
 |
|
|
 |
 |
Die Unendlichkeit der Liebe
von
Blue Dog
Es ist nicht wichtig welches Jahr wir schreiben oder wo diese Geschichte ihr Zuhause hat. Es Spielt keine Rolle ob sie Phantasie oder Wahrheit ist. Wichtig ist nur, daß die Buchstaben für sich allein keine Bedeutung haben - nur so zusammengefügt tragen sie den Sinn in sich, dessen, der Sie schrieb.
Die letzten Sonnenstrahlen brechen sich an der Silhouette der Großstadt und der Puls der Stadt senkt sich, als wolle sie bald schlafen gehen.
Gedämpftes Licht drängt sich nach oben, getragen vom Klang der Nacht.
Hier oben, auf dem Dach eines der ältesten Häuser der Stadt, wacht eine steinerne Figur über die Seelen der Ahnungslosen und der Narren.
Mit dem Schwinden des wärmenden Sonnenlichtes bröckelt langsam der Sandstein der die Figur umgibt und läßt lederne Haut in der kühlen Nachtluft frösteln.
Blut schießt durch die Adern und wärmt den Körper - haucht ihm Leben ein.
Es füllt die mächtigen Schwingen, deren Spannweite mehrere Meter betragen, erneut mit Kraft. Die Kreatur richtet sich auf, als wolle sie noch einen letzten Sonnenstrahl erhaschen, spannt seine Flügel und läßt sich in die Tiefe fallen.
Tausendmal schon hatte er daran Gedacht seine Schwingen nicht zu öffnen um all dem ein Ende zu bereiten. Doch schon im nächsten Moment läßt er sich von der warmen Luft wieder nach oben tragen und zieht seine Kreise über dem Viertel, das er sein Zuhause nennt. Denn an sein wirkliches Zuhause kann er sich nur noch schwach erinnern. Die Jahre machten ihn vergessen was er einmal war. Sein Magen knurrt und sein Jagdinstinkt läßt ihn schnell Beute finden. Wieder stürzte er in die Tiefe. Blitzschnell vergraben sich seine scharfen Krallen in das warme Fleisch. Doch es ist kein Laut zu hören, kein ängstliches Jammern, kein Schmerzensschrei. Und er wußte: diesmal hatte er keine Beute gemacht. Er schwingt sich empor und auf einem naheliegenden Hausdach gibt er frei, was er in seinen Pranken hält. Es ist keine Angst in den Augen seines Opfers, und er erkennt die verwandte Seele pochend in der Brust der jungen Frau.
Er war verwirrt.
Noch einmal breitet er seine Schwingen aus, reißt den Kopf nach vorne und knurrt.
Doch immer noch ist keine Angst zu erkennen. Ein hieb mit seiner Pranke würde das Szenario beenden. Aber irgend etwas läßt ihn inne halten. Die junge Frau stand nur da, bewegte sich nicht. Aus ihren Wunden floß langsam Blut über die weiche Haut. Ihr langes Haar wog sich im Wind. Es schien als hätte jemand die Zeit angehalten. Sie machte einen Schritt nach vorne. Er wich zurück ohne es zu wollen. Sie streckte ihm die Hände entgegen. Er knurrte. Diese Augen, so klar und rein. Er kannte diese Augen. Es ist wohl ein halbes Jahrtausend her, doch er kannte diese Augen. Etwas in ihm erinnerte sich. Er war nicht immer dieses Monster, er war einst ein Krieger, jung und stolz. Doch ein mächtiger Zauberer nahm ihm die Gefährtin und trotz all seiner Kraft konnte er nicht ankämpfen gegen die Mächte der Finsternis. Er wurde mit einem Fluch belegt und dazu verdammt nur Nachts zum Leben zu erwachen. Dieser Fluch sollte tausend Leben dauern und nur von der wahren Liebe seines Herzens gebrochen werden. Seine Geliebte verweigerte sich jedoch dem mächtigen Zauberer, und dieser ließ sie morden und ihren Körper versprach er den Aasgeiern zum Fraß.
Doch nun stand diese junge Frau vor ihm, und sie hatte die Augen seiner Geliebten. Und seit Jahrhunderten sprach er zum erstenmal wieder ein Wort. Er flüsterte Ihren Namen, als sei es eine magische Formel.
Sie nickte nur und ihre Hände fanden die seinen. Er vergrub seinen Kopf in Ihrem Hals und seine Lippen berührten Ihre Haut. Er erinnerte sich an Ihren Geruch und er erkannte den Klang ihres Herzens. Sie waren wieder vereint, der Fluch war gebrochen. Die Liebe hatte gesiegt. Er küßte ihre Wunden, das Blut schmeckte warm und salzig. Und sein Hunger verlangte nach mehr. Mit einem Hieb seiner Pranke zerriß er den Körper der jungen Frau und er sah wie sie in Zeitlupe zu Boden fiel - seinen Namen auf den Lippen.
Er schreckte hoch und riß die Augen auf.
Es war wieder Nacht. Der Stein gab erneut seinen Körper frei, doch er wußte, morgen würde er wieder träumen, immer den selben Traum. So wie schon unzählige Tage zuvor.
Doch er wußte auch, irgendwann kam die Nacht, in der er seine Schwingen nicht mehr öffnen würde . . .
Kommentare
Hapargornis mororai schrieb am 2006-07-26 19:45:24:
Hi blue dog, das was Du geschrieben hast ist real. Du bist warscheinlich Polizist und verdammt über die zu wachen, die es nicht wert sind. Tag für Tag. Du vergisst, dass Deine Seele Flügel hat. Deine Freiheit findest Du in Leder auf einer Harley, weitab aller Verpflichtung, Du fängst an zu leben und bist Deiner wahren Liebe nahe, Deinen beiden Lieben. Die eine wurde Dir jäh entrissen, die andere war unerreichbar für Dich - deshalb tötest Du sie Nacht für Nacht, Deine magische Formel. Sie ist nicht zurückgewichen, also mach Du einen Schritt nach vorn und verlier Dich nicht in Selbstmitleid. Selbst ich verdamme Dich zum Fliegen. Wenn man bei Nacht mit dem Motorrad in die warme Stadt zurückkehrt und erfährt , dass man nicht alleine ist und seine Aufgabe hat, dass man geliebt wird, aufrichtig, ohne Angst, ist es nicht das, wofür man lebt?
. schrieb:
Hallo,
das hat mir sehr gut gefallen. Du findest immer sehr schöne Umschreibungen und „Bilder“. Auf jeden Fall habe ich alles vor Augen gehabt und richtig mit ihm mitgefühlt.
Im Text selbst gibt es Zeitenwechsel, die nicht so recht passen, aber ansonsten nicht weiter stören. Das es ein Traum ist, hätte ein bisschen anders gekennzeichnet sein können und aus dieser kurzen Geschichte ließe sich auch ohne weiteres eine längere machen.
Am Besten hat mir noch der Anfang gefallen. Ich lese Dich gern wieder.
Liebe Grüße
Soleil
Judith Voce schrieb:
Hallo Bluedog,
Du hast eine sehr schöne, poetische Sprrache, in der Du die Momentaufnahme im (Traum-)Leben eines Gargylen beschreibst. Warum hat er denn im Traum seine Erlöserin zerrissen? O, ich wünsche ihm, daß er den Traum eines Nachts anders träumt. Und daß es wahr wird und er seine Erlösung findet durch die reine Liebe einer Frau ...
Grüße, Judith
bluedog@gmx.info schrieb:
Hallo Judith,
danke das du dir die Zeit genommen hast deine Gedanken mit den meinen zu mischen.
Um deine Frage zu beantworten stelle ich dir neue: Ist es nicht so, das wir sind was wir sind, das wir tun was wir tun und einfach nicht dagegen ankommen?
Schlaf gut und träum was schönes...
Blue Dog
mails_an_laura@web.de schrieb:
Hi Blue Dog!
Sehr schöne Geschichte, wunderschöne Sprache.
Zwei Rechtschreibfehler, die mir aufgefallen sind:
Die Kreatur richtet sich auf, als wolle sie noch einen letzten Sonnenstrahl erhaschen, spannt seine Flügel
Die Kreatur - also ihre Flügel
Tausendmal schon hatte er daran Gedacht - gedacht, ist ja ein Verb
lg
Laura
daratheis@web.de schrieb:
Hi Blue Dog
Den ersten Absatz bis „dessen, der Sie schrieb.“ versteh ich nicht so wirklich. Was willst du deinen Lesern damit sagen? Ich mein, ich hab viele Geschichten, in denen das jahr unwichtig ist, deshalb schreib ich es ja auch nicht überall vornedran… Aber vielleicht bin ich auch nur zu verpeilt um den Zusammenhang zu begreifen *g
„Die letzten Sonnenstrahlen brechen sich an der Silhouette der Großstadt und der Puls der Stadt senkt sich, als wolle sie bald schlafen gehen.“ -> schön !
„spannt seine Flügel“ -> „ihre Flügel“ weil du von der Kreatur redest und die ist nun mal weiblich. Ebenso alles was danach kommt, aus den „er“s musst du „sie“s machen
„der warmen Luft wieder nach oben tragen“ -> eben war es noch „kühle Nachtluft“
„Die Jahre machten ihn vergessen was er einmal war“ -> schön !
“Wieder stürzte er in die Tiefe“ -> stürzt
“Blitzschnell vergraben sich seine scharfen Krallen“ -> ich würde nur „graben“ schreiben, das „ver“ weglassen
„Und er wußte“ -> schon wieder kleiner Zeitsprung: „er weiß“
„er wußte: diesmal hatte“ -> „Diesmal“ groß
„Er war verwirrt.“ -> „Er ist verwirrt“
„Die junge Frau stand nur da“ -> ab hier ist ziemlich viel in Vergangenheit, was aber alles Präsens sein müsste
„Er war nicht immer dieses“ -> hier stimmt die Zeit
„Doch nun stand diese“ -> ab hier muss wieder Präsens
„sprach er zum erstenmal“ -> zum ersten Mal
Ja, ohne die Zeitfehler wäre es natürlich noch schöner zu lesen, aber schon so fesselt deine Geschichte. Sie ist schön traurig, nachdenklich und ich hab sie gerne gelesen. Mir hat sie sehr gut gefallen,
Liebe Grüße, Lanna
bluedog@gmx.info schrieb:
Hallo Lanna,
danke, das Du meine Geschichte so kritisch gelesen hast.
Den ersten Absatz bis „dessen, der Sie schrieb.“ versteh ich nicht so wirklich. Was willst du deinen Lesern damit sagen? Ich möchte damit nur auf die Geschichte einstimmen, einfach etwas Abstand schaffen von der Situation, in welcher sich der Leser eben noch befindet, bevor er sich auf meine Geschichte einläßt.
Ich mein, ich hab viele Geschichten, in denen das jahr unwichtig ist, deshalb schreib ich es ja auch nicht überall vornedran… Aber vielleicht bin ich auch nur zu verpeilt um den Zusammenhang zu begreifen *g Um das zu beurteilen, müßte ich dich kennen.
„Die letzten Sonnenstrahlen brechen sich an der Silhouette der Großstadt und der Puls der Stadt senkt sich, als wolle sie bald schlafen gehen.“ -> schön ! Freut mich, wenn dir auch mal was gefällt...
„der warmen Luft wieder nach oben tragen“ -> eben war es noch „kühle Nachtluft“ Die Luft über der Stadt ist kalt, zwischen den Häusern, weiter unten ist sie wärmer. Er nutz also die Thermik. Schonmal Nachts Motorrad gefahren, da spürst du diesen Effekt ganz deutlich wenn du in eine Stadt hineinfährst...
„Die Jahre machten ihn vergessen was er einmal war“ -> schön ! :o) Du darfst es verwenden...
“Blitzschnell vergraben sich seine scharfen Krallen“ -> ich würde nur „graben“ schreiben, das „ver“ weglassen Das ist mal ein richtig geiler Vorschlag, danke, gefällt mir sehr gut - hätte von mir sein können :o)
Mit dem Rest hast du vollkommen Recht...
CU
Blue Dog
Kommentar hinzufügen
|
 |
|
|