Die Van Helsing Chroniken-Tödlicher Fehler
von
Phate
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~+~“Es mag nicht Real sein, vielleicht wird dies auch nie Real sein. Dort oben in meinem Kopf, beflügelt durch meine Phantasie,ist dies jedoch so Real wie alles andere auch...“~+~
Manch eine Geschichte wurde geschrieben, um der Nachwelt erhalten zu bleiben. Dann wiederum gibt es Geschichten, die man möglichst schnell vergessen möchte. Schlussendlich, ja schlussendlich gibt es noch diese Mischung aus beidem. Eine Geschichte, die man nur zu gerne Vergessen würde, die allerdings zu viele Inhalte und Aspekte beinhaltet, als dass dies so einfach möglich wäre.
Dies sind Geschichten die einen fesseln, obwohl man sich so gar nicht fesseln lassen will.
Verzeiht mir, ich schweife ab...
~*~
Es war Nacht, als zwei vollkommen in schwarz gehüllte junge Männer durch die Straßen und Gassen des kleinen Ortes hasteten, der sich vor ihnen erstreckte.
Schwer prasselte der Regen hernieder, während der Wind heulte als wollte er die kleine Stadt den Erdboden gleich machen. Währenddessen sorgten zuckende und donnernde Blitze für ein unheimliches Lichtschauspiel am düsteren und verhangen Himmel, der kaum einen vernünftigen Blick auf die Sterne und den Mond bot.
Die ganze Ortschaft wirkte wie leer gefegt, leblos und geisterhaft. Einzig die hell erleuchteten Fenster in einigen Gebäuden, die mit eindringlicher Härte die Männer zu verspotten schien und ihnen die momentan verwehrte Behaglichkeit vor Augen führte, zeugte von Leben innerhalb des Ortes.
Die beiden Männer hatten es nicht eilig, dennoch waren ihre Schritte fest gesetzt und besaßen ein Ziel. Gemeinsam steuerten die Männer eine dunkle, kleine, modrige und enge Seitengasse an. Kurz bevor sie diese erreichten blieben sie stehen, blickten aus den Augenwinkeln zu den jeweils anderen und nickten fast Zeitgleich. Die beiden Gestalten setzten sich wieder in Bewegung, ihre Mienen waren Ernst und Entschlossen. Laut hallten ihre Schritte auf den unebenen Pflastersteinen wieder und schallten geisterhaft durch die Gasse, welche sie nun erreicht hatten.
Wie von Geisterhand bildetet sich ein dichter und undurchdringlicher Nebel innerhalb der Gasse. Das sehen war kaum noch möglich und selbst die Zeit schien eingefroren zu sein und still zu stehen. Eine unheimliche Aura lag über diesen ganzen Szenario.
Beide Männer rührten sich nicht. Wie erstarrt standen sie in der Gasse und versuchten ihre Umgebung so gut wie möglich zu Beobachten. Auf einmal erklang ein Tierhaftes Brüllen, gefolgt von einem seltsamen quietschenden und knirschenden Geräusch. Es klang, als würde man Metall und Knochen auf Granit schleifen. Dies war ein Geräusch, das einem die Nackenhaare aufstellen konnte. Beide Männer blieben jedoch ruhig, nur das leise rascheln ihrer Kleidung war von ihnen zu vernehmen. Mit einem mal zerbrach die Angespannte Stimmung der Situation und die Hölle schien auszubrechen. Ein schauriges Gurgeln hallte durch die Nacht und schreie erfüllten die Gasse. Ein lautes metallisches Klicken erfüllte die Gasse, bevor ein donnernder und ohrenbetäubender Lärm losbrach. Erneut erklang das Tierhafte Brüllen, diesmal klang es jedoch panisch, tödlich getroffen. Langsam ebbten die Geräusche ab, der dichte Nebel verzog sich so schnell wie er aufgetaucht war und es herrschte eine fast schon furchteinflößende Stille. Mit einem schlag hörte der säuerliche Regen auf, verstummte der Wind und klärte sich die dichte Wolkendecke am Himmel. Der Mond zerriss die Dunkelheit und tauchte die Szene, glühend wie das Auge eines Wolfs, in ein schauriges Spiel aus Licht und Schatten.
Einer der beiden Männer lag mit zerfetzten Leib und halb von den Schultern getrennten Kopf auf dem harten und unbarmherzigen Pflastersteinen. Der Geruch von Blut und Tod legte sich über die Gasse wie ein grauenhafter Schleier. Träge sickerte das dunkle und schwere Blut in den Boden, während der zweite der beiden Männer mit geschockter Miene dastand. Fassungslos starrte dieser auf den toten Körper seines Begleiters, unfähig sich selber zu rühren.
Stimmen wurden laut, erste Fenster und Türen schwangen auf, während Schritte durch die Stadt hallten. Langsam schien wieder Leben in den Ort einzukehren, Leben dass sich diesem grausigen Bild zuwenden wollte. Endlich riss sich der überlebende Mann von diesem Anblick los und verließ noch lange, bevor ihn auch nur irgendein Lebewesen sah, diesen Ort. Niemand würde je erfahren was geschehen war. Niemand würde es je nachvollziehen können. Niemand würde jemals das grauen, welches die Gasse in Besitz genommen hatte, je verstehen können und dies war auch gut so.
Was den einzigen Zeugen dieser grausigen Ereignisse betraf, nun dieser war verschwunden. Verschwunden und würde vermutlich auch niemals wieder an diesem unglückseligen Ort zurückkehren.
~*~
Irgendwann am Ende der ganzen Geschehnisse, saß Shadow mit dem Rücken zur Tür, in einen dunklen und engen Verschlag, den man ohne weiteres als Zelle bezeichnen konnte.
Die einzige Lichtquelle im Raum, war das glühende rot einer Zigarettenspitze, die einer von Shadows Vorgesetzten gehörte.
Seine Vorgesetzten waren alle der Meinung, dass man im Dunklen besser denken konnte. Man könnte sich besser darauf besinnen wer man sei, für was man kämpfte und wem man gehorsam schuldete. Er wollte sich allerdings nicht besinnen und vor allem wollte er sich nicht Erinnern.
In der Dunkelheit sah er die vergangenen Ereignisse nämlich unangenehm deutlich. Ein zerfetzter Leib, Blut, Sterbende Augen. Die Bilder rasten an seinem inneren Auge vorbei, wieder und immer wieder.
Hey!. So was geschah jeden Tag. Mitglieder der Organisation, für die er Arbeitete, starben jeden Tag. Warum war er dann nicht auch gestorben? Wieso musste er ausgerechnet derjenige sein, der überlebte? Zufall und Schicksal waren ein verdammt mieses Paar und sie waren auch verdammt miese Mitspieler.
Nach mehreren Monaten und unter vielen Kompromissen, kehrte er jedoch schlussendlich an das Licht des Tages zurück.
~*~
Was nun folgte war ein langes und erdrückendes Schweigen. Im Herzen trug er eine Schneelandschaft, mit sterbenden Bäumen.
Mehr als ein Jahr verbrachte er nun im halbdämmer der Bibliotheken und Schrifthallen. Er studierte die alten Schriften, lernte die Echtheit von Texten und Dokumenten mit geübten Blick zu erkennen. Dies wurde zu seiner eigenen kleinen Welt. Einer Welt, in der er seine schweren und düsteren Gedanken verdrängen konnte. Eine Welt, in der es keine Emotionen gab, wenn er sie nicht zulassen wollte.
Er dachte gar nicht daran, jemals wieder etwas anderes zu sein, als ein Experte für Schriften und Dokumente längst vergangener Zeiten. Dies wurde sein Lebensinhalt, nein sein Leben selbst.
Irgendwann jedoch, riss man ihn brutal aus seiner eigenen kleinen Welt. Man schubste ihn schlussendlich in die Wirklichkeit zurück, der er versucht hatte zu entfliehen. Man fragte ihn nicht nach seiner Meinung, oder ob er dies wollte. Man tat es einfach.
Es kommt halt immer anders als man denkt.
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Kommentare
klene-kitty@web.de schrieb am 2008-02-04 20:57:44:
voll die geiklen geschichten................ steh ich drauf
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