Die Zeit rennt mir davon
von
Büsra Ulucan
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Ich fuhr zur meiner Arbeitsstelle. In der Bank war zum Glück keiner mehr da und
ich konnte in Ruhe putzen. Ich beeilte mich, denn ich musste noch zu meiner zweiten Arbeitsstelle, als Bedienung in der Bar. Ich wohne in einer kleinen Wohnung und versuche mich übers Wasser zu halten. Seit ich zwei Jobs habe, habe ich kaum Zeit für meine Freizeit. Es dreht sich alles ständig um meine Arbeiten und die Miete zu bezahlen, ganz zu Schweigen von den Schulden die ich noch zu begleichen habe. Mein Leben ist zur absoluten Routine geworden. Schlafen, essen arbeiten und wieder arbeiten. Für andere Sachen habe ich keine Zeit mehr. Die Zeit rennt mir sozusagen davon. Am nächsten Tag wachte ich auf und bemerkte das ich nicht in meinem Zimmer lag. Das Zimmer war völlig weiß und ich bemerkte das ich im Krankenhaus war. Ich war ahnungslos, denn ich wusste nicht wie ich hier her kam. Das einzige an das ich mich erinnern konnte, war es das ich auf den Weg zur Arbeit war. Der Rest kommt mir Fremd vor. Vor mir stand eine Vase voller bunter Blumen. Ich hatte keinen Verdacht von wem die sein könnten. Eine Familie habe ich nicht. Meine Freunde waren meine Familie, aber die habe ich auch nicht mehr. Sie hatten kein Verständnis für meine zwei Jobs und der wenigen Zeit die ich für sie übrig hatte. Ich hielt diese Kopfschmerzen nicht mehr aus. Mir wurde übel und ich bekam Schwindelgefühle. Ein Glück lag ich im Bett. Im nächsten Moment kam auch, wie ich vermute da er ein weißen Kittel trug, der Arzt rein. Er schüttelte meine Hand, wodurch sich meine Kopfschmerzen verstärkten und stellte sich vor: “Guten Tag, mein Name ist Herr Veen. Ich bin ihr zugeteilter Arzt. Sie hatten auf den Weg zur Arbeit einen Autounfall. Ein anderer Autofahrer rutsche auf der Straße aus und fuhr direkt in ihren Auto rein.” Das war alles viel zu viele Informationen auf ein mal. Herr Veen merkte das es mir zu viel wurde und legte seine Hand auf meine Schulter um mich zu beruhigen. “Es tut mir leid ihnen das jetzt sagen zu müssen, aber sie leiden unter einer leichten Schädel-Hirn-Trauma.” Es fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hielt diese Kopfschmerzen und diese Übelkeit nicht mehr aus. Das Schwindelgefühl kam und ging immer wieder. Komischerweise war es das einzige woran ich dachte wie es den anderen Autofahrer ging. Als ich nachhackte, erzählte er mir das es ihn gut ginge und das die Blumen von ihm kamen. Ich wusste nicht was ich davon halten sollte. Ob er das nur aus Höflichkeit mir gegenüber gemacht hatte?
“Wir werden Sie noch eine Woche hier behalten. In den nächsten Tagen kann es zur Übelkeit, Schwindelanfällen, Erbrechen und Kopfschmerzen führen. Wenn sie noch einige Fragen haben, dann können Sie mich ruhig ohne Bedenken rufen.” - “Dankeschön.” Als er die Tür hinter sich schloss versuchte ich das alles zu Verdauen. Ich wollte nur noch schlafen, doch dann kam die Schwester rein. Hinter ihr war ein charmanter Mann mit Blumen in der Hand. “Sie haben besuch Frau Schentel.” Mit einem grinsen im Gesicht verschwand sie auch wieder aus dem Zimmer. “Guten Tag. Ich bin Martin.” Anscheinend der Autofahrer, der in mich rein gefahren ist. Das erkannte ich an den Blumen. Es waren dieselben die auch vor mir standen. “Freut mich.” Ich wusste nicht wie ich im Moment aussah. Ich hoffte nur nicht so furchtbar wie ich es mir vorstellte. “Ich bin der Typ, der in sie reingefahren ist.” sagte er humorvoll. “Ich wollte mich noch mal offiziell bei ihnen entschuldigen, ohne Karte und Blumen.” fuhr er fort. “Und was ist das in der Hand, das sie da haben?” Er schaute auf die Blumen und setzte ein grinsen auf. Voller stolz sagte er “Blumen!” Stunden vergangen und wir redeten immer noch, ohne fehlenden Gesprächsstoff. “Oh es ist ja schon 20 Uhr. Wie die Zeit davon rast. Vielleicht sollte ich jetzt besser gehen.” - “Ja, vielleicht.” Wir schauten uns lange und verträumt an. “Ach was ich bleibe noch!” Dieser Satz brachte mir ein strahlen aufs Gesicht. Jeden Tag kam er mich besuchen und wir vergnügten uns am Krankenhaus fraß. “Also wenn sie hier endlich raus kommen dann führe ich sie richtig zum Essen aus.” Von Tag zu Tag ging es mir besser. Meine Erinnerung war wieder vollständig da. Endlich kam der Tag an dem ich das Krankenhaus verlassen durfte. Zur Überraschung kam Martin und holte mich ab. Wir gingen tatsächlich aus, denn Zeit hatte ich endlich dafür. Durch Überredungen habe ich meinen Job als Reinigungskraft aufgegeben. Das war die beste Entscheidung die ich getroffen hatte, denn die Schulden konnte ich so langsam abarbeiten durch Martins Hilfe. Mit ihm sah die Zukunft rosig aus.
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