Die Zusammenkunft (Teil Eins)
von
Osm
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Die Zusammenkunft (Teil Eins)
Prolog
Swert da Bert beugte sich über seinen Arbeitstisch und beäugte kritisch die Pläne, die darauf lagen. Er hatte beim Bau seiner neusten Apparatur einen Fehler gemacht, dass wusste er. Er konnte ihn nur nicht finden. „Verdammt!“ rief er, schlug mit der Faust auf den Tisch und stieß sich wütend ab. Warum fand er den Fehler nicht? Was gab es schon großartiges falsch zu machen? Die Pläne waren einfach zu lesen für einen Mann von seinem Schlag. Schließlich war er der großartige Swert da Bert! Der mächtigste Zauberer von ganz Turnastra! Doch kein gewöhnlicher mächtiger Zauberer. Oh nein. Er war ein Meisterzauberer wie es ihn noch nie zuvor gegeben hatte! Und strahlend schön! Unwiderstehlich für das weibliche Geschlecht! Bezwinger der Magieverschlingenden riesen Pastinake! Schöpfer eines völlig neuen alkoholischem Getränks dessen Übergenuss keinen Kater zur Folge hatte! Befreier von unzähligen Jungfrauen! Wobei er die meisten Jungfrauen von ihrer Jungfräulichkeit befreit hatte und nur wenige vor Ungeheuern oder ähnlichem gerettet hat. Swerts Meinung von sich selbst war sehr hoch doch sie deckte sich keineswegs mit der Meinung der Bevölkerung von Turnastra. Was zum grossteil daran lag das ihn dort kaum jemand kannte. Oder das es niemanden interessierte.
Doch das war alles nur nebensächlich. Wichtig war im Augenblick nur den Apparat zum laufen zu bringen. Dass Swert die tiefsten Abgründe der verschollen geglaubten Katakomben von Itzmas gefunden und erforscht hat um an die Pläne zu gelangen. Allein dafür hätte er es schon verdient, dass die Maschine funktionierte. Aber sie tat es nicht. Und unspektakulär sah sie auch noch aus. Ein fassförmiges Etwas aus dem ein paar Schläuche hervortraten. Das war es schon. Dafür hatte Swert Jahre lang geforscht und gearbeitet. Es war zum verrückt werden.
Er umkreiste den Apparat bis er es nicht mehr aushielt und ihm einen Tritt verpasste, der das vermaledeite Ding umwarf. Swert betrachtete es voller Genugtuung als ihm plötzlich eine Idee kam. War es möglich? Konnte es sein?
Er stellte den Apparat wieder auf nur dieses mal andersherum. Sofort begann er matt zu glühen und im Inneren begann etwas zu rotieren, das den Apparat leicht zum Zittern brachte. Swert war außer sich vor Freude. Endlich würde sich die jahrelange harte Arbeit bezahlt machen!
Das Glühen wurde immer heller bis es einmal kurz extrem hell aufleuchtete
und Swert blendete. Als er wieder etwas sehen konnte erblickte er einen kleinen Pelzball, der über dem immer noch glühenden Apparat schwebte.
Swert war verwirrt. So hatte er es sich nicht vorgestellt in den Kreis der Götter aufgenommen zu werden. Denn zu nichts Anderem war der Apparat erdacht als denjenigen, der es schafft ihn zusammen zu bauen und zum Funktionieren zu bringen, zu einem Gott zu machen. Der Pelzball näherte sich Swert und betrachtete ihn skeptisch was ohne ein Gesicht oder etwas Vergleichbares
eine erstaunliche Leistung war. „So so.“ sagte der Pelzball. „Es hat also schon wieder jemand einen gebaut. Also gut.“ Seine stimme klang wenig begeistert. Viel mehr so als wollte er sagen: Ich habe einen Haufen Arbeit zu erledigen bei dem mir niemand hilft und alle anderen legen es auch noch darauf an diesen Haufen zu vergrößern. Ich bin schon reichlich in Verzug und selbst wenn mich nicht ständig Leute wie sie nerven würden hätte ich keine Chance mehr alles rechtzeitig fertig zu bekommen.
Das Folgende was er sagte klang wie ein Text den er vor langer Zeit auswendig gelernt hatte und selbst nicht mehr hören konnte.
„Im Namen aller Götter und ähnlichen Mächten gratuliere ich ihnen zu ihrem Erfolg einen GGA 400 zu konstruieren. Sie haben damit das Recht erworben ihren Antrag auf Gottgleichstellung einzureichen. Wie ihnen bekannt sein sollte müssen bei der in Betriebnahme des GGA 400 alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. Das wäre zum einen der 52323 seitige Antrag selbst, in fünffacher Ausführung, so wie ein tabellarischer Lebenslauf, ebenfalls in fünffacher Ausführung, ein Gedicht über den GGA 400 mit mindestens neun Reimen auf Senf, in einfacher Ausführung, eine eigene, vom Antragssteller selbst geschriebene, heilige Schrift mit mindestens sechs Geboten, ein Rezept für ein drei Gänge Menü für 12 Personen und ein Aufsatz zu dem Thema „Wie ich meinen Antrag auf Gottgleichstellung ganz alleine ausgefüllt habe“ mit mindestens 90000 Worten.
Wenn sie mir dann bitte die erforderlichen Unterlagen aushändigen würden?“
Swert war von dem Vortrag ziemlich verwirrt zumal er nichts von irgendwelchen erforderlichen Unterlagen gewusst hatte.
„Was?“ brachte er mühsam hervor. „Die Unterlagen. Bitte.“ Antwortete ihm der Pelzball hörbar genervt. „Ich habe keine Unterlagen…“
„Das hatte ich befürchtet.“ Unterbrach ihn der Pelzball. „Schon wieder so einer. Ihr Sterblichen glaubt immer dass alles so unkompliziert wäre. Ihr habt überhaupt keine Ahnung was es für einen Verwaltungsaufwand bedeutet einen neuen Gott auf zu nehmen. Alleine schon mein Erscheinen hier bedeutet für mich eine weitere Ewigkeit damit zu verbringen Formulare aus zu füllen.
Und ihr bringt es nie fertig diese paar Unterlagen bereit zu haben.
Aber was beklage ich mich, das hat sowieso keinen Sinn.
Ich muss sie darauf hinweisen, dass sie einen zweiten Termin für die Abgabe ihrer Unterlagen bekommen können. Allerdings erst in ihrem nächsten Leben und nur wenn sie einen neuen GGA 400 bauen.
Ich werde ihnen Ausnahmsweise den unausgefüllten Antrag zur Verfügung stellen. Wenn sie mich nun entschuldigen würden. Ich habe noch viel zu tun.“
Der Pelzball verschwand und an seiner Stelle erschien ein Berg aus Papier.
Swert hatte ein irres Grinsen auf dem Gesicht und stand kurz davor den Verstand zu verlieren. Um seine Finger sammelte sich magische Energie, die die Luft um ihn herum einwenig knistern ließ. Swert murmelte seinen mächtigste Zauber und schleuderte ihn auf den GGA 400.
Es gab eine verhältnismäßig langweilige magische Explosion, die ein kleines Loch in die Realität riss, durch das ein bewusstloser Swert da Bert fiel.
Fortsetzung folgt irgendwann…
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