Die ewige Stille-Leben in der ewigen Nacht
von
Catarina
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Die ewige Stille-Leben in der ewigen Nacht
Er rannte, mit nichts weiter als einem schmutzigen Laborkittel am Leib. Endlich, nach all den Jahren hatte er es geschafft aus der Zelle im Keller zu entkommen. Instinktiv war er nach oben gerannt. Die Sicherheitskräfte verfolgten ihn hartnäckig. Sie hatten nicht die Erlaubnis bekommen scharfe Munition zu benutzen. Sollte er ernsthaft verletzt werden, würden Köpfe rollen. „Sackgasse! Jetzt haben wir ihn!“, hörte er einen von ihnen hinter ihm sagen. Aber das stimmte nicht. Er war zwar im sechsten Geschoss, aber weder die Glasscheibe, noch der Sturz hielten ihn auf, wenn es um seine Freiheit ging. Kalt, mit ausgebreiteten Armen, sprang er aus dem Fenster, den bodenlosen Abgrund umarmend. Kein Sicherheitsmann würde diesen Sprung wagen. Und so ließ er sich von der Schwerkraft zu Boden ziehen. Der Boden rückte näher und näher. Er war froh, über die frische Luft. Jetzt konnte er sogar die Einzelheiten des Teers sehen. Er war froh, über den Regen. Krachend versanken seine nackten Füße in der Straße. Er war froh, über seine Freiheit. Das Licht von Scheinwerfern erhellte seine blassen, hageren Züge. Hupend versuchte der Fahrer ihn von der Fahrbahn zu drängen. Aber er machte keine Anstalten sich zu bewegen. Erst in letzter Sekunde machte er einen gewaltigen Sprung in die Höhe und ließ den Wagen unter sich vorüber ziehen. Er sollte jetzt von hier verschwinden, bevor es noch hell wurde. Bald würden sie ihn finden. Und das wollte Dawn nicht. „Wie konnte das nur passieren?“, fragte der General. „Wir haben nicht aufgepasst.“, sagte ein Assistent. Er stank förmlich vor Angst. „Sollte heraus kommen, dass das Ihre Schuld war, werden sie Ihres Lebens nicht mehr froh.“ Der Assistent lockerte nervös seinen Kragen. „Wie sollen wir ihn einfangen?“ „Informiert das Fernsehen und das Radio, dass wir die Schatten frei lassen.“ Dawn war in ein Geschäft eingebrochen. Mit normalen, schwarzen Klamotten würde er weniger auffallen. Ein paar Jugendliche kamen auf ihn zu. Sie bildeten einen Kreis um ihn und grinsten ihn frech an. Was wollten die? Einer grabschte nach dem Kittel und versuchte ihn Dawn zu klauen: „Der gehört jetzt mir.“ Schnell packte Dawn sein Handgelenk und brach ihn in schneller Reihenfolge die Finger. Jetzt zogen die anderen Messer und bezeichneten ihn als Spinner, bloß weil er sich gewehrt hatte. Mit seinen schnellen und gezielten Schlägen sahen die Kinder recht alt aus. „Weißt du wer ich bin?“, fragte Dawn. Seine Stimme war rau und wie das leise Wispern des Windes. „Weiß ich doch nicht!“, fragte der Jugendliche bloß, der als letzter stand und dessen Arm Dawn in der Mangel hatte. Wenn er es für nötig ansah, würde er ihn dem Jungen brechen. Was für eine Frage, wer er war. Wo hatte der Jugendliche die letzten Jahre gelebt, dass er das nicht wusste? Er log, das war eindeutig. Es konnte nicht sein, dass er nicht wusste, wer er war. Also musste Dawn dem Jungen den Arm brechen, was er dann auch sofort tat. So schnell, das es niemand bemerkte rannte er hinaus. Er sprang von einem Dach zum anderen. Wo sollte er jetzt hin? Das Militär würde ihn überall suchen. Ohne sie war das Projekt sinnlos. Milliarden von Steuergelder, umsonst ausgegeben für Experimente mit Menschen. Kaum einer hatte es geschafft. Die meisten starben, fielen dem Wahnsinn zum Opfer oder schlimmeres, nur er war als einziger übrig geblieben. Was sollte er jetzt machen? Untertauchen? Fliehen? Kämpfen? Sich rächen? All diese Experimente mit ihm, das war nicht gerade die beste Zeit seines Lebens gewesen. Wie war es nur zu all dem gekommen? Er wusste es nicht mehr. Er hörte den Schrei einer Frau. Sofort hielt er inne. Er sah nach unten und sah, wie die Frau von mehreren Gestalten umringt war. Einem Instinkt folgend, sprang er runter. Sofort machte er sich daran die Gegner Außergefecht zu setzten. Und genauso schnell, wie er wieder aufgetaucht war, verschwand er auch schon wieder in die Nacht. Ohne ein Wort. So wanderte er durch die Straßen, den Schwachen helfend. Es war ihm ein wichtiges Bedürfnis. All diese gequälten Seelen erinnerten ihn an seinen eigenen Schmerz, den er in der Zelle zurückgelassen hatte. Sie hatten so etwas nicht verdient. Hatte überhaupt jemand so etwas verdient? Er raste gerade über den Fußgängerweg, als ihm ein Fernseher in einem Schaufenster seine Aufmerksamkeit erregte. Interessiert näherte er sich dem Bildschirm. „Vor zwei Stunden ist ein gefährlicher Terrorist aus der Sicherheitsverwahrung ausgebrochen.“ Dawn staunte nicht schlecht, als sein Gesicht eingeblendet wurde. „Er gilt als äußerst gefährlich. Sollten Sie ihm begegnen meiden Sie jegliche Annäherung oder Kontakt. Er ist geistig verwirrt und schreckt nicht vor Gewalttaten zurück. Der Regierung hat veranlasst die Schatten auszusenden. Meine Damen und Herren. Wir sind hier Zeugen einer Seltenheit. Die überaus gefährlichen Schatten, sind bis dato nur einmal eingesetzt worden. Diese blutrünstigen Bluthunde werden dem Verbrecher in wenigen Minuten haben.“ Dawn wandte sich ab. Er hatte von den Schatten gehört. Ein weiteres gefährliches Regierungsprojekt. Er hatte nicht viel Zeit. Ohne Waffen würden ihm sogar seine Kräfte nicht helfen. Einsam zog er weiter durch die Straßen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schatten ihn fanden. Es musste etwas passieren. Gerade sah er, wie ein ihm unbekannter Mann, von einer Gruppe anderer Männer verfolgt wurde. Er nahm sofort die Verfolgung auf. Vor einem Supermarkt kam der Verfolgte ins Stolpern. Er überschlug sich mehrmals. Die Männer schlugen gnadenlos auf den am Bodenliegenden ein. Dawn zog einen zu sich und schlug ihn ins Gesicht. Ein Knacken verriet, dass er ihm das Nasenbein gebrochen hatte. Aus dem Augenwinkel sah er einen Teenager, der versuchte dem Kampf aus dem Weg zu gehen. „Hey du! Hol die Polizei!“, sagte er zu dem Jungen. Jemand versuchte ihm von hinten in die Kniekehlen zu treten. Dawn spürte die Attacke im Voraus und schlug ihn den Ellenbogen in die Magengrube. Der hinter ihm stöhnte vor Schmerz. Dawn wandte sich wieder dem Kampf zu. Seine Fäuste verschwammen, als sie einen Gegner erfasst hatten und auf ihn mit roher Gewalt einschlugen. Ein paar gebrochene Gliedmaßen später, sahen die Typen ein, dass sie verloren hatten und suchten ihre letzte Rettung in der Flucht. Dawn sah den Kerlen hinterher, dann wandte er sich wieder dem Mann zu, wegen dem er diese Prügelei angefangen hatte. Er half ihm hoch. „Danke, Mann.“, sagte er und schlug in Dawn ´s Hand ein. „Wow! Das war der Wahnsinn, Alter!“, schrie der Junge, der Dawn lieber auf Handy aufgenommen hatte, anstatt die Polizei anzurufen. Jetzt, wo er darüber nachdachte, war es sogar besser. Die Polizei konnte ihn eventuell identifizieren und lästige Fragen stellen. Stumm ging Dawn wieder, aber der Junge verfolgte ihn. „Wer bist du, Kumpel?“, fragte der Junge, ohne das Handy wegzulegen. „Mein Name ist Dawn. Die Nacht ist meine Mutter. Die Dunkelheit mein Vater. Und die Hölle ist mein Zuhause.“ „Alter!
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