Die kleinen Dinge des Lebens
von
Schattenwort
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Oft sind es die kleinen Dinge des Lebens, die einem die schönsten Geschichten erzählen. Der Bleistift, der in der Straßenbahn auf dem Fensterbrett liegt, zum Beispiel.
Was glaubst du, warum er hier liegt?
Ich könnte mir vorstellen, dass ein Kunststudent ihn hier vergessen hat.
Der Kunststudent fuhr das gesamte Semester mit der Straßenbahn und zeichnete die Gesichter der Menschen, zum einen zur Übung zum anderen aus Langeweile und nach den ersten Wochen, wie er so täglich zeichnet, fällt ihm ein Mädchen auf, das immer die Bahn um 16 Uhr in Richtung Innenstadt nimmt, aber zwei Stationen weiter einsteigt und drei vorher aussteigt. Auch sie wird von ihm gezeichnet. Sie ist wirklich sehr schön. So wie halt ein Mädchen schön ist, dass sie ein Künstler immer wieder zeichnen will.
Und irgendwann bemerkt sie, dass sie gezeichnet wird. Sie genießt, es von ihm beobachtet zu werden, seine Blicke.
Und wie es das Schicksal will, verliebt sich der Kunststudent in das Mädchen und sie in ihn. Jedoch kommen sie nicht zusammen, das wäre ja zu einfach.
Er ist so fasziniert von ihr, dass er sie immer wieder zeichnen will, doch begreift er nicht, was sein Herz ihm sagen will.
Und das Mädchen denkt sich, dass sie doch bescheuert sein muss, sich in ihn zu verlieben, ohne ihn zu kennen, Gefühle wird er ehe nicht für sie haben, er ist nur ein Student der die Straßenbahnfahrenden zeichnet, eigentlich ein wenig unheimlich.
Der Student nimmt inzwischen absichtlich die Straßenbahn um 16 Uhr, die Richtung Innenstadt fährt. Er zeichnet sie gerne und mal für mal werden die Bilder besser und detailreicher.
Doch inzwischen sind die Vorlesungen zu Ende und das Mädchen fährt nicht mehr mit der Bahn, anscheinend ist sie Studentin. Doch der Kunststudent fährt weiter Bahn in der Hoffnung, dass sie wieder einmal mitfährt.
So vergehen wieder Tage, er begreift inzwischen, warum er sie immer gezeichnet hat, weil sie schön ist. Und er vermisst sie nicht nur, wie ein Künstler sein Model vermissen würde, sondern wie jemand den man zu einem Teil seines Lebens haben will – einen wichtigen Teil.
Und dann nach vielleicht drei Wochen oder auch vier, in denen er immer die Bahn um 16 Uhr nimmt, gibt er es auf zu zeichnen, da er in der Hoffnung, dass sie eine Station später einsteigt, die ganze Fahrt immer die Bürgersteige beobachtet und er ehe nicht zum Zeichnen mehr kam. Er legt also den Bleistift, der nicht vielmehr als ein Stummel ist, zur Seite steigt da aus, wo er immer aussteigt. Er will gerade seinen Zeichenblock in den Müllkorb der Haltstelle schmeißen, als er hastige Schritte hinter sich hört.
Und ein Kunststudent, der immer die Fahrgäste einer Straßenbahn zeichnet, kann durchaus paranoid sein. Daher dreht er sich um und sieht einen kleinen Jungen, der ihm einen Bleistift entgegen hält, der so ist wie der, den er in der Bahn immer zum Zeichnen genutzt hat.
Der kleine Junge erzählt ihm, dass eine junge Frau ihn gebeten hat, den Stift zu geben, sie wäre angeblich immer mit der Bahn gefahren, aber seit jüngsten immer nur eine viertel Stunde später. Deswegen habe sie den Jungen gebeten, der bei ihr im Wohnhaus lebt, da er immer um diese Zeit aus dem Hort mit der gleichen Bahn kam, das nächste Mal dem jungen Mann, der immer zeichnet, diesen Stift zu geben und ihn zu beten, die Bahn eine viertel Stunde später zu nehmen.
Am nächsten Tag hat er sie zu einem Kaffee eingeladen.
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Kommentare
xyz schrieb am 2010-11-15 19:31:30:
coole geschichte!!
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