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Kategorien > Trauriges > Tod

Die letzte Reise

von Illeas

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Noch immer liege ich im kleinen, kanuartigen Holzboot. Der Fluss, der Ilatrâs, ist ruhig und geschmeidig schneidet der Bug seichte Linien ins Wasser. Träumerisch fliessen klare Tropfen die Planken links und rechts von mir hinab und noch immer spiegeln die Pfützen im Boot das wolkenverhangene Himmelszelt. Die Sonne findet durch die grauen Berge des Unwetters kein Durchkommen und vereinzelt prasseln die letzten Zeugen des Regens auf die nasse Landschaft. Wunderschön zerspringen die Regentropfen auf dem glatten Wasser und hinterlassen ringförmige Wellen, welche an mein Boot preschen. Ein Kind des Regens fällt mir sogar aufs Gesicht. Langsam und stöhnend läuft es mir über die Wange - doch ich spüre weder die Feuchtigkeit, noch ein Kitzeln oder gar Kälte. Wie eine Ewigkeit erscheint mir der Weg des Tropfens. Genau wie meine Reise.

Der aufkommende Ostwind lässt mich schneller vorwärts kommen und der Sog meines Schiffleins dehnt sich hinter mir immer weiter aus. Auch die Wolken bewegen sich allmählich zügiger.
Noch immer liege ich auf dem Rücken, meine Hände über dem Schwertgriff meiner edlen Klinge gefaltet. Trotzdem erkenne ich über den Bootsrand hinweg das Ufer. Zu meiner Rechten ragen kleinere Felswände gefährlich über den Fluss. Die Klippen sind steil und schroff. Nur ab und zu bringen einige moosbewachsene Flächen Farbe ins triste Grau. Auch im Wasser selbst strecken spitze Steine ihre scharfen Kanten aus den Tiefen und Untiefen des Flusses. Einige Wasserranken haben sich über Jahrhunderte hinweg ihren verworrenen Weg durch den Flusslauf gesucht und scheinen noch lange nicht am Ende ihrer Reise zu sein. Man spürt förmlich, wie sie nach mehr Platz, mehr Macht und mehr Leben lechzen.

Rechts strandet das Wasser still und heimlich auf den grobkörnigen Sandboden. Einige Laubblätter werden von den Wellen immer wieder in den Fluss gezogen und gleich darauf drehen sie wieder um. Auch kleinere Holzstücke wurden angeschwemmt- der schwache Wasserlauf vermag sie jedoch nicht mehr zu tragen.
Etwas weiter im Innern des Landes befindet sich ein kleines Waldstück voller Laubbäume - einen Grossteil ihrer Blätterpracht haben sie jedoch schon dem Herbst geopfert. Mir scheint es, als sei nichts für die Ewigkeit bestimmt...

Auch mein Ende ist es. Durch den Tod selbst wurde ich in einem Kanu "begraben" und noch immer befinde ich mich auf der letzten Reise ins Jenseits - wann werde ich es endlich erreichen?

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Kommentare

Lexa schrieb am 2007-01-07 20:00:00:
Eine wunderschön anmutend sollende Geschichte, die sich durch krasse Gegensätzlichkeiten verzerrt und sich der Harmonie des letzten "Ganges" beraubt. In eine seicht dahinplätschernde Geschichte gehören keine Verben wie "prasseln , zerspringen, preschen...", Subjektive wie "Sog, Felswände und Klippen..." oder Adjektive wie " gefährlich, steil und schroff oder grobkörnig". Du solltest sie nochmal überarbeiten, weil sie sehr schön ist. "Das Kind des
Regens" - ein wunderschöner Neologismus. Du stellst dem Tod auch gleichzeitig mehrmals das Leben gegenüber,
sher gekonnt sogar. Z.B. mit dem 'umkehrenden' Laub, oder den Wasserranken. Du hast Talent, weiterso. LG Lexa

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