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Kategorien > Traumzeit > Schamanische Reisen

Die leuchtenden Wälder

von Anariel, die Nomadin

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Die leuchtenden Wälder


Ich mach es mir bequem, Kerzenschein. Kopfhörer auf, die mit Infrarot. Sie sind gut. Denn dadurch kann ich die Musik richtig laut machen und stör niemanden. Die Musik schneidet mich von der Welt ab, so geht es leichter.
Ich zünde etwas Räucherwerk an und mache die Musik an. Instrumental-Musik.
Dann schließ ich die Augen.

Zuerst ist gar nichts da. Nur die Musik, dann kommen die Lichtblitze.
Die Musik fängt an mich zu tragen, Rhythmus und Melodie!
Langsam kommen die ersten Bilder, unscharf und nur kurz aufblitzend. Dann reihen sie sich, werden klarer.
ich verlasse meinen Körper, irgendwie.
Mein Geist geht auf reisen.

Durch dichten Nebel muss ich wandern....... es ist still hier. Dann erkenne ich Schemen und werde immer mehr von pulsierenden grünen Licht umgeben.

Der Nebel lichtet sich langsam und ich erblicke zum ersten mal klar, die leuchtenden Wälder.
Meine Begleiter warten schon.
Wie immer die Wölfin und diesmal auch der Hirsch.
Mit ihnen zusammen betrete ich den Wald.

Mein Blick hat sich nun ganz geklärt. Licht flutet durch Baumkronen, dichtbelaubt. Die Bäume sind uralt, älter als alles was ich bisher sah. Knorrig und stark und mächtig stehen sie. Das Licht vergoldet sie. Und aus ihrem Inneren scheinen sie ganz sachte selbst zu leuchtend.
Die Wölfin übernimmt die Führung und meine anderen Sinne erwachen. Ich höre die Vogelstimmen, deren Verursacher unsichtbar sind im Dichtem Laubwerk. Der Boden ist angenehm weich, federnd. Der Geruch ist so intensiv, intensiver als ich je erlebte. Ich kann ihn regelrecht schmecken.
Ich möchte am liebsten tanzen, springen, ins Moos fallen lassen! Geborgenheit und Glück umhüllen mich. Es ist warm. Hier brauch ich keine Schuhe.

Meine Reise hat erst begonnen.

Meine Begleiter führen mich tiefer in den Wald hinein. Vorbei am Wasserquell, an der uralten Eiche, an Beerenbüschen. Über dickes Moosgepolster geht es weiter, wir folgen den unsichtbaren Pfaden. Das grünflirrende Licht fleckt den satten Boden. So wandern wir dahin.

Irgendwann entdecke ich ein pulsierendes goldgrünes Licht. Es scheint hinter uralten Bäumen hervor, und mutet mir an wie ein Herzschlag.
Langsam gehe ich weiter. Vorbei an Bäumen, so hohe habe ich noch nie gesehen. Ihre Wipfel, ich kann sie nicht mehr sehen. Ich höre den Adler rufen.

Und dann trete ich auf eine Lichtung hinaus. Still ist es hier, das Licht es kommt von hier.

Mitten auf der Lichtung steht ein riesiger Baum. Sein Stamm ist so dick, nicht mal einhundert Männer könnten ihn zusammen umfassen. Unvorstellbar weit geht es hinauf. Der Wipfel verschwindet in den Wolken! Das pulsierende Leuchten geht von diesem Baum aus. Er ist das Herz der leuchtenden Wälder und er singt!
Und dann spricht das Herz der leuchtenden Wälder mich an und erzählt mir manches.

Was, das werde ich hier nicht offenbaren. Nur für mich war es bestimmt.

Irgendwann kehre ich zurück durch den Wald, vorbei am Wasserquell und an der alten Eiche. Zurück in den Nebel und von dort aus zurück in meinen Körper.
Die Musik, die mich eben noch fortgetragen hat, trägt mich nun zurück.
Ich öffne die Augen.

Irgendwo im Hintergrund, im Unterbewusstsein wälzt sich die Wölfin glücklich im Gras und lacht ihr wölfisches Lachen.
Auch jetzt, genau jetzt lacht sie.


Anariel August´05

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Kommentare

Anariel schrieb am 2006-12-06 21:09:29:
Hallo Soltberg,

was freu ich mich über deinen Kommentar.
Hmm...ich male unheimlich gerne mit Worten, nun jedenfalls versuch ich es.
Aber Du malst doch auch mit Worten und das nicht schlecht. Deine "Wortbilder" erinnern mich immer an Rojo. Den Künstler kennst Du sicher, oder? Einer meiner absoluten Lieblingskünstler.

Und nu geh ich Deinen Western lesen.

Mit liebem Gruße
Anariel
Dr.Soltberg schrieb am 2006-12-01 23:45:15:
Einfach wow.
Sollte ich einmal so weit kommen wie du, habe ich meinn Ziel erreicht.
Ich werde auch mal deine Drachentochter Geschichten lesen.
Es ist einfach traumhaft. Alles von dir wirkt wie ein Gemälde oder ein Traum.
In meinen Bildern spiegelt sich nur der Wahnsinn wieder.
Aber ich find deine Werke so unglaublich. Ich aknn es nicht formulieren.
Jede Seele auf dieser Seite ist einzigartig, aber die meisten sind bei weitem nicht so ausgereift wie deine.
In diesem Sinne.
Alles Gute!!!

Dr.Soltberg

Astoria schrieb am 2006-11-10 20:35:52:
Hey, sehr schön geschrieben, toller Stil *Hut abnehm* Deine Geschichteansich gefällt mir auch sehr. Hoffe mehr von dir zu hören!!

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