Die neun Drachenreiter - 1.Kapitel
von
Kaktus
1
2
Eine verhängnisvolle Begegnung
(Kapitel I: Die neun Drachenreiter)
Die letzten Sterne verabschiedeten sich gerade vom nachtschwarzen Himmelszelt, als Alexandría leise durch den Nordkorridor schlich und ihre schwarzgekleidete Gestalt in dem dunklen Schatten der Korridore verschwand.
Ihr Ziel war der Eichenwald, der 5 Meilen von ihrem Elternhaus entfernt lag und obwohl ihr Vater ihr verboten hatte, dass Haus zu verlassen, wollte sie unbedingt das Weidenfest besuchen, dass gerade zu legendär war.
Zu diesem Fest trafen sich die umliegenden Dörfer und feierten die erste Ankunft eines Drachen in Tamen und seine legendäre Begegnung mit einem Waldgeist, dessen zu Hause eine uralte Trauerweide gewesen war. Der Drache hatte versucht die Weide zu fressen und hatte dabei den kleinen Bewohner übersehen, der ihn aus Wut, versuchte zu verfluchen. Doch die mächtige Magie des Drachen bewahrte ihn vor schaden und seit dem sind Drachen und Waldgeister mit einander verbunden, so das jeder Drache weiß, wo sich ein Waldgeist befindet und umgedreht genau so.
Alexandría konnte mit Mühe ein lautes Prusten unterdrücken, war dies doch ihre Lieblingsgeschichte und das Weidenfest einer der wichtigsten Tage in ihren Leben.
Doch seit dem ihr Vater zum Tharn von Estarien berufen wurde, durfte Alexandría die Feste der Dörfer nicht mehr besuchen, da diese nur vom einfachen Pöbel besucht wurden und es als unschicklich angesehen wurde, wenn Adlige sich mit dem Pöbel abgaben.
Aber Alexandría kümmerte dies herzlich wenig, waren doch alle ihre Freunde Mitglieder eines niederen Standes.
Unbemerkt erreichte sie endlich den uralten Wandteppich, auf dem die Familienbande und das Familienwappen zu sehen waren. Das sie sein Geheimnis kannte wußte niemand außer ihr Diener Lorin, dem das temperamentvolle Wesen seines Schützlings mächtig auf den Magen schlug.
Nur seiner Leidenschaft für den gräfischen Weinkeller, hatte sie es zu verdanken, daß sie heute dieses Fest besuchen konnte und bei den Gedanken konnte sie sich das Grinsen nicht mehr verkneifen.
* * *
Ein kühler Wind umspielte die dunkle Gestalt Tarons und fröstelnd zog er sich den pelzbesetzten Mantel enger um die schmalen Schulter.
Er war einer der besten Freunde Alexandrías und obwohl ihre Freundschaft immer von der Tatsache überschattet wurde, dass sie die Tochter eines Tharn ist und er nur der Sohn eines Lehenritters, behandelte sie ihn wie einen ebenbürtigen Menschen.
Überhaupt machte sie zwischen den Ständen keine unterschiede, solange sie ihre Freiheit nicht einschränkte und genau das war das Problem an der ganzen Sache.
Sie hatte im Winter ihr 16.Lebenesjahr erreicht und war damit nun reif genug, um die Ehefrau eines Tharn zu werden, doch zum leid Wesen ihres Vaters hatte Alexandría beschlossen lieber eine unabhängige Tharn zu werden, denn einen anderen Erben gab es nicht.
Auf seinem blassen Gesicht erschien ein sanftes Lächeln und als er endlich das quietschen einer eingerosteten Tür hörte, fiel ein Teil der Sorgen von ihm ab, die sich ihm bei allen nächtlichen Ausflügen stellten.
Vor ihm tauchte eine dunkle Gestalt auf, die komplett in grün und braun gekleidet war. Sie trug eine erdbraune Hose und darüber ein waldgrünes Kampfwams, welches durch einen dunkelbraunen Gürtel eng am Körper an lag.Die Beine steckten in dunkelgrünen Wildlederstiefeln, die mit Stickerein verziert waren und verschiedene Fabelwesen zeigten.
Wegen der Kapuze des dunklen Reisemantels, konnte Taron das Gesicht der Gestalt nicht erkennen, doch der Gang und die tänzelnden Bewegungen kannte er nur von einer Person.
„Du kommst spät heute, gab es Problem?“, die dunkle Gestalt wandte sich zu ihm und schob die Kapuze zurück und ihre Augen blitzten, als Alexandría Taron erkannte.
Normalerweise holte sie immer Jorun, der ältere Bruder Tarons ab.
„Nicht in dieser Nacht. Oder glaubst du wirklich jemand stellt sich mir in den Weg?“, die Frage war mehr als sie zu sein schien, wußte doch jeder das Alexandrías trotzige Art ihren Vater jedes mal zu Weißglut trieb und so hatten sich die Bewohner Estariens in zwei Lager geteilt, wobei die Seite Alexandrías überwiegend von den Jüngeren und Bauern unterstützt wurde.
Alexandría hatte nie kritisiert das sie geboren worden war, aber die Teilung der Bevölkerung in Stände und die Verdonnerung durch ihr Geschlecht, hatte in ihr den Wunsch geweckt, diese Mißstände zu ändern und obwohl sie gerade erst mal 16 Sommer erlebt hatte, hatte sie schon mehr Feinde und Erfahrung im Umgang mit der Politik als die meisten Tharn.
„Nein, aber laß uns beeilen, wir sind spät dran und wenn wir die Weihung nicht verpassen wollen müssen wir uns beeilen. Dort treffen wir auch die anderen.“, ohne auf eine Antwort zu warten, folgte Taron einen unauffälligen Trampelpfad, der auf eine kleine Lichtung führte, wo schon 2 rassige Pferde warteten, die nervös auf der Stelle stauchten und erst beim näher kommen der beiden Gestalten ruhiger wurden.
Die beiden Reiter verschmelzten mit der Dunkelheit und als sie beiden ihren Pferden die Sporen gaben, wirkten sie mehr wie dunkle Schatten denn wie lebenden Menschen.
* * *
Das Feuer war schon runtergebrannt, als endlich auch der letzte Platz an der langen Tafel besetzt war.
Die Männer, die alle an die 50 Sommer alt waren, wirkten müde und einige waren so schmutzig, daß man ihnen die lange Reise ansah.
„Nun denn, wie ich sehe, sind wir endlich vollzählig.“, der Sprecher hatte sich erhoben und begrüßte seine Gäste feierlich.
Die Kleidung des Mannes war fein und mit aufwendigen Verzierungen überseht. Das Schwert, welches an seiner Hüfte befestigt war, war mit verschiedenen Edelsteinen besetzt und die verschiedenen Runen auf der Klinge, ließen seine ruhmreiche Herkunft erkennen.
„Vor 250 Sommern hatten sich unsere Ahnen genau an dem gleichen Ort versammelt und den gleichen Schwur wie wir geleistet. Sie schworen auf das mächtige Feuer des großen Taí´haijn, welcher der erste des Drachenvolkes war, der Faíland betrat und der den entscheidenden Schritt für die Befreiung Faílands machte. Ihm haben es die Völker Faílands zu verdanken, daß sie frei und selbstständig sind und nicht unter der Knechtschaft des dunklen Volkes stehen. Und dennoch war der Orden des ewigen Feuers gezwungen in den Untergrund zu gehen und uns so vor dem Neid, dem Hass und vor Verrat zu schützen.
Seit dem hat sich viel verändert und wir wurden verraten, mehrere Male und dennoch haben wir nie aufgegeben und heute kann ich euch sagen. Es war nicht um sonst.
Wir haben einen Gast.“, die Anwesend, die jedem Wort andächtig gelauscht hatten, blickten den Sprecher nach diesen Worten erstaunt an.
Sollte das lange warten endlich ein Ende haben und der Auserwählte gefunden worden sein?
Das aufgeregte Getuschel verstummte als sich die schwere Eichentür lautlos öffnete und eine kleine Gestalt, ganz in schwarz gehüllt, betrat den Raum.
Sie reichte dem Sprecher nicht einmal bis zu Brust und die Gestalt wirkte zart und zerbrechlich, so als
1
2
Kommentare
JarodWolf@hotmail.de schrieb am 2006-10-29 14:10:43:
Liest sich extrem gut ich werd die seite hier jetzt öfters besuchen um nach neuen werken von dir zu gucken
so noch nen lieben gruß danieder leg bis bald^^
Jarod Wolf schrieb am 2006-10-29 14:07:49:
wow du schreibst extrem gut muss ich sagen (naja ok ich schreibe)
man kann sich richtig schön in deine geschichte hinein versetzen
kaktus schrieb am 2006-09-12 16:36:48:
ok, meld mich auch mal wieder an der fortsetzung wird übrigens schon fleißig gearbeitet ^^
mfg kaktus
Araf schrieb am 2006-07-04 14:52:58:
Diese Geschichte ist echt gut, also schreib sie bitte
noch weiter, ja? Ich warte auf eine forsetzung!!!
Das Zwerg schrieb am 2006-05-22 17:47:46:
tolle story, ich wurde richtig in eine andere welt entführt, schreib weiter, ich werd ein treuer leser:o)
Kaktus schrieb am 2006-05-17 14:30:30:
Also, eigentlich wollt ich ja vorne weg schreiben, dass die beiden geschichten nur gering etwas mit einander zu tuen haben. die drachenreiter sind also eine eigene abgeschlossene.
aber was genau hat den gefällt, ich vermut mal die aktion, liegt aba daran das sich erst alles entwickeln muss *gg*
zu den begriffen: Feuerlunge - drache; Kampfzwerge sind in wirklichkeit Elfen mit ´f´ (der unterschied wird später noch geklärt.) bei weiteren fragen, einfach melden, gern auch per web: dragonlover_alex@gmx.net
Minni Schnucki schrieb am 2006-05-15 15:06:53:
Sehr interessant deine Geschichte, aber ich habe da etwas vermisst, das deine erste Geschichte ,,Ein neuer Anfang" enthielt. Von der Idee her fand ich sie aba super.
Manchmal ist es schwer deiner Geschichte zu folgen, weil da oft Begriffe vorkommen, die der Leser nicht bekannt sind. Zum Beispiel: Feuerlungen.
MfG,
Minni.
Kommentar hinzufügen