Die rote Bank
von
Alucard
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Es war still. Nichts rührte sich. Nur ein paar Vögel zwitscherten. Und in dieser Stille regte sich der kleine Mann. Er saß auf seiner roten Bank im Park. ER kam oft hier her. Meistens morgens. Und dann, in diesen Minuten auf der kleinen, roten Bank, dachte er daran, wie es wäre, wenn er nicht diesen genetischen Defekt hätte. Früher in der Grundschule war er immer einer der Größten. Doch seit seinem zehnten Lebensjahr hörte er auf zu wachsen. Der Arzt stellte einen genetischen Defekt fest. Seit diesem Julimorgen veränderte sich sein Leben. In der Schule wurde er gemobbt, es war schwer eine geeignete Arbeitsstelle zu finden und seine Kleidung musste er in der Kinderabteilung des Karstadts besorgen. Sein Leben war schrecklich. Nur die Augenblicke auf der kleinen, roten Bank waren noch schöne Augenblicke. Diese Minuten gaben ihm Mut den Tag durchzuhalten. Jeden Morgen kam er, bekümmert, zur Bank, verließ sie aber mit einem Lachen. „Ja, die Augenblicke auf der kleinen, roten Bank, mitten im Park!“
Wenn der kleine Mann einige Stunden später gekommen wäre, hätte er einen Mann gesehen, der ebenfalls jeden Mittag zur selben Bank kam. Dieser Mann hat sein Leben auch nur in Trauer verbracht, bis er die kleine, rote Bank fand. Er war 2, 29 Meter groß. Und genau das war sein Problem. In der Grundschule war der große Mann immer der kleinste gewesen. Es hatte ihn nie gestört. Doch seit der Zeit, als er auf das Gymnasium kam, wuchs er. Der große Mann wuchs und wuchs und kein Arzt wusste Rat. Er hasste seine Größe. Wenn er durch die Straßen der Großstadt schlenderte und den gelben Straßenbahnen zusah, merkte er, wie die Leute ihn angafften und hinter seinem Rücken her lästerten. Nur die Augenblicke auf der roten Bank waren noch gute Augenblicke, in denen er sich vorstellte kleiner zu sein. Und eines Mittags schlief er auf der kleinen, roten Bank ein.
Er wurde unsanft geweckt. Als der große Mann die Augen öffnete sah er einen kleinen Mann. Dieser fing an zu murren: „Hey, mach dich nicht so breit. Es gibt auch noch andere Menschen die sich auf diese Bank setzen wollen!!!“
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Kommentare
Juuulie schrieb am 2007-04-04 18:16:16:
Hey wo du so viele nette Kommentare zu meinen Geschichten u.ä. geschrieben hast, wollt ich mir doch auchmal was von dir angucken gg.
Ich find, dass das ne tolle Idee für die Geschichte ist mit den 2 Männern...ich kann das nicht wirklich beschreiben, aber ich glaube, dass es gerade dieser Gegensatz ist, der den Leser berührt (mich auch irgendwie) und dass die geschichte auch irgendwo ne versteckte Moral hat....
War auf jeden Fall schön zu lesen!
Alucard schrieb am 2006-09-12 13:11:19:
Mach ich doch sowieso immer bei einer so charmanten und vor allem aufmerksamen Leserin meiner bescheidenen Kunst. Ja, du hast mich erwischt. mitten in den Kopf. Ich würde aber eher sagen mir hat es ein werter Herr mit einem roten hut und einem roten langen Manter erzählt ^^
Gruß Alucard
Demeter schrieb am 2006-09-10 19:46:51:
Voll süß, die Story!! Am Ende hab ich breitgrinsend vor meinem Compi gesessen...
Übrigens, glaub ich zu wissen, was es mit deinem Namen auf sich hat. Bist du selbst drauf gekommen oder hat dir eine gewisse Lady Integra Wingates H... dazu verholfen? Falls du das liest, schreib mir bitte eine Antwort unter meine
Texte.
Danke, Demeter.
Katana schrieb am 2006-09-08 15:13:23:
jo kann man lassen, nett und wirklich kurz nicht zu anstrengend.
Lou schrieb am 2006-09-07 20:51:07:
Interessant geschrieben und wie RisingSun schon meinte, wirklich mal eine Kurzgeschichte. Auch sprachlich sehr gut
rübergebracht! Weiter so!
snoof schrieb am 2006-09-06 17:05:11:
also ich find die geschichte auch sehr nett...sie berührt den leser, naja zumindest mich ;p echt gelungen...
RisingSun schrieb am 2006-09-04 19:10:49:
Sehr nett! Und eine der ersten Geschichten, die ich hier gelesen habe, die wirklich eine Kurzgeschichte ist.
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