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Kategorien > Liebe > Traurig

Die schöne Nacht

von Hava

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Dem Lächeln eines Kindes gleich war ihre Schönheit. Aus leuchtenden Elfenbein geschmiedet ihre Haut. Eine dunkle Schönheit wie die sternenbesetzte Nacht besaßen ihre Augen. Die vollen Lippen kirschrot, leicht geöffnet, versprachen leidenschaftliche Küsse. Glänzend schwarze Haare, kostbar wie Gold, fielen ihr bis in den Rücken. Reizvolle Rundungen zeichneten sich unter dem Stoff ihres Nachthemdes ab, dass sich wegen dem Wind an ihren Körper presste. Wie eine Fee aus den erzählenden Märchen stand sie an den Klippen. Ihre Unrisse zeichneten sich klar ab in der dunklen, sternenbesetzten Nacht. Vielleicht war es auch ihre Gemeinsamkeit mit der Nacht, die sie immer wieder Nachts zu den Klippen trieb. Sie stand immer mit dem Rücken zu ihm, so sah er die, für die Nacht typische Leere in ihren Augen nicht und bildete sich ein, sie würde nur die Schönheit der Nacht und des Meeres genießen. Dies schien ihm logisch, denn ihre und die Schönheit der Nacht passten zusammen. Er beobachte sie seit Tagen. Seit Tagen ging sie zu später Stunde zu den Klippen und seit Tagen lief er ihr jedes Mal nach und traute sich seit Tagen nicht sie einmal anzusprechen. Ihm fehlte der Mut sie anzusprechen. Was wenn sie ihn nicht hören würde oder wollte, was wenn sie ihn abwies, ihn angewidert wegstoßen würde, denn im Gegensatz zu ihr war er so schön wie sein Esel. Er könnte es nicht ertragen von ihr abgewiesen zu werden.
Da er sie nie ansprach, konnte er auch nicht wissen, dass sie nicht jede Nacht zu den Klippen ging um irgendeine Schönheit zu genießen oder zur Ruhe zu kommen, sie ging jede Nacht zu den Klippen, um sich hinab zu stürzen. Doch jede Nacht schaffte sie es nicht. Anfangs schaffte sie es aus Feigheit nicht, obwohl sie sich schon längst vorgenommen hatte ihr Leben zu beenden. Später, seit sie wusste, dass er sie zu den Klippen verfolgte, wartete sie jedes Mal darauf, dass er sie ansprechen und ihr wieder einen Sinn im Leben geben würde. Doch jedes Mal wurde sie enttäuscht von ihm, aber sie wollte ihm immer wieder eine zweite, dritte, vierte Chance geben, und somit auch dem Leben selbst. Heute wartete sie schon wieder darauf, dass er sie ansprechen würde. Heute er rang schon wieder mit sich selbst, doch seine Angst gewann wieder einmal. Er konnte es ja nicht wissen. Er konnte nicht wissen, dass sie auf ihn wartete, schon seit tagen, ja eigentlich wusste, dass er sie beobachtete. Er konnte deshalb auch nicht wissen, dass Heute seine letzte Chance war. Als er sie wieder nicht ansprechen wollte, drehte sie sich zu ihm um, sah ihn mit ihren wunderschönen Augen tieftraurig an. Sein Herz hörte auf zu schlagen, als sie ihm in die Augen sah. In seinem geschockten Zustand realisierte er gar nicht, dass sie sich wieder umgedreht hatte. Mit einem letzten Seufzer lies sie sich fallen.

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Kommentare

potter schrieb am 2008-01-07 19:13:42:
mann o man! wirklich gut geschrieben. willst du nicht mehr schreiben, ich will nähmlich mehr von dir hören^^
grus h.p
Alina schrieb am 2007-11-25 20:40:37:
Wow...ganz schön heftig!!!Aber aufjedenfall richtig schön beschrieben!

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