Die sechs Freunde
von
Franzi
1
2
Die sechs Freunde
Audrey und Michelle, auch Shelley genannt, stiegen aus dem Wagen und sahen sich um. �Verdammt, hier ist ja noch gar keiner�!�, fluchte Audrey, �Dabei sind wir extra später losgefahren, um als letztes hier anzukommen�� Michelle seufzte. �Na ja, wir können es uns in der Hütte ja schon mal bequem machen.� Sie packten ihre Sachen aus dem Wagen und trugen sie in ihre Hütte. �Mann, irgendwie ist�s hier ganz schön gruselig: so ruhig und einsam�� � �Audrey, nun erzähl nicht so�n Quatsch! Genauso war�s hier die letzten Jahre auch!� Audrey schnaufte und machte sich daran, den Inhalt ihre Koffer in dem Schrank zu verstauen. Shelley half ihr dabei und anschließend packten sie ihre Koffer aus. �Du, ich geh noch mal kurz zum Auto. Ich hab vergessen die Schlüssel zu ziehen.�, sagte Shelley. �Okay.�, antwortete Audrey und packte weiter fleißig aus. Sie war schon im Bad angelangt und war dabei, die ganzen Pflegesachen zu ordnen, als sie Shelley schreien hörte. Sie lief sofort nach draußen. �Shelley, was - Wo ist der Wagen?!�, fragte sie aufgebracht. Shelley wollte ihr antworten, doch sie brachte nur ein Krächzen heraus, was sich für Audrey wie ein �weg� anhörte. �Scheiße, war das nicht der Wagen deines Dads?�, fragte Audrey nun etwas ruhiger. Shelley nickte nur. �Warte hier draußen, falls die anderen kommen. Ich gehe rein und rufe die Polizei.�, befahl Audrey und verschwand wieder im Haus. Shelley war vollkommen durch den Wind. Wer zum Teufel klaute auf diesem verlassenen Stückchen Erde denn einen Wagen? Sie hatte hier niemanden gesehen. Plötzlich hörte sie Schritte hinter sich. �Die Leitung ist tot.�, teilte Audrey Shelley mit. �Na super. Und ich Idiotin habe extra mein Handy zu Hause gelassen!�, schimpfte Shelley und trat gegen einen Stein. �Wo bleiben eigentlich die anderen?! Es ist schon später Nachmittag und die sind immer noch nicht hier!� Audrey zuckte mit den Schultern und antwortete: �Vielleicht sollten wir runter ins Dorf gehen und jemanden suchen, der uns helfen kann.� � �Nein, unten werden die Leitungen auch tot sein. Wir bleiben hier und warten auf die anderen.�, beschloss Shelley und schüttelte den Kopf. �Mein Dad wird mir den Kopf abreißen��, murmelte sie vor sich hin. Audrey ging zurück in die Hütte. �Ich werde das Abendessen schon mal vorbereiten. Die anderen werden sich freuen was zu Essen zu bekommen, sobald sie hier sind�� Shelley setzte sich auf die unterste Stufe der Verandatreppe und legte ihren Kopf zwischen die Hände. Sie hatte gleich so�n komisches Gefühl gehabt, als sie und Audrey sich auf den Weg hierher gemacht hatten. Shelley war vollkommen gedankenversunken, sodass sie die Gestalten zwischen den Bäumen erst nicht bemerkte. Doch als sie plötzlich Stimmen vernahm, schrak sie hoch. Die Gestalten kamen immer näher und Shelley war hin und hergerissen zwischen ihrer Angst vor eventuellen Dieben, die auch ihr Auto hatten klauen können, und ihrer Freude über Hilfe. Schließlich siegte ihre Freude und sie lief auf die Gestalten zu. Sie konnte sie schon zählen; es waren vier. Schließlich konnte sie die Gestalten auch erkennen und stieß erleichtert einen Seufzer aus. �Bin ich froh, dass ihr endlich da seid! Mein Wagen wurde geklaut und die Leitungen sind tot!� Sie fiel ihren Freunden, Jonah, Andy, Sandra und Ryan, um den Hals. �Warum seid ihr eigentlich zu Fuß durch den Wald gekommen?�, fragte Shelley und löste sich von Sandra. Jonah räusperte sich: �Nun, unser Wagen hatte �n Platten und so mussten wir laufen. Der Wagen war ausgerechnet im Wald liegengeblieben, sodass wir alle froh waren, dort wegzukommen.� Shelley lächelte. �Und jetzt müsst ihr erfahren, dass es hier auch nicht so toll ist� Na ja, aber jetzt lasst uns erst mal in die Hütte gehen; Audrey bereitet schon das Abendessen vor.� Sie machten sich auf den Weg und erzählten fröhlich. Doch als sie bei der Hütte ankamen, schrie Shelley, die als erste die Hütte betrat, schrill auf. Am Boden lag Audrey in einer riesigen Blutlache mit einem Messer in der Brust. Sie hatte ihre Augen vor entsetzen weit aufgerissen, doch diese starrten nur noch ins Leere. Ryan nahm Shelley in den Arm und führte sie hinaus. Jonah, Andy und Sandra warteten draußen. �Was ist los, Mann?!�, fragte Andy hitzig von Shelleys Schrei. �Audrey ist tot. Sie liegt erstochen in der Küche��, antwortete Ryan und tröstete Shelley nebenbei sorgsam. �Oh Gott, wenn ich daran denke, dass ich vor nicht mal mehr �ner halben Stunde mit ihr gesprochen hab!!!�, murmelte sie und schluchzte auf. Andy übernahm schließlich das Wort. �Ich denke, wir sollten sofort ins Dorf gehen und Hilfe holen.� Jonah nickte und fügte hinzu: �Ich gehe mit Shelley und Sandra ins Dorf und ihr anderen beiden bleibt hier oben und�. na ja� räumt ein bisschen auf�� Ryan löste Shelley von sich und sagte: �Gut. Aber passt auf euch auf. Es wird langsam dunkel.� Shelley sah zu Himmel und bemerkte, dass die Sonne schon fast untergegangen war. Nun räusperte sie sich und sagte: �Falls wir bis zum Morgen nicht zurück sein sollten, verschwindet sofort von hier, ja?� Ryan nickte, umarmte sie noch einmal und flüsterte: �Passt auf euch auf.� Nun zogen Jonah, Sandra und Shelley los in den Wald. Sie mussten ihn durchqueren, um zum Dorf zu gelangen. Schweigend stapften sie nebeneinander her.
Andy klopfte Ryan auf die Schulter und sagte: �Komm, lass uns anfangen.� Sie traten in die Hütte und trugen Audrey zunächst in einer Wolldecke hinaus und legten sie vorsichtig vor die Verandatreppe. Dann begannen sie, die Blutlache zu entfernen. Die meiste Zeit schwiegen sie und redeten nur, wenn es um sachliche Dinge ging. Ryan war das auch ganz Recht so, denn er dachte ohnehin nur an Shelley und daran, dass ihr hoffentlich nichts passierte.
�Shelley, sag mal, wie war das vorhin eigentlich mit deinem Wagen?�, fragte Jonah, um das Schweigen zu brechen. Shelley seufzte und antwortete: �Audrey und ich haben unsere Sachen ausgepackt und als ich rausging, war mein Auto weg. Sie wollte die Polizei rufen, aber die Leitung war tot. Und dann seid ihr gekommen.� Jonah sah zum Himmel, der schon ziemlich dunkel war. Es fiel ihm auch schon schwer, im Wald den Durchblick zu behalten, da es sehr finster war. �Meint ihr, das alles hängt miteinander zusammen?�, fragte er kleinlaut. Nun meldete sich auch Sandra zu Wort: �Ich denke schon. Vielleicht läuft hier ja so�n Irrer rum, der uns
1
2
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen