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Kategorien > Mysterie > Begegnungen

Die sieben Leben des John Gray (Sicht 1)

von Alucard

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Die Sonne stand in ihrem Zenit und umschloss das Land mit brühender Hitze.
„Ausgerechnet zu dieser Jahreszeit…“, grummelte Samuel, der Jäger, vor sich hin.
Er liebte seinen Job. Jedoch hasste er es, zu solch einer Zeit zu jagen. Die kälteren Jahreszeiten sagten ihm mehr zu. Aber na ja, man kann sich ja nicht aussuchen, wann ein Verbrecher auf der Bildfläche auftaucht.
Zumal, wenn das Kopfgeld so hoch gesteckt wurde, wie bei dem, den er gerade jagte.
Bisher konnte niemand diesen Verbrecher dingfest machen Die besten Kopfgeldjäger sind an ihm gescheitert. Bis sich die Regierung des Landes an Sir Samuel Wagner richtete. Den besten Jäger, den es auf der Welt gab. Noch niemand ist ihm entwischt.
Das würde höchst interessant werden, dachte sich Samuel. Der beste Jäger gegen den besten Dieb. Das versprach eine interessante Jagd zu werden.
Zumindest dachte er es sich am Anfang der Jagd. Seit dem waren vier Jahre vergangen.
Es wäre ja nicht so, dass Samuel diesen Meisterdieb nicht schon gesehen hätte. Dieser gewitzte Kriminelle entging ihm immer nur um Haaresbreite. Einmal hatte Samuel ihn sogar schon mit seinem alten Revolver getroffen. Doch es war nur ein Streifschuss gewesen und „Das Phantom“ (So nannte ihn die Bevölkerung, denn niemand wusste, wie sein richtiger Name war) konnte wieder mit Raffinesse entkommen. (Samuel dachte schon, an diesem Tag sei die Jagd endlich vorbei, als er das Phantom an eine steile Klippe gedrängt hatte. Doch dieser Verbrecher sprang einfach und verschwand mit einem Lächeln im Gesicht in den Wogen des Meeres.
Und als er dann nicht mehr auftauchte dachte jeder, der Dieb sei Tod. So einen Sturz konnte niemand überleben.
Doch eine Woche später kam wieder, schon wie so oft, eine Ankündigung:

Meine werten Herren und Damen,
ich freu mich ihnen mitteilen zu können, dass ich noch sehr lebendig zu sein scheine und würde mich freuen ihnen mitteilen zu können, dass ich morgen, den 30.6.2130, den werten Grafen, Hubert von Sickingen, um sein Diamantcollier erleichtern werde.
Mit aller freundlichsten Grüßen Das Phantom
P.S. Mein werter Samuel, sie müssen sich wohl noch ein bisschen besser anstrengen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit ihnen.

Und so begann die Jagd von neuem. So zogen noch einige Winter ins Land, bis zu dem Tag, an dem Samuel nun stand…
Der Regen durchnässte seinen braunen Ledermantel und von seinem braunen, alten Cowboyhut flossen sogar schon ganze Wasserfälle auf den Boden um ihn herum.
Samuels rechter Arm war ausgestreckt und in seiner rechten Hand hielt er seinen alten Revolver mit dem Namen „Betty“.
„Bleib stehen! Ich schieße auch nicht. Aber bleib gefälligst stehen!“
Sein gegenüber grinste ihn mit einem amüsierten Lächeln an.
Der Dieb wirkte ganz anders wie Samuel, als die beiden so im Regen standen.
Er trug einen schlichten, schwarzen Anzug mit einer roten Fliege. Zudem noch einen recht imposanten Zylinder, der in der gleichen Farbe gehalten wurde. Vor dem stürzenden Regen schützte er sich mit einem Regenschirm.
Samuel schrie: „wie lautet ihr wahrer Name, Herr Phantom.“
„Ich bitte sie werter Samuel. Wie könnte… obwohl, wieso eigentlich nicht. Sie verfolgen mich schon so lange und hartnäckig, dass sie ein Recht auf meinen Namen haben.“
Mit diesen Worten zog er seinen Zylinder vom Kopf und deutete eine Verbeugung an: „Darf ich vorstellen: John Gray.“
Samuel zuckte nur mit den Schultern. Dieser Name sagte ihm überhaupt nichts. Aber egal, es ging ja nicht um die Namen der Verbrecher, sondern um das Kopfgeld.
„Und jetzt komm mit erhobenen Händen näher, Freundchen!“
John Gray tat ihm wie geheißen, nur das er die Hände nicht erhob. Mit jedem Schritt den der Dieb näher kam, pochte das Herz des Jägers schneller. Was war das nur für ein Mensch?
Als John Gray schon so nahe war, dass Samuel die Iris erkennen konnte von seinem Gegenüber, wurde es mucksmäuschenstill. Als schien die Welt den Atem anzuhalten, um die beiden Männer zu beobachten. Und dann ging alles sehr schnell... oder nein, es schien als würde die Zeit stehen bleiben. Alles schien so langsam vor sich zu gehen, dass sich Samuel wunderte warum er sich nicht bewegte. Als erstes entwaffnete ihn der Dieb mit einem leichten Schlag auf die Hand in der die Pistole bis vor kurzem lag und danach drückte er dem Jäger seinen aufgespannten Schirm in die Hand.
„Das du eine Erinnerung an mich hast und das du dir keinen Schnupfen holst.“
Nach diesen Worten schlenderte der Dieb namens John Gray hinter den Jäger und pfiff ein Lied beim Gehen: We’ll singing in the rain.
Langsam löste sich die Erstarrung von Samuels Körper. Er nahm seine Waffe, die auf dem Boden lag und drehte sich mit einer raschen Bewegung um, um diesen lausigen Dieb ein bleiernes Geschenk in sein Bein zu verpassen. Diesmal würde er ihm nicht…
Der Dieb John Gray war verschwunden. Aber das konnte doch nicht sein? Überall um ich herum waren offene Felder. Dieser Dieb konnte doch nicht einfach sich in Luft auflösen… und so schnell rennen konnte auch kein Mensch…
Als Samuel auf den Boden blickte lag dort wieder eine Karte:

Seit gegrüßt werter Samuel,
wie ich sie kenne, werden sie niemals aufgeben mich zu jagen.
Und das beeindruckt mich.
Wir werden uns wieder sehen. Seien sie sich sicher. Denn meinen Schirm würde ich gerne wiederhaben.
Und diesen werde ich mir wohl wieder zurück klauen müssen?
Auf ein baldiges Wiedersehen ihr John Gray.

Und dieses Wiedersehen wird kommen! Dieser Halunke entkommt mir nicht. Er führt mich andauernd an der Nase herum. Aber wann hat er diese Nachricht nur geschrieben? Er konnte doch nicht wissen, dass…?!

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Kommentare

alucard schrieb am 2006-09-08 00:54:14:
ich danke jedem für seine kritik, besonders dir christoph, denn zudem habe ich auch schon einige von deinen geschichten gelesen... danke, mehr als das hättest ihr mir nicht schenken können
christoph schlüter schrieb am 2006-09-06 21:35:31:
Nenn ihn bitte nicht "Phantom", das ist einfach zu klischeehaft und ausgelutscht. Und lass ihn nicht durch Kärtchen in "Erscheining" treten, überlege dir besser eine spektakulärere Art der Botschaftvermittlung.
Ansonsten besser als die andere Geschichte ( Nur ein Prolog ), besonders, weil du hier etwas mehr erzählst.
Aber auch hier "denkt" der Held zuviel. Lass ihn mehr in Aktion treten. Verleihe deinen Figuren mehr Charakterzüge und Eigenarten. Lass sie in Konflikt treten. Konflikte erzeugen Spannung. Mann sollte als Erzähler einer spannenden Story immer versuchen eine "Zündschnur in Brand zu setzten". Das heisst, fang am besten mit einer Situation die Geschichte an, die den Leser sofort gefangen nimmt. Beispiel: Der Held steht dem Phantom gegenüber, während es einer Geisel ( Kind?) ein Messer an die Kehle hält / oder die Geisel über einen Abgrund baumeln lässt. Während der Held versucht das Opfer/die Geisel zu retten, verdünnisiert sich das Phantom. Der Held rettet das Opfer und erinnert sich zurück. In Rückblenden kannst du viel vergangenes erzählen. Das sind natürlich nur Anregungen, bitte nicht missverstehen. Du bist der Autor der Story und letztlich entscheidest Du, wie die Story verläuft.
Ansonsten scheinst du viel Phantasie zu haben, das gefällt mir. Ausserdem mag ich die "Classic Adventures".
Lass dich bitte nicht von mir entmutigen, ich kritisiere nur, weil ich Interesse an deinen Stories habe.
snoof schrieb am 2006-09-06 17:14:03:
naja also schlecht find ichs nicht! auf nen zweiten teil würd ich mich auch freuen denn spannend find ichs auf jedenfall...aber ich habe zeitfehler gefunden XD
schreib also bitte den zweiten teil *neugier*
Alucard schrieb am 2006-09-05 22:36:35:
Ein zweiter Teil ist in Arbeit, jedoch muss ich dazu sagen, dass ich erst eine Kritik hören will, weil ich nicht sehr davon überzeugt bin... gruß Raph

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