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Kategorien > Fantasie und Liebe > Fantasie und liebe

Die siebte Kugel des Bösen I

von manfred stiller

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Die siebte Kugel des Bösen
(nach K. M. von Weber)
In früheren Zeiten waren noch große wilde Wälder in Deutschland, mit uralten Bäumen, tiefen Schluchten und mächtigen Tieren.
Am Rande eines Waldes stand ein stattliches Forsthaus, in dem der Förster mit seiner Tochter wohnte. Er hatte eine Reihe von Jägern und Forstgehilfen ausgebildet, die ihm bei seiner Arbeit halfen. Das ganze Land gehörte dem Fürsten und der brauchte Bauholz aus dem Wald und flinke Jäger für die Jagdgesellschaften. Da der Förster schon etwas älter war, hatte er einen erfahrenen, waghalsigen Jäger mit der Führung der Jungjäger beauftragt. Das war ein grober Mensch mit schwarzem Haar und schwarzem Bart. Er war zwar sehr tüchtig, aber auch sehr unbeliebt, weil er zu Tieren und Untergebenen recht grausam war. Er wurde von allen der schwarze Jäger genannt.
Ein weiterer Jäger hieß Max. Er war ein ausgezeichneter Schütze, immer fröhlich und hilfsbereit.
Anne war die hübsche fröhliche Tochter des Försters. Alle jungen Männer und besonders die Jäger mochten sie leiden und außerdem würde der, der sie heiratete später einmal der Förster werden.
Das hatte sich auch der schwarze Jäger gedacht.
Einmal hatte sich der schwarze Jäger weit von der Jägerschaft im Wald entfernt. Er wollte den starken großen Hirsch für den Fürsten allein schießen, damit er bei dem Fürsten einen großartigen Eindruck hinterlassen konnte und so vielleicht eher die Anne und die Försterei bekommen konnte. Das Tier war aber zu erfahren und zu wendig. So hatte der schwarze Jäger zu guter letzt seine letzte Kugel verschossen. Zu allem Überfluss zog auch noch ein gewaltiges Gewitter mit Hagel und Blitzschlag auf. Ganz in der Nähe war die gefürchtete Wolfsschlucht, in der sich eine alte halbverfallene Schmiede befand. In der wollte der Jäger Unterschlupf finden. Als er sich näherte, sah er Rauch aus dem Schornstein quellen. Merkwürdig, die Schmiede war seit alter Zeit nicht mehr im Betrieb. An der Esse schmiedete ein großer Kerl, mit rotlockigem Bart und wildem zerzaustem Haar im Widerschein der Flammen. „Komm‘ rein, schwarzer Jäger. Ich hab‘ schon auf Dich gewartet.“ So leicht ließ sich ein Jäger nicht einschüchtern: „Dann kannst Du mir ja auch helfen neue Kugeln zu gießen. Ich hab‘ die letzte verschossen.“ „ Aber ja, es ist bald Mitternacht, die Spanne zwischen den Tagen. Wir wollen etwas Magie und Silber zu dem Blei hinzutun, dann wird es schon gelingen.“ „ So, noch ein bisschen Spucke von Dir hinein. Das werden Freikugeln. Egal wie schlecht Du die Beute sehen kannst, egal wie schnell sie ist oder egal wie weit weg, sie treffen immer.“ Der schwarze Jäger erwachte am anderen Morgen und der Schmied und der Spuk waren verschwunden. Aber drei silbrig glänzende Kugeln schimmerten abgekühlt in der Form. Es war neblig als sich der schwarze Jäger wieder auf den Weg machte. Aber da, schwer zu erkennen, stand der riesige Hirsch. Eigentlich war es unwaidmännisch in dem unsicheren Licht den Schuss zu wagen. Vielleicht würde das edle Tier verletzt entkommen und irgendwo elend verenden. Jetzt hatte der Hirsch Witterung aufgenommen und wandte sich zur Flucht. Jetzt oder nie, der Schuss krachte und die Freikugel riss den Hirsch zu Boden. Mit diesem und ähnlichen Erfolgen konnte der schwarze Jäger beim Fürsten punkten und der wäre sicher nicht abgeneigt ihn als seinen zukünftigen Förster zu sehen.
Aber Anne mochte ihn nicht und ihr Vater stellte sich auf ihre Seite. Heimlich hatte sie schon ein Auge auf den munteren Max geworfen.
Tief gedemütigt, mit innerer heißer Wut und glühendem Zorn zog der Abgewiesene sich in den Wald zurück und erreichte wiederum die Wolfsschlucht mit der Schmiede. „ Ich brauch‘ neue Freikugeln.“ „Die sollst Du haben, aber nicht umsonst. Ich gieß‘ Dir sieben Kugeln und nach sieben Jahren musst Du mir eine Seele bringen; entweder Deine oder eine andere.“ „In sieben Jahren kann viel geschehen. Der Handel gilt.“
Sie gossen bei Mitternacht und Nebel sieben Kugeln mit Blei und Silber. „Nun muss noch Dein Blut hinein.“

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Kommentare

manfred stiller schrieb am 2011-09-22 11:01:56:
weiter bei: Kugel des Bösen IIa
manfred stiller schrieb am 2011-09-22 10:57:55:
weiter bei kugel des bösen IIa

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