Die stille Treppe
von
Pablo Venedig
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Die ersten 14 Stufen brachte ich lautlos hinter mich. Auf der letzten Stufe blieb ich stehen und schaute nach links. Niemand zu sehen. Nach rechts. Niemand zu sehen. Wieder nach links. Als ich den Fuß auf die letzte Stufe setzte, knackte es. Totenstille. Draußen hörte man die Vögel zwitschern. Die Sekunden vergingen. Absolute Ruhe. Der Koffer in meiner Hand zog meinen Arm nach unten. Jetzt hörte ich Schritte. Schnell presste ich meinen Körper samt Koffer an die Treppenwand, sodass man mich von links nicht sehen konnte. Die Schritten kamen näher und stoppten. Totenstille. War da jemand? Stand da jetzt jemand direkt neben mir an der Wand? Wenn er wollte, konnte er jetzt mit der Hand um die Ecke greifen und mich erwürgen. Ich verharrte. Es knackte erneut. Einmal. Zweimal. Erneute Totenstille. Vielleicht war da niemand? Ich schaute zur rettenden Tür. Sollte ich es wagen? Sollte ich Anlauf nehmen, von der Treppe stürzen und nach draußen rennen? Vielleicht wurde ich gar nicht beobachtet? Meine Füße taten weh, mein Kreuz brach fast zusammen unter der Last des Koffers. Ich hatte panische Angst, dann empfand ich plötzlich wieder Freude. Meine Gefühle spielten verrückt. Panik schoss in mir hoch. Sollte ich ganz langsam um die Ecke schauen? Nur um zu sehen, wer oder was dort stand und auf mich wartete? Meine Arme und Beine wogen Tonnen, ich fühlte mich müde aus schlapp. Die Augen fielen mir kurz zu, doch dann sah ich in Zeitlupe wie jemand um die Ecke geschossen kam. Was war los? Ich konnte nicht erkennen, was sich vor mir aufbaute. Was war das? Ich kniff die Augen zusammen. Ich hatte meine Brille nicht bei mir. Ohne Brille sah ich überhaupt nichts. Plötzlich sprach dieses Wesen, es sprach zu mir in einer ruhigen und angenehmen Stimme:"Frau Biehl haben Sie sich wieder verlaufen? Komm ich bringe Sie zurück auf ihr Zimmer!" .....
ENDE
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