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Kategorien > Mysterie > Vampire

Die traurigen Augen

von nachteule_w

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Die traurigen Augen
Es war Nacht. Endlich! Sein Herz frohlockte denn dies war seine liebste Zeit. Er öffnete leise die Tür zu seiner Wohnung und schlüpfte hinaus in den Gang. Der Flur war hell beleuchtet, doch es störte ihn nur wenig. Zwar schmerzten seine empfindlichen Augen, von der ungewohnten Helligkeit, doch das auch schon alles, was das Licht ihm anhaben konnte.
Auf dem Weg nach unten begegnete er Niemand, und so genoss er die Stille der Flure seines Wohnhauses. Unten in der Lobby war auch keine Menschenseele anzutreffen. Doch halt das stimmte nicht ganz.
Der Portier saß hinter seinen polierten Tresen und las in der Zeitung. Als der Mann an ihm vorüber ging, hob er nur kurz den Kopf, lächelte ihm zu und wünschte ihm einen Guten Abend. Dann ließ er seinen Blick wieder zurück zu seiner Zeitung wandern.
Der Mann trat aus dem Haus, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Gierig wie ein Ertrinkender sog er die frische, feuchte Luft in seine Lungen und pries im Stillen den Regen, der am Nachmittag über die Stadt niedergeprasselt war. Die Stadt schien so gereinigt und voll neuem Leben erfüllt, und die nun sternenklare Nacht versprach herrlich zu werden. Schließlich machte er sich auf den Weg. Er schlenderte die breite Straße entlang, und genoss den Lärm, den die Autos erzeugten, wenn sie an ihm vorbei fuhren.
Tief in Gedanken verstrickt und mit einem leichten zufriedenen Lächeln auf den Lippen ging er weiter seines Weges. Vorbei an viele dunkle Schaufenster, die sich an der Straße wie Perlen auf einer Schnurr reihten, führte ihn sein Weg Richtung Stadtmitte. Die selbst im Dunkeln glänzenden Schaufenster zeigten, wenn er vorbei ging, das Bild eines großen Mannes, mit pechschwarzen, längeren Haaren, und einem verführerischen Mund, der jedoch nur selten herzhaft Lachte. Alles in allen ein attraktiver Mann, in jungen Jahren, wie es schien. Doch das wirklich Besondere an ihm waren seine Augen .Sie besaßen solch ein intensives Blau, dass man eine Gänsehaut bekam wenn man ihm zu lange in die Augen sah. Man hatte das Gefühl als könne er mit ihnen auf den Grund der Seele eines Menschen sehen, und dort dessen düsterste Geheimnisse ergründen, wenn er einem nur lang genug hinein sah. Dies alles zeigten die Schaufenster, doch der Mann ging ohne sie zu beachten weiter. Sie interessierten ihn nicht, denn er kannte sein Aussehen gut genug und wusste, dass wie er es einsetzten konnte, wenn er wollte.
Zielstrebig ging er in Richtung der Bar, in der er sich, seitdem er sich in dieser Stadt aufhielt, gerne herumgetrieben hatte. Sie war ihm bei einem seiner ersten Streifzüge durch die Stadt aufgefallen und schließlich hatte es ihn immer wieder hierher zurückgezogen. Er wusste auch nicht warum, doch er fühlte sich dort wohl. Er kam zu dem Lokal, begrüßte den Türsteher, mit dem er inzwischen gut bekannt war, mit einem freundlichen Nicken und trat ein. Laute Musik, Rauch und Stimmengewirr schlug ihm entgegen und er genoss jede Nuance der Szenerie, die sich ihm darbot. Er bahnte sich einen Weg durch die Menschen und suchte sich seinen Hocker an der Theke, welchen er seitdem er die Bar besuchte, für sich beanspruchte. Doch dieser war schon besetzt. Eine junge Frau, er schätze sie auf höchstens neunzehn Jahre, saß darauf und ließ ihren Blick gelangweilt durch die Menschenmenge schweifen. Sie hielt ein Glas roten Weines in der Hand, an dem sie jedoch kein Interesse zu haben schien, da es noch unangetastet war und es auch blieb, als er sie einige Zeit beobachtete. Ihr Blick war von einer unbestimmten Traurigkeit erfüllt, doch als sie bemerkte, dass er sie beobachtete, blitzten zuerst Überraschung und dann Verwirrung in ihren Augen auf, die schnell einem kleinen Lächeln Platz machte. Diese spontane Reaktion ließ sie in seinen Augen sofort sympathisch erscheinen, und so schob er sich bei den letzen Gästen, die ihn noch von ihr trennten, vorbei. Als er sie erreicht hatte sprach er sie an und die Beiden kamen sehr schnell ins Gespräch. Im Laufe der Unterhaltung zeigte sie erst zögernd, immer häufiger das Lächeln, welches ihn verzaubert hatte. So vergingen Stunden und er hatte das Gefühl endlich jemanden gefunden zu haben, der ihn verstand. Schließlich meinte sie jedoch, es sei schon spät und sie müsse nach Hause. Kurz hatte er das Gefühl, die Hoffnung, sie würde ihn nun fortschicken, denn er wollte sie nicht in Gefahr bringen, doch als er vorschlug sie zu begleiten, hatte sie nichts gegen seine Gesellschaft einzuwenden. So verließen die Beiden das Lokal und machten sich auf den Heimweg. Während des Weges hackte sie sich bei ihm Unter, und war ihm näher als zuvor. Sein Herz schlug einerseits Saltos und Hämmerte auf der andrerseits vor Panik gegen seine Brust. Es würde wie immer werden, er würde… Da wurde er von seinen Gedanken durch ihre Stimme abgelenkt, die leise warnende Stimme in den Hintergrund gedrängt. Während des Weges unterhielt er sie mit einigen Geschichten, aus seinen Leben, und merkte dabei, dass sie sich immer wohler an seiner Seite fühlte. Sie kuschelte sich enger an ihm, und diese Geste empfand er als noch liebenswerter als alle ihre kleinen zufälligen oder absichtlichen Berührungen, während des Abends.
Schließlich kamen sie zu dem kleinen verschlafenen Park, durch den sie mussten, um ihre Wohnung zu erreichen. Es war fast vollkommen Dunkel und nur alle hundert Meter brannte eine kleine Laterne um etwas Licht zu spenden. Der leichte Wind ließ die Blätter der Bäume geheimnisvoll Flüstern, als würden die Bäume ahnen was nun geschehen würde. Nervös warf er einen Blick zurück.
Sie waren alleine Unterwegs und es war still, nur von der Ferne hörte man das pulsierende Leben der Stadt. Voller Vertrauen ging sie ohne hast an seiner Seite durch die Dunkelheit des Parks. Er genoss zwar ihre Nähe, war dennoch froh als sie die Mitte des Parks erreicht hatten, denn bald währe sie wieder außer Gefahr. Sie jedoch schien von seiner Unruhe nichts zu bemerken und ging zufrieden an seiner Seite weiter. Er lenkte seinen Blick zurück auf sie, sah ihre traurigen Augen, und da erwachte sie plötzlich. Diese entsetzliche unstillbare Gier, die ihn peinigte. Vor diesen Hunger hatte er sich den ganzen Abend gefürchtet und gefragt wann er endlich ausbrechen würde. Er versuchte verzweifelt gegen ihn anzukämpfen, doch es war zu spät. Er musste diese liebenswerte Frau mit ihren traurigen Augen einfach haben. Es war fast ein körperlicher Schmerz der ihn dazu trieb seinen Hunger zu stillen...
Sie erzählte gerade von ihrer kleinen Katze, die sicher schon auf sie wartete, als ihm ein tiefes katzenhaftes Fauchen entschlüpfe.
Sie hörte es, wollte lachen, da sie es für eine gelungene Interpretation ihrer Katze hielt, doch da spürte sie wie ihre Handgelenke von eiskalten Händen gepackt und auf ihren Rücken gedrückt wurden. Das Mädchen schrie entsetzt auf und wehrte sich nach Kräften. Sie verstand nicht was mit ihr geschah. Spürte nur einen seltsamen kurzen Stich an ihrem Hals und dann ein

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Kommentare

Mari77 schrieb am 2009-07-07 12:29:14:
Eine wunderschöne Geschichte, die ein doch recht bedauerliches ende nehmen musste, vor allem für ihn.

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