Die unberührbare
von
Thomas Darko
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Das Bild war traurig. Und zum sterben schön. Am Dach des abgelegensten Hauses im Dorf hing eine Frau. Ihre Haare wehten im Wind, und fielen wenn er nachließ.
Jeder kannte die Frau, die sich das Leben genommen hatte. Es war Sarida, die Dorfhexe.
Die Straße füllte sich, ob der aufgehenden Sonne, die Saridas Schatten als schwarze Silhouette zurück in das Dorf warf und gleichzeitig alle Häuser in ein rötlichtes Licht tauchte.
Stille breitete sich aus. Das einzige Geräusch machten die Krähen, die sich langsam dem Körper der Frau näherten. Betreten sahen die Männer zu Boden, umarmten Mütter ihre Kinder. Die Frau die Mindestens die Hälfte von ihnen zur Welt gebracht hatte, die bei jeder Krankheit mit heilender Hand zur Seite stand, die Frau der viele von ihnen ihr Leben verdankten, und die -trotz allem- immer ein wenig unnahbar gewesen war, war tot.
Ein trauriges Lächeln umspielte ihre Mundwinkel. Die Augen –geschlossen wie zum Schlaf, und ihre Haut hell und verletzlich. Nicht einmal die Strangulierung konnte ihr die Schönheit rauben. Sie sah genau so hübsch und jung aus, wie vor 30 Jahren.. So friedlich wie eh und je.
In ihrem Haus fand man einen Brief:
Mein Traumprinz –er kommt wohl nicht mehr.
Mein Traum von einst- er ist lang her.
Reitend –auf einem weißen Ross.
Brächt er mich zu seinem Schloss.
Ab dieser Stund ist mein Prinz tot.
Dies flüstert mir Das Abendrot.
Die lange Reise -erst vorbei,
wenn ich vom Leben mich befrei.
Ich eile dorthin, wo nun er
sich aufhält. Meinem Körper fällt’s nicht schwer.
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Kommentare
Leanyka schrieb am 2006-08-11 21:12:21:
Hi!
Erstmal hat mir deiner kleine Geschichte auf eine berührende Weise sehr gefallen. Wunderschön, wenn sie auch melancholisch ist, aber das mag ich. Von einem Märchen sind nur leichte Züge erkennen, vor allem in dem Gedicht, das ich übrigens auch gelungen finde, sogar am besten ;-)
Die Unnahbarkeit der Hexe, auch wenn sie tot ist bringst du gut rüber. Weiß zwar nicht wie, aber auch mir scheint sie geheimnisvoll, geradezu mystisch.
Nur die letzten Zeilen haben mich ein wenig gestört, fügen sich nicht so ganz in das Gesamtbild. Und die Bezeichnung Heilkundige finde ich, passt hier besser als Hexe.
lieben Gruß,
Leanyka
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