Die unglaubliche Geschicht der Marlene Blum III
von
LaLuna
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Marlene wollte wieder zurück in ihr Bett. Sie wusste sich keinen Rat. Sie stand auf und da plötzlich klingelte das Telefon. Ring, Ring. Marlene Blum lief ein kalter Schauer den Rücken hinab. Wer war das? Ihr Telefon hatte schon lange nicht mehr geklingelt. War es der unbekannte Verehrer? Was wollte er von ihr? Von Marlene Blum. Der stillen Beobachterin. Der einsamen Frau. Was sollte sie sagen? Musste sie sich bei ihm bedanken? Wie kam er dazu ausgerechnet sie anzurufen? Ring, Ring. Konnte er nicht einfach wieder auflegen? Ring, Ring. Marlene Blum versuchte sich die Ohren zuzuhalten. Aber dieses Ring, Ring war immer noch zu hören. Es hatte keinen Sinn. Marlene Blum ging langsam hinaus in den Hausflur. Dort stand auf einem kleinen Tischchen ihr Telefon. Daneben lag ein rotes Büchlein. Ihr Telefonbüchlein. Es waren nicht viele Einträge darin. Die Nummer ihres Hausarztes, die Nummer der Dame von der Versicherung und die ihres Friseurs. Marlene wählte diese Nummern nur sehr selten. Außer die ihres Friseurs. Den besuchte sie regelmäßig alle acht Wochen. Obwohl sie dann nicht recht wusste über was sie sich mit ihm unterhalten sollte. Der Friseur kannte Marlene Blum schon recht lange. Während er ihr die Haare schnitt, hatte er oft versucht ein belangloses Gespräch mit ihr anzufangen. Über das Wetter oder über Politik. Aber meist kam das Gespräch schnell ins Stocken und peinliches Schweigen stellte sich ein. Aber im laufe der Jahre hatten sie sich beide daran gewöhnt. Der Friseur redete und Marlene Blum schwieg. Der Friseur! Marlene Blum wurde ganz schwindelig. Es wird doch nicht der Friseur sein? Er wird sich doch keine Hoffnungen machen. Der Friseur war seit vielen Jahren Witwer. Seine Frau war, sehr jung, bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er hatte keine neue Freundin. Das wusste Marlene Blum. Der Friseur hätte es ihr erzählt. Er erzählte immer so viel. Der Friseur war auch einsam, so wie sie. Aber Marlene wollte einsam sein. Wollte der Friseur einsam sein? Ring, Ring. Das Telefon klingelte noch immer. Mit zittrigen Knien stand Marlene Blum vor dem Telefontischchen. Ihr Blick traf ihr Bild im Spiegel oberhalb des Telefontischchens. Sie war nicht schön. Ungewaschen wie sie war sowieso nicht. Aber ein ungeheuerlicher Gedanke durchzuckte Marlene. Sie würde heute Make-up auftragen, vielleicht sogar ein wenig Rouge und eventuell sogar den zartrosa Lippenstift. Marlene Blum erschrak vor ihren eigenen Gedanken. Sie hatte sich schon lange nicht mehr geschminkt. Ein bisschen Tagescreme. Das war alles. Für wenn auch. Sie hatte ihre Schminksachen ganz unten im Badezimmerschrank verstaut. Aber warum ging sie dann so regelmäßig zum Friseur? War ihr das Aussehen doch nicht so unwichtig? Der Friseur! Ring, Ring. Mit zittriger Hand nahm Marlene Blum den Hörer ab. Tut. Tut.Der Anrufer hatte wohl doch aufgegeben. Marlene atmete aus. Erst jetzt wurde ihr bewusst das sie die Luft angehalten hatte. Marlene Blum war erleichtert. Obwohl ihre Knie und Hände noch immer einwenig zitterten. Da viel ihr Blick auf den kleinen, quadratischen, gelben Zettel den sie noch in der linken Hand hielt. Marlene Blum zerknüllte den Zettel, ging in die Küche zurück und warf ihn in den Mülleimer. Dann nahm sie die Pralinenschachtel vom Küchentisch und legte sie ganz unten in den Mülleimer. So, jetzt würde sie nicht mehr daran denken müssen. Sie konnte die ganze Sache einfach vergessen. So tun als ob nichts passiert wäre. Einfach ihrem Plan folgen. Marlene ging ins Schlafzimmer und zog sich ihr Nachthemd aus. Sie stellte die Plüschhausschuhe neben das Bett und legte das Nachthemd feinsäuberlich unter das Kopfkissen. Sie zog sich heute ihre Lieblingsjeans an und den schwarzen Rollkragenpullover. Darin würde sie sich wohl fühlen. Es würde ein ganz normaler Tag werden.
Als Marlene im Badezimmer ankam putzte sie sich die Zähne, kämmte sich die Haare und cremte sich das Gesicht ein. Alles so wie immer. Nein, denn als sie fertig war kramte sie ganz unten aus dem Schrank ihr Schminktäschchen und fing an sich ein wenig zu verschönern. Marlene Blum blickte in den Badezimmerspiegel und was sie sah fing an ihr zu gefallen. Das dezente Make-up machte sie einwenig jünger und die Haut strahlte ein wenig. Ein klitzekleines leuchten war in ihren Augen zusehen. "Was ist los mit dir, Marlene Blum?" fragte sie sich selbst. Da klingelte es wieder an der Türe. Ring, Ring. Was für ein verrückter Tag? Jahrelang hatte hier niemand mehr geklingelt oder angerufen und heute..................
Fortsetzung folgt!
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