Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Aus dem Leben > absurde Realität

Die unglaubliche Geschichte der Marlene Blum II

von LaLuna

1

Marlene Blum sah ihrem Spiegelbild in die Augen und beschloss nun doch die Haustüre zu öffnen. Es waren nur noch wenige Schritte und dann erklang wieder dieses Ring, Ring. Der morgentliche Besucher hatte noch immer nicht aufgegeben. Marlene öffnete die Haustüre und vor ihr stand ein Mann vom Paketservice. Er hatte ein kleines Paket in der Hand. "Sind sie Marlene Blum?" Marlene nickte und nahm das Paket entgegen. Noch eine Unterschrift und schon war der Mann wieder weg. Marlene Blum stand mit dem kleinen Paket in der Hand noch immer in der Haustüre und sah ihm nach. Ein Paket für Marlene Blum? Marlene hatte noch nie ein Paket bekommen. Wer sollte ihr auch eines schicken? Marlene strich sanft mit der Hand über das braune Packpapier, bis sie über den weißen Adressaufkleber strich. Tatsächlich dort stand ihr Name. Der kalte Wind blies ihr entgegen und sie drehte sich um, ging ins Haus zurück und schloss hinter sich die Türe. Nun war sie wieder alleine. Alleine wie immer. Marlene war erleichtert. Kein Besuch. Wie immer. Ihr Blick fiel wieder auf das Paket in ihrer Hand. Ein Paket für Marlene Blum. Marlene ging in die Küche und setzte das Wasser für ihren Morgenkaffee auf. Das Paket legte sie wie einen kleinen Schatz auf den Küchentisch.
Mit der Kaffeetasse in der Hand stand sie unschlüssig im Raum. Dies war ein Tag wie jeder andere? Sie sollte eigentlich noch in ihrem großen, gemütlichen Bett liegen. Die Decke weit über den Kopf gezogen. Und jetzt stand sie hier und wusste nicht recht was sie tun sollte. Marlene Blum setzte sich auf den Stuhl neben den Küchentisch und trank ihren Kaffee. Wie immer. Das war Marlene sehr wichtig. Alles sollte genau so sein wie immer. Alles musste seine Ordnung haben. Marlene Blum war sehr ordentlich. In ihren Schubladen war alles sortiert. Jedes Ding hatte in ihrem Haushalt seinen Platz. Im Hausflur standen die Schuhe fein säuberlich sortiert, einer neben dem anderen. Nartürlich nur die Winterschuhe. Die Sommerschuhe hatte sie schon im Herbst in Kartons gesteckt. Nartürlich jedes Paar in seinen eigenen. Und dann hatte sie die Kartons auf den Dachboden getragen und sie dort ordentlich aufgestapelt. Dort stehen sie nun und warten bis es Zeit ist sie wieder herunterzuholen. Dann hatte Marlene die Sommerkleidung gegen die Winterkleidung getauscht und diese ebenfalls auf dem Dachboden verstaut. Ja, Ordnung muss sein, das war Marlene Blum wichtig.
Marlene nahm den letzten Schluck aus ihrer Kaffeetasse und betrachtete wieder das kleine Paket. Langsam begannen ihre Finger die Klebestreifen auf dem braunen Packpapier zu lösen. Nur langsam. Denn Marlene Blum hatte Zeit. Sie war nicht neugierig. Noch nie gewesen. Sie hasste Überraschungen. Für sie musste alles planbar sein. Und Neugierde passte nicht dazu. Die Neugierde passte nicht zu Marlene Blum. Marlene wickelte das kleine Paket aus und heraus kam eine Schachtel mit ihren Lieblingspralinen. Diese kleinen Schokoladenherzen mit Nugatfüllung. Die liebte Marlene Blum wirklich. Sie as sonst nicht sehr viel Süßes. Sie achtete sehr darauf sich gesund zu Ernähren. Viel Gemüse und Obst kam auf ihren kleinen Tisch in der Küche. Manchmal auch ein wenig Fleisch. Aber bei diesen Pralienen konnte sie wirklich nicht wiederstehen und trotzdem war sie ganz durcheinander. Wer hatte Marlene Blum diese Pralinen geschickt? Das auch noch mit dem Paketservice? Marlene wusste keine Antwort. Sie beschloss aufzustehen und die Pralinenschachtel in das Wohnzimmer zu tragen. Dann würde sie in ihr Schlafzimmer gehen, das Bett ordentlich machen und sich ankleiden. Die Plüschhausschuhe würde sie neben das Bett stellen und den Morgenmantel an den Haken hängen. Sie würde in das Bad gehen und sich richten. Danach in den Supermarkt gehen und einkaufen. Mittagessen um 12.45 Uhr. Wie jeden Tag. Danach abwaschen und einen Spaziergang durch den Park. Und heute Abend vor dem Fernseher, während ihre Lieblingsserie lief, würde sie diese Pralinen genießen. Jede einzelne würde sie sich auf der Zunge zergehen lassen. Und danach. Ja, danach würde sie die Schachtel in den Mülleimer tun. Ganz unten hinein, dass sie diese Schachtel nicht mehr sehen musste. Und sie würde die ganze Angelegenheit vergessen und nie wieder daran denken. Aber Marlene Blum saß noch immer auf dem Stuhl, neben dem Tisch in ihrer Küche. Sie nahm die Pralinenschachtel in die Hand und hob sie hoch. Da fiel ihr Blick auf einen quadratischen, kleinen, gelben Zettel. Auf dem Zettel stand eine Telefonnummer. Marlene Blum erschrak. Pralinen von einem unbekannten Verehrter, das ginge noch. Aber eine Telefonnummer das bedeutete den Hörer in die Hand zu nehmen und diese Zahlen zu wählen. Danach würde ein Ton anzeigen das es irgendwo klingelte. Irgendwo? Marlenes Blick fiel auf den Zettel. Eine Handynummer. Mist! Der Besitzer dieser Nummer konnte irgendwo sein. Hier gleich ums Eck. Oder ganz weit weg. Marlene Blum zitterte. Ein Telefonat das geht nicht. Marlene würde es nicht schaffen diese Nummer zu wählen. Nein, sie zitterte ja jetzt schon. Telefonieren bedeutete kommunizieren mit der Außenwelt. Sie war ganz aufgeregt und die Gedanken drehten sich in ihrem Kopf. "Ganz ruhig, Marlene, es wird sich alles aufklären. Bestimmt gibt es eine ganz einfache Erklärung für diese Angelegenheit." Marlene Blum sprach laut vor sich hin. Um sich zu beruhigen. Aber es gelang ihr nicht. Sie zitterte noch immer. Marlene wollte wieder zurück in ihr Bett. Sie wusste sich keinen Rat. Sie stand auf und da plötzlich klingelte das Telefon. Ring, Ring.....



Fortsetzung folgt!

1

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.