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Kategorien > Aus dem Leben > Absurde Realität

Die unglaubliche Geschichte der Marlene Blum VIII

von LaLuna

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"Nein, nicht schon wieder!" Marlene fluchte. War Martin Schneider schon wieder vor ihr hier? Marlene Blum ging Schritt für Schritt näher. Vor der Haustüre lag ein großer Strauß Rosen. Marlene traute ihren Augen nicht. Blumen. Blumen für Marlene Blum? Heute war doch nicht ihr Geburtstag. Marlene nahm den Strauß in die Arme und entnahm ihm ein kleines Kärtchen. Langsam gewöhnten sich ihre Nerven an die ständigen Überraschungen. Ihre Hände zitterten nicht einmal mehr. Nur das ständige kribbeln in ihrem Bauch wurde immer stärker. Marlene Blum faltete das Kärtchen auseinander. In sehr schöner Handschrift stand dort etwas geschrieben. Marlene lass laut vor: "Liebste Marlene, ich erwarte dich morgen früh um 8 Uhr. Du weißt schon wo. Bis dann, M. Schneider." Was sollte das? Martin Schneider erwartete sie, Morgen früh um 8 Uhr? Sie wüsste schon wo? Liebste Marlene, was sollte das? Marlene war wieder einmal total ratlos.
Marlene Blum schaute sich um, schloss die Haustüre auf, ging hinein und verriegelte die Türe von innen. Sie stürmte in die Küche und legte den Rosenstrauß ins Spülbecken. Sie musste jetzt unbedingt wissen was in diesem Einschreiben stand. Sie stüzte sich auf den Küchentisch.
Eine Vase fiel herunter und zersplitterte auf dem Küchenboden. Egal. Marlene hatte jetzt keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen. Sie hatte sich nicht einmal die Straßenschuhe und den Mantel ausgezogen. Das kam sonst nie vor. Was war nur los mit Marlene Blum?
Marlene riss den Umschlag auf und heraus fiel ein Flugticket. Marlene war erstaunt. Sie hatte mit allem gerechnet, aber damit nicht. Nun fing Marlene Blum doch wieder an zu zittern. Sie klappte das Flugticket auf und suchte nach dem Ziel der Reise. Mit zittrigen Fingern fuhr sie die Spalten entlang. Abflug Morgen um 9 Uhr. Ah, ja. Hier vom Flughafen. Und das Reiseziel? Ajaccio? Wo war das? Hier, auf Korsika. Jemand hatte ihr ein Flugticket nach Korsika geschickt. Nicht irgendjemand. Martin Schneider hatte ihr ein Flugticket nach Korsika geschickt. Und er erwartete Marlene Morgen früh am Flughafen. Da war Marlene ganz sicher. Aber erwartete er wirklich das Marlene Blum mit einem wildfremden Mann in ein Flugzeug steigen würde? Marlene sank auf den Küchenstuhl. Sie konnte sich doch nicht auf so etwas einlassen. Nein, das ging nicht. Marlene würde jetzt den kleinen, quadratischen, gelben Zettel aus dem Mülleimer fischen. Danach würde sie diesen Martin Schneider anrufen und ihn Fragen was das alles soll. Marlene Blum würde ihm ordentlich die Meinung sagen und dann auflegen. Doch Marlene zögerte. Sie fühlte sich erschöpft. Die vielen Dauerläufe und die Aufregung hatten Marlene Blum geschafft.
Marlene Blum stand auf und ging Richtung Wohnzimmer. Unterwegs streifte sie ihren Wintermantel ab und lies ihn einfach auf den Boden im Flur fallen. Marlene Blum plumpste aufs Sofa und kickte ihre Winterschuhe von den Füßen. Danach nahm sie ihre Fernsehdecke und kuschelte sich ein. Marlene Blum war müde und sie schlief gleich ein.
Im Traum sah sich Marlene ihren Koffer packen. Sie ging hinauf in den Dachboden und holte ihre Sommerkleider und Schuhe aus den Kartons. Dann schloss sie ihre Haustüre ab und ging ohne sich noch einmal umzudrehen. Ein Taxi brachte sie zum Flughafen. Dort wartete Martin schon auf sie. Er lächelte, nahm sie in den Arm und drückte ihr einen sanften Kuss auf die Wangen. Dann stiegen sie in ein Flugzeug und flogen der Sonne entgegen. Gemeinsam gingen sie Hand in Hand am Strand spazieren. Marlene Blum und Martin Schneider. Er hatte eine Decke dabei. Die breitete er aus und Marlene machte es sich gemütlich. Sie spürte die herrlich warme Sonne auf der Haut und schloss die Augen.
Ring, Ring. Pause. Ring, Ring. Ein bekanntes Geräusch weckte Marlene Blum aus ihrem Traum. Marlene Blum wollte aber nicht aufwachen und zog sich die Decke weit über den Kopf. Ring, Ring. Pause. Ring, Ring. Marlene Blum öffnete die Augen. Sie lag in ihrem großen, gemütlichen Bett. Der Wecker klingelte. Ring, Ring. War alles nur ein Traum gewesen?
Marlene Blum sprang aus dem Bett, schlüpfte in ihre Lieblingsjeans und in den schwarzen Rollkragenpullover. Dann stürmte sie auf den Dachboden. Riss die Kartons mit den Sommerschuhen und Sommerkleidern auf und stopfte alles in den alten Koffer. Sie rannte die Treppe wieder hinunter. Nahm den Wintermantel vom Haken und zog sich die Stiefel an.
Marlene Blum nahm den Koffer in die Hand und schloss die Haustüre hinter sich ab. Ohne sich noch einmal umzudrehen ging Marlene Blum. An der Gartenpforte kam ihr der Briefträger entgegen. Aber Marlene Blum beachtete ihn nicht und ging einfach weiter.


Anmerkung der Autorin

Jetzt ist es an der Zeit das wir uns von Marlene Blum verabschieden. Es bleibt uns nichts anderes übrig als Marlene Blum alles Gute zu wünschen. Vielleicht findet Marlene ja noch die Türe mit der Aufschrift "Eingang zum Leben." Viel Glück, Marlene Blum.
In deutschen Großstädten ist der Anteil der Single-Haushalte bei ca. 50%%. Das bedeutet das jeder zweite in deutschen Großstädten alleine lebt. Wieviele "Marlene Blum" darunter sind ist leider nicht bekannt.
P.S. Hallo, hatte es jemand geschafft diese Geschichte bis zum VIII. Teil zu lesen. Bitte schreibt mir doch wie sie euch gefallen hat. Euer feedback ist mir sehr wichtig. Danke.

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Kommentare

gruener-faden@web.de schrieb am 2010-11-07 12:00:12:
...kapier ich nicht. Fährt sie jetzt wirklich mit? Wenn der Irre ist, oder ein Verbrecher? Warum hat er Sie denn nicht GANZ NORMAL angesprochen und sie erst mal kennengelernt? Ich würd nicht mitfliegen.

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