Die unglaublichen Ereignisse im Haus des Professor
von
geschichtenhaus
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Die unglaublichen Ereignisse im Haus des Professore
Es sollte kein besonderer Tag sein, als der Professore am Morgen aufstand und seine Zähne putzte. Doch dann zeigte sich schon bald, dass der Tag mysteriöse Geschehnisse mit sich bringen würde. Das Toilettenpapier und Salz waren alle.
Auf dem Weg hinunter in den Speisesaal im dritten Stock seines Schlosses fiel dem Professore eine Maus auf den Kopf, die sich in dem Gebälk der Wendeltreppe eine Höhle einrichtete. Jetzt wusste der Professore auch, wieso es im Treppenhaus immer so nach Käse roch. Und die Schokoflocken, die er immer vom Boden aufknabberte waren gar keine Schokolade, sondern andersartige Flöckchen. Der Professore mochte Mäuse sehr gerne. Diese putzigen, possierlichen Tierchen, die er schon oft beobachtet hatte, wie sie ihm den Käse aus dem Vorratskeller fraßen, liebte er so sehr. Besonders gegrillt mit Ketchup, aber auch in Honig und Fett in der Pfanne gewendet, etwas mit Zucker karamellisiert mit Hagebuttenmarmelade und frischem Rosinenbrot.
Die Maus aus dem Treppenhaus verschonte er jedoch. Er warf sie aus dem Fenster und setzte seinen Gang fort. Bald kam er im Speisesaal an. Seine Diener brachten ihm seinen Rollstuhl, in dem er gerne saß an die Eingangstür und der Proffesore setzte sich hinein. Der Rollstuhl konnte durch eigenkräftiges Anschieben der Räder gefahren werden. Er besaß allerdings, und darauf war der Professore besonders stolz, einen elektrischen antrieb, der es möglich machte, Geschwindigkeiten zu erreichen, die man sich selbst im Traum nicht vorstellen kann. Der Professore fuhr zu seinem Essplatz an der zwanzig Meter langen Tafel und nahm sein Morgenmahl ein. Vier Roggenbrote, belegt mit zwanzig Scheiben Salami, zwanzig Scheiben Käse – den der Professore „Gäse“ aussprach – und einem Kopf Eisbergsalat. Dann vier Eier und mehrere Tomaten auf einmal und als Abschluss eine Banane. Dann trank der Professore sein Fass Orangensaft, machte ein Bäuerchen und fuhr in den Relaxbereich. Dort gab es einen Pool voller Wasser. Daneben stand ein Pool voller Sand und zu guter letzt hatte er noch einen Pool voller kalter Milch. Erst legte sich der Professore in den Milchpool. Er hörte Musik, die seine Taschenuhr wiedergab. Anschließend sprang er in den Sand und wühlte kreischend, die wildesten Laute von sich gebend, umher, dass der Sand nur so flog. Er wand sich im Sand und grunzte. Dann rollte er sich wie eine Tonne über den Parkettboden in den Wasserpool, in dem er zunächst den „Toten Mann“ machte. Es war seelenruhig in der Halle. Die Taschenuhr spielte gerade die „Ballade pour Adeline“ von Richard Clayderman ab. Der Professore trieb mit dem Gesicht nach unten an der Wasseroberfläche des Pools, in dem eine leichte Strömung durch an der Wand angesetzte Düsen erzeugt wurde. Seine Arme in einem ovalen Ring schräg nach vorne gestreckt, wog er sich in den Wellen, als die Wellenmaschine einsetzte. Da riss er um und holte plätschernd tief Luft, bevor er schließlich untertauchte.
Nach zehn Minuten, beruhigte sich die Wasseroberfläche wieder von den Wellen und ein Vogel klatschte an die Fensterscheibe und schmierte an ihr hinunter. Plötzlich schoss der Professore aus dem Wasser wie ein Delfin. Er flog regelrecht in zehn Meter Höhe bis an die Decke des Relaxraumes, wo eine große Uhr hing, an der er sich festhielt und dann auf sie hinaufstieg. Er turnte und trampelte auf der Uhr herum, als wollte er sie aus ihrer Deckenhalterung reißen – was dem Mann am Ende auch gelang. Er segelte mit der Uhr hinunter in den Wasserpool und tauchte ein. Das Wasser schwappte über und die schwere Uhr, die er aus einer Kirche in London erhalten hatte, brach den Boden durch. Das Gerät landete mit dem Professore in der Schlossküche, wo gerade das Mittagessen zubereitet wurde. Glücklicherweise war das Essen noch nicht geschlachtet und die Tiere konnten ausweichen. Dass die Belegschaft nun in die Ersatzküche ausweichen musste verschaffte dem Professore noch ein Weilchen Zeit, um seiner Arbeit nachzugehen, und er konnte vor dem Mittagessen einige wichtige Schritte unternehmen.
Zur Zeit verbrachte der Professore viele Stunden an der Erbauung einer Modelleisenbahn. Um nicht von einer Modelllandschaft zu sprechen. Im zehnten Untergeschoss befand sich ein riesiger Raum. Hier war des Professores Paradies. In jahrzehntelanger Kleinstarbeit richtete er eine Modelleisenbahn ein, die ihresgleichen sucht. Über vierhundertdreißig Quadratmeter erstreckte sich eine Miniaturlandschaft, die bei genauerem Hinsehen die Form von Frankreich hat. Wer sich das jetzt nicht vorstellen kann: die Umrisse Frankreichs auf einer Landkarte ähneln einer Scheibe Toastbrot, deren Rinde man zuerst rundherum abgebissen hat; doch das nur nebenbei. In der Tat hatte der Professor eine Miniatur Frankreichs errichtet. Berge, Täler, Städte, alles was dazu gehört, hatte er in diesem Modell aufgestellt. Und was der Clou der ganzen Sache eigentlich ist, er hat alle Städte durch eine einzige Bahnlinie verbunden, die er unter eine eigens erfundene Bahnbetriebsgesellschaft stellte: der „Societé des trains universaux du monde et qu’il y a aussi en France et en le reste du planet et natûrellement en espace“ oder kurz „La STUMAFRENE“ (gespr.: stümafränn).
Der Raum hatte noch einige weitere Raffinessen parat. So waren die Wände mit einem Lautsprechersystem ausgestattet, was seine Funktionsweise durch Zurufen ändern konnte. Der Professore konnte nun zwischen einfacher Hintergrundmusik, Stimmen der ebenfalls beweglichen Figuren auf dem Modell, Zuggeräuschen, Stadtlärm oder allem zusammen wählen. Aber jetzt war es Zeit zum Mittagessen, denn der Magen des Professores knurrte gewaltig.
Er lief in den Speisesaal. Auf einmal knarrte es von irgendwo her. Doch der Professore konnte es nicht lokalisieren. Realisieren und relativieren schon gar nicht. Sich nichts weiter dabei denkend, setzte er sich an die Tafel und wartete das Essen ab. Dann kam es auch rein. Heute, da alles etwas schief lief, ließ sich die Küche etwas ganz ausgefallenes einfallen. Das Servieren der Speisen erfolgte heute im Körper einer Lebendigen Kuh, der ein kleiner Gastronomiekühlschrank in den ausgehöhlten Bauch eingesetzt wurde, aus dem sich der Professore bedienen konnte. Als sich der Hungrige gerade einen Löffel Schafspüree aufnehmen wollte, knarrte es wieder. Diesmal war das Knarren aber von einem mittleren Erdbeben begleitet worden, und führte zu einem aufbrausenden Erlebnis für den Professore. Langsam hob sich der Boden in der Mitte des Saales an und brach schließlich, als eine riesige Bohrschraube durchstieß und sich eine unterirdische Panzerwalze aus dem Boden erhob.
Als sich der Staub legte, saß der Professore erschrocken in der Ecke des Saales. Genauer gesagt, saß er in der Kuh, und die Kuh stand in der Ecke des Saales. Vorsichtig lugte er durch den Po der Kuh hervor um zu sehen, was geschah. Die silberne Walze stand da auf ihren Fahrtbändern. Der Motor ging aus und als sie zu ende gebrummt
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