Die verzweifelte Fahrlehrerin verliebt sich in...?
von
Michael Reißig
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Die verzweifelte Fahrlehrerin verliebt sich in ihren schüchternen Problemschüler
Roberts fleischiger Daumen klickt gefrustet den roten Plastikknopf des Gurthalters.
Die spiegelige Metallfläche der Gurtschnalle wirft blendend grelles Licht der glühenden Mittagssonne in Roberts stechende Mandelaugen.
Seinen ganzen muskulösen Body mit der schlanken sexy Figur, den glänzenden dunkelbraunen Haaren, den meerblauen Augen, die im Normalfall verführerisch glänzten und dem stets zelebrierten aufrecht- stolzen Gang, setzte der stürmische „Anbaggerer“ gekonnt als "Waffe" ein, um die flottesten Mädchen so richtig wild machen zu können.
Robert machte immer einen auf cool und er glaubte mit diesem Erscheinungsbild auch Anja - so heißt diese bildschöne zweiundzwanzigjährige Fahrlehrerin - an Land ziehen zu können. Als ein anmutig stimmendes Lächeln ihren kirschroten Mund umspielte, war es um ihn geschehen. Doch Robert missdeutete, die aus ihren sinnlichen Lippen strömenden Signale völlig. Es war kein verführerisch aufreizendes Lächeln, allenfalls sollte es aufmunternd wirken.
Der im hellweißem Lack glänzende Golf Diesel rauschte vorbei an dichtem, im satten Grün leuchtendem blättrigem Astwerk, schnurgerade, auf die nächste Ortschaft zu. Robert nutzte die scheinbar monotone Strecke, um seine hitzige rechte Grappschhand auf ihren zarten Knien fordernd abzulegen und diese wanderte instinktiv weiter, bis an den Saum ihres tiefvioletten Faltenrockes, während seine linke Hand provokant lässig mit dem Lenkrad spielte.
Erschrocken war die charmante junge Frau zusammen gezuckt. Ein giftiges Blitzen hatte flugs die funkelnden Lachpünktchen aus ihren bernsteinfarbenen Mandelaugen verdrängt und breite Zornesfalten hatten sich plötzlich in ihr schönes ovales Gesicht gegraben.
„Bist du denn total verrückt geworden!“ schwadronierte die sichtlich erregte Frau wutentbrannt. Der Schreck hatte Robert bis ins Mark getroffen und die Fahrlehrerin, sah sich genötigt forsch ins Lenkrad einzugreifen, da er dabei war dieses zu verreißen, um den Supercrash mit einer der zahllosen stämmigen Kiefern noch entgehen zu können.
„T'schuldigung, passiert mir nie wieder!“, lispelte Robert kleinlaut.
Nur mit größter Mühe war es ihm gelungen, sich wieder auf das Fahren zu konzentrieren. Sein arrogantes Imponiergehabe war durch den Schreck plötzlich auf- und davongeflogen.
„Wenn es Ihnen passen würde, können wir uns am Dienstag, um 16.00 Uhr, wieder an gleicher Stelle treffen. Und merken Sie sich das gefälligst: noch eine anzügliche Handlung oder Bemerkung und Sie können sich weitere Fahrstunden bei mir abschminken! Und die Angelegenheit würde dann noch ein gerichtliches Nachspiel haben!“ Ihre Stimme zittert und bebt in diesen Sekunden.
Robert reißt die Tür weit auf.
Ist denn das überhaupt möglich! Der ansonsten so lässig wirkende coole Charmeur, stehlt sich ohne sich von ihr zu verabschieden, wie ein scheues Reh einfach von dannen.
In der tropischen Hitze dieses Julitages lauert schon der nächste Schüler ungeduldig auf seine erste Fahrstunde.
Auch er hat natürlich die nicht gerade freundlichen mahnenden Worte, mit denen sein Vorgänger bedacht worden war, längst aufgeschnappt.
Hände zittern, Arme zittern. Es fühlt sich an, als würde jede einzelne Faser seines schmächtigen Körpers zittern.
Die junge zierliche Fahrlehrerin kann natürlich nicht wissen, was dieses „Nervenbündel“ in seiner nicht gerade glorreichen Vergangenheit, schon so alles angestellt hat.
Ein besonders hitziger Fahrlehrer hatte das „Sensibelchen“ einfach so an die Luft befördert. Unter seinen gestrengen Augen konnte der zappelige Neunzehnjährige nichts, aber auch gar nichts, richtig machen. Selbst dann, wenn der glühende Asphalt monoton geradeaus führte, hatte er immer etwas zu nörgeln. Mal fuhr er zu weit in der Mitte, dann fuhr er zu weit rechts. Er konnte tun und machen was er wollte. Bei nahezu jeder Handlung prasselte ein Gewitter heftigster Schimpfkanonaden auf den immer ängstlicher werdenden Thomas nieder.
Macht er diese Eskapaden nur bei ihm oder müssen viele andere seiner Schüler auch unter seinen ständigen Nörgeleien leiden? Wahrscheinlich nicht, ansonsten hätte sein Klientel schon längst das Weite gesucht und dazu hätte noch der Pleitegeier seine scharfen Krallen über das Unternehmen ausgefahren. Höchstwahrscheinlich spielte er seine Trumpfkarte nur deshalb so geschickt aus, um seinen unbequemsten Schüler zur Selbstaufgabe zwingen zu können.
Manchmal tobte der Fahrlehrer sich so in Rage, dass Thomas kaum noch Kupplung, Bremse und Gaspedal voneinander unterscheiden konnte.
Eines schönen Tages hatte der cholerische Hitzkopf genug von seinem „Nervenbündel."
„Bescheuerter Vollidiot“, dröhnte es hitzig aus seiner trockenen Kehle, in so einer Lautstärke, dass es seine ohnehin schon gestressten Stimmbänder hätte zerreißen können. Diesmal war es zwar verständlich, da Thomas viel zu dicht auf den vor ihm fahrenden LKW aufgefahren war, der plötzlich bremsen musste. Doch war er es etwa nicht, der Thomas, wegen seiner unschönen Allüren, an den Rande eines Nervenzusammenbruch getrieben hatte?
Geistesgegenwärtig drückte der Fahrlehrer mit einem heftigen Schub die Bremse durch, aber nur um Haaresbreite konnten die beiden „Unnahbaren“ einem Crash gerade noch so entgangen.
Die letzten Silben, die er jähzornig über seine spröden Lippen brachte, waren klar und verständlich formuliert.
„Raus, aber sofort!“
Reflexartig hatte Thomas die Tür weit aufgerissen und diese mit melancholischer Bitterkeit resignierend hinter sich zugeknallt. Was sollte ihm auch anderes übrig bleiben. Im Gesicht des Fahrlehrers grinste höhnisch die fatale Fratze menschlicher Gemeinheit, erfüllt von gehässig-markigen Sprüchen. Keine Minute - nicht mal eine Sekunde mehr - hätte er es an der Seite dieses „knochigen Wichtigtuers“ , der von sich glaubt alles richtig zu machen, ausgehalten.
Fortan machte er sich auf die Suche nach einer anderen Fahrschule und fand auch eine preiswerte nach längerem Suchen.
Hektisch zwängt sich Thomas ans Lenkrad. Leise, fast flüsternd, quetscht der schüchterne Stotterer ein „G'g gguten Tag, aus seinem roten Mund. „Matschke“, stellt sich die junge Frau kurz vor und beide begrüßten sich mit einem knappen Händedruck.
Welche Gedanken werden in diesem Augenblick durch ihren bleiernen Kopf schwirren? „Bloß nicht das! Vorher dieser rotzfreche aufdringliche Angeber und jetzt noch dieser nervende Angsthase, denkt sie in diesem Augenblick. Ihre gestraffte Gestalt, die fast bis zum Anschlag aufgerissenen Augen und die tiefe Falten in ihrer Stirn zeugen, dass sie ihrem neuen „Zögling“ alles andere als aufgeschlossen gegenüber steht.
„Was soll das! Warum nur so aufgeregt! Ihnen reißt doch niemand den Kopf ab!“
Ihre miese Stimmung versetzt seinen schmächtigen Leib so richtig in Wallung.
Während sie in aller Ausführlichkeit die Bedienelemente des Fahrzeuges erklärt, hört sie förmlich, dass sein weiches Herz in der
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Kommentare
loely schrieb am 2010-02-19 22:24:10:
echt toll geschrieben..klasse!
weiter so !
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