Dieser Gedanke
von
Dr.Soltberg
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Dieser Gedanke
Das Schicksal hatte ihre eigene Perversion eines Lebens für ihn ausgesucht. Dessen war sich Henry schon seit seiner Kindheit sicher. Und doch, als er durch die unglaublich dunkle Nacht wanderte, konnte er immer noch nicht fassen was aus ihm geworden war. Die Art auf die er fühlte. Auf die er dachte. Auf die er lebte.
In den dunklen Seitengassen der finstren Stadt warteten bereits seine Feinde. Er konnte ihren abstoßenden Geruch ausmachen und spürte die Ladung in der Luft. Ein einzelner Funke konnte alles entzünden.
Sie kamen aus ihren Ecken. Sie hatten sich hinter Mülltonnen verkrochen. Dieser Abschaum.
Der Saum seines grauen Mantels berührte seine schwarzen Schuhe. Er flatterte, als er die beiden Waffen aus den Holstern zog, die an seinem Gürtel befestigt waren. Die Kreaturen der Nacht kamen näher. Untote. Vampire. Er kniete nieder. Er hob die Schatulle, die er an einer goldenen Kette um den Hals trug vor sein Gesicht und öffnete es. Ein Foto war im Inneren. Henry betrachtete es. Er ließ es sinken und umklammerte seinen beiden Pistolen fester.
Dieser Gedanke wird mich durch die dunkelste Nacht begleiten, während deine Augen auf mir ruhen.
Dieser Gedanke wird mir helfen, die Angesichter meiner Feinde zu vernichten, während dein Geist mich stärkt.
Ein Untoter sprang keuchend auf ihn zu. Innerhalb des Bruchteils einer Sekunde hatte das robuste Projektil der Waffe den Kopf des Wesens über die nächsten fünf Meter verteilt.
>>Fick du dich auch mein Freund.<<
Er richtete sich auf. Es war etwa ein halbes Dutzend Vampire, was dort in der dunklen Gasse stand. Frauen, Männer, sogar ein Kind, das nicht älter als 12 sein konnte, lief mit ausgestreckten Armen und vor Blut triefendem Mund auf ihn zu. Er hielt seine Waffen so, dass sich seine Daumen gegenüberstanden und vor seinem Körper ausgestreckt waren.
Kommt mit mir oder nicht. Es schert mich nicht.
Er wandte sein Gesicht ab. Er gab sieben Schüsse ab, da er wusste, dass der Junge mit nun aufgeplatzter Schädeldecke immer noch weiter auf ihn zutaumelte. Das Blut quoll aus ihm heraus, wie das Öl aus einer frisch angezapften Quelle.
Der unendliche Kreis hatte sich geschlossen.
Er wandte sich ab. Schritt der Hauptstraße entgegen. Doch er verharrte urplötzlich an einer Leiter, die auf die Dächer, der billigen Mehrfamilienhäuser führte. Er hörte Geräusche. Sie kamen zweifellos von oben.
>>Der Gedanke an dich…<< flüsterte er und schwang sich auf die Leiter.
Der kühle Wind ließ seinen Mantel flattern. Von hier oben konnte er das Massaker erkennen.
Er gelangte fast mit unnatürlicher Geschwindigkeit auf das obere Dach. Er erklomm es gelenkig, indem er sich hochzog. Ein gewaltiger Halbmond prangte am Himmel. Es war, als wollte dieser ihn verhöhnen.
Dunkle Wolken hoben sich Kontrastartig von einem noch dunkleren Himmel ab. Das Licht des Mondes beleuchtete ihre Umrisse. Es war als steckte er in einem vollkommen absurden Kunstwerk. Er bewegte sich sachte zum Rand. Er schloss die Augen. Er umklammerte das Amulett. Die Schatulle. Eine einzelne Träne bahnte sich den Weg über sein, von Schmerzen und Leid gezeichnetes Gesicht. Eine Präsenz, so stark wie nie zuvor, konnte er spüren. Ein Präsens, die ihm die Sinne raubte. Er öffnete die Augen und wandte sich um. Eine elegante, schlanke, vollends perfekte Gestalt stand am anderen Ende mit dem Rücken zu ihm. Das Amulett mit dem Bild im Inneren zitterte in seiner linken Hand, als er schwankend hinüberging.
Sein linker Arm reflektierte taktlos den Rhythmus des Windes, als er plötzlich hinter ihr stand und auf die Knie sackte.
Soll ich den Teilen folgen?
Himmel, wo ist mein Engel ich brauche ihn nun.
Himmel, wo ist mein Engen ich brauche ihn nun um mich zu stützen, zu halten.
Ich weiß, dass du zuhörst.
Wo ist mein Engel?
Sie drehte sich um. Sie umarmten sich. Und gehüllt in dem Schwall in der Farbe der Liebe und der Lust, brach er zusammen. Massen dieser Flüssigkeit flossen aus seiner Halsschlagader, doch er wagte nicht die Umklammerung zu lösen. Er wollte sie nicht wieder verlieren. Dann stolperte er mit letzter Kraft nach vorne und sie fielen. Fielen in einen unendlichen Traum.
Eine Elster landete auf dem platten Dach eines Mehrfamilienhauses. Eines billigem, dreckigem Backsteinhauses. Sie stelzte zum Rand. Ganz nah an den Abgrund und pickte etwas auf. Etwas Funkelndes. Sie behielt das Amulett im Schnabel und flog davon. Flog durch den späten Nachthimmel, an dem sich bereits in Nähe des Horizontes die ersten Vorboten des Tages erblicken ließen. Ein letztes Funkeln in der Ferne. Und eine stille Legende war vergessen.
Anmerkungen
Der größte Zweifel kam bei der bestimmung des Genres in mir auf.
(This is not)
THE END
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Kommentare
sina franke schrieb am 2007-06-12 20:52:14:
an anariel das finde ich nicht mit "die art..." das ist doch das was einen autor ausmacht. ichg finde er hat das wundervoll beschriebn. so prägt sich das mehr und mehr ein
danke soltberg fuer deine kommentare. es ist schoen sowas von DIR zu hoeren. du hast talent. sogar sehr grosses.
alles liebe sina
Anariel schrieb am 2007-03-05 18:36:49:
Hallo Soltberg,
jetzt bin ich endlich mal dazugekommen das neue von dir zu lesen.
Man ich leide echt an etwas das man Überbeschäftigung nennen könnte.-lach-
Zur Story: Mal wieder recht düster, aber nichts desto Trotz wieder ein Genuss es zu lesen. Am anfiang fiel mir allerdings zwei Sachen auf.
-----Das Schicksal hatte IHRE?
und...
----"Die Art auf die er fühlte. Auf die er dachte. Auf die er lebte. "
Hier wär es fast geschickter die drei "Auf die er" raus zu nehmen und auf einen Satz zusammenzuschrumpfen. Etwa so: "Die Art auf die er fühlte,dachte und lebte" oder so......
Aber wie gesagt sind nur Kleinigkeiten. Hoffe bald neues von dir zu lesen.
Mit liebem Gruße
Anariel
Dr.Soltberg schrieb am 2007-02-19 15:43:24:
Vieln Dank, Heaven.
Also Marie, wie du weißt bin ich 24/7 online.
Ich hab ja kein Leben mehr.
Öh, ja. Ich versuche wieder zu schreiben, da mein Geisteszustand echt aufm Tiefpunkt is.
Aber vor allem vielen Dank an euch beide.
Dr.Soltberg
Marie schrieb am 2007-02-16 16:05:18:
So endlich lass ich mal wieder was von mir hören... bist du mal wieder bei icq online? sorry dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber mir gings, wie du ja weißt, nicht sooo gut...
die geschichte gefällt mir echt sehr gut! Wie man das von dir ja gewohnt ist! naja also dann
liebe grüße marie
Heaven schrieb am 2007-01-24 17:55:21:
Wow, dein Stil ist toll und ich finde deine Geschichten immer wieder beeindruckend!!
lG Heaven
P.S.: Danke für deine Kommentare. =)
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