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Kategorien > Krieg > Kurzer Einblick

Donnern

von Ragnar

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Donner hallte über die Ebene. Weit vor ihm wurde der Horizont immer wieder von Blitzen erhellt. Er konnte nicht sagen ob es ein richtiges Gewitter war oder ob da vorne nur ein heftiges Artilleriegefecht tobte. Nun es war ihm auch egal, er genoss diesen Moment, er hatte seine Ruhe, endlich konnte er ruhen.

Die Schlacht um die Algorebene dauerte nun schon mehr als 3 Tage. Zwei Regimenter waren hier aufeinander getroffen. Korporal Heinzer war mit seinem Zug jedoch schon früher in Stellung gegangen. Der Auftrag lautete Beobachtungsposten einrichten, feindliche Aufklärungen und Stellungen auszumachen und falls möglich Positionen der gegnerischen Artilleriefeuerleitposten zu vernichten. Heinzer erhielt mit seiner Gruppe den Auftrag oberhalb des Dorfes Karlsund Position zu beziehen und in diesem Gebiet aufzuklären. Allfällige Beobachtungen waren sofort dem Zugführer, Oblt Kender, zu melden. In den ersten Tagen war nichts zu erkennen, vereinzelt waren noch einige Zivilsten aufgetaucht, die versuchten ihr weniges Hab und Gut zusammen zu kratzen, um das Gebiet zu verlassen. Schnell verschwanden diese jedoch auch, es war allgemein bekannt, dass es in der Algorebene zum Kampf kommen würde.

„Korporal, Korporal!“ Langsam öffnete Heinzer seine Augen. Schwarze Flecken tanzten in seinem Blickfeld und er hatte Mühe die Orientierung zu finden, man hatte ihm wohl nicht all zu viel Schlaf vergönnt. „Ja, was ist Mark?“ „Feindliche Bewegung in Sektor Cäsar!“ „Ich komme.“
Langsam zog er sich aus seinem Loch, in dem er seine wärme isolierende Plane wegzog. Danach holte er sich noch seine Ausrüstung heraus. Dann robbte er herüber zu Marks Stellung. In diesem Loch war nicht viel mehr Platz als in seinem. Dies jedoch darum, weil es mit der Wärmebildkamera, den Restlichtverstärkern und einem leichten Maschinengewehr ausgestattet war. „Ich habe die Kamera ausgerichtet. Bis jetzt habe ich 8 Bewegungen.“ sagte Mark. Heinzer schaute durch. Zuerst sah er nur das Wäldchen, 7 Tannen und einige Büsche. Dann jedoch zeigte die Kamera rote Flecken an, die sich langsam bewegten. Erst einer dann zwei, bis dann 12 rot und gelb leuchtende Gestalten zum Vorschein kamen. Sie fächerten aus und hielten einen Abstand von ca. 5 Meter zwischen sich. Heinzer machte sofort Meldung. Der Offizier der leichten Minenwerfer schaltete sich dazu und Heinzer gab den Sektor an. „Planquadrat Uniform 17, Sektor Cäsar, 30 rechts, 50 hoch, zerschlagen!“ Die Daten wurden nochmals wiederholt, dann funkte Heinzer seiner Gruppe die Köpfe unten zu halten. „Sie haben uns!“ reagierte Mark. Auch Heinzer hatte es gesehen, die feindliche Gruppe spritzte förmlich auseinander. Sie mussten mitbekommen haben, dass gefunkt wurde. „Mark ans MG! Halt sie nieder!“ schrie Heinzer. Das MG ratterte los. Leuchtgeschosse wurden mit hoher Geschwindigkeit in das Wäldchen gejagt. Dann ertönte das unangenehme Pfeifen der anfliegenden Minen. „Verdammt!“ schrie Heinzer. Er hatte immer noch durch die Wärmebildkamera geschaut, als die Granaten einschlugen und wurde sofort geblendet. Der Lärm war ohrenbetäubend. Zwischen dem Donnern der explodierenden Granaten hörte man immer wieder dass rattern des MGs und nun auch ab und zu Schüsse aus den Sturmgewehren. Die Gruppe hatte auch das Feuer eröffnet.

Dann war es still. Man hörte nur noch das Knistern der brennenden Bäume des Wäldchens im Sektor Cäsar. Es war dem Feind nicht gelungen, einen Schuss in ihre Richtung abzufeuern. „Feindliche Gruppe zerschlagen, ziehen uns zurück.“ meldete Heinzer dem Zugführer, noch immer etwas wackelig auf den Beinen also Folge seiner kurzen Blindheit. Sein Sichtfeld war immer noch weiss gepunktet doch das würde auch noch vergehen. Innerlich verfluchte er sich jedoch noch immer über seinen Fehler.
Die feindliche Gruppe hatte zwar nicht zurückgefeuert, aber ihre Stellung war sicher gemeldet worden, oder ein anderer Beobachter hatte das Gefecht gesehen. „Abmarsch in 3. Phil und Chris: Ihr helft Mark. Lars du machst die Rückendeckung. Rückzugspunkt Delta 6. Los, los, los!“ Es würde nicht lange dauern, bis sie beschossen würden.

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