Doppelt hält besser
von
Francis
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Ich kann mich noch recht genau daran erinnern, wie sehr mir mein erster Flug in einem modernem Flugzeug gefallen hat und wie deutlich ich merkte, dass das Fliegen einfach eine der größten und schönsten Errungenschaften der Menschen ist.
Umso gedämpfter war meine Laune, als wir zum Landen ansetzten. Doch auf dem Flughafen Heraklion angekommen freute ich mich über die vielen griechischen Buchstaben, die ich - trotz dreijähriger Altgriechisch Pause - noch entziffern konnte. Allerdings mussten wir noch eine halbe Ewigkeit mit dem Bus fahren und, da es später Abend war, schlief ich auf der letzten Reise zum Hotel.
Dieses Hotel erwies sich als klarer Fall für "Erwartungen übertroffen", worüber ich mich sehr freute (gerade wenn man vorher sehr viele Fälle griechischer Hotelabzockeaktionen gesehen hatte) und wir verlebten eine schöne Zeit in griechischen Städten, Sehenswürdigkeiten, im Hotel und natürlich im Meer. Je schöner die Zeit wurde, desto schneller verging sie auch wieder und das griechische Wasser tat meinen Haaren mit der Zeit gar nicht gut und ich verbrauchte, weil es so heiß war, sehr viele frische Klamotten, so setzte ich mir am Tag der Abfahrt einen neugekauften Hut auf und zog mich komplett weiß an, und - für mich total untypisch - mit pinkfarbenen Nähten, weshalb ich mich etwas unwohl fühlte.
Jedenfalls ging das Spiel diesmal andersherum, zuerst die Busfahrt, dann der Flughafen und auf den Flug warten. Vor dem Flughafen kracht dann auch noch ein Fuß meines Trollais ab. Toll. Dementsprechend gut war ich gelaunt. Doch es kam alles ganz anders als gedacht...
Wir reihten uns in die Schlange der vor dem Check-In ein, die sogar aus dem Flughafen hinaus ragte und vollkommen unübersichtlich war. Im Flughafen zerrten wir unsere Koffer erst einmal zu einem Postkartengeschäft: Wie üblich hatten wir vergessen, für uns selbst welche zu kaufen...Schließlich zurück zur Schlange. Endlich den Koffer hingestellt neigte ich meinen Kopf nach rechts und wieder gerade aus. Konnte das wirklich sein, was ich da gesehen hatte?? Ich holte tief Luft, konnte es nicht glauben und hatte zuviel Angst, dass es nur ein Traum war. „No Risk, no fun!“ dachte ich mir an dieser Stelle und blickte erneut nach rechts. Und tatsächlich. Genau da stand er, genau er, ganz genau wie so erträumt und ersehnt. Ein paar Meter von mir entfernt mein absoluter Traummann. Und ich durfte nicht aus der Schlange hinaus! Sachte begann ich, Blickkontakt aufzunehmen. Er reagierte kaum. Ich wusste nicht, ob er schüchtern oder nicht interessiert war. Ich wurde schüchtern. Dann ging er einen Schritt vor, genau ins Licht und ich sah, dass seine Augen tatsächlich dunkelblau, ja fast schwarz waren und ich versank in ihnen, wurde hinein gezogen wie in ein schwarzes Loch, vergaß Zeit, Raum, Lärm, ja sogar mich selbst. Es gab nur noch diese Verbindung unserer Blicke. „Kommst du?!“ Es riss mich aus meiner Trance und ich ging einen Schritt vor. Etwas Luft holen. Ein solch starkes Gefühl hatte ich noch nie empfunden und mein Körper musste sich erst ein mal daran gewöhnen – auch wenn es wohl nur ein paar Sekunden gewesen sein müssen.
Wir waren zuerst unsere Koffer los und meine Eltern wollten unbedingt noch mit mir und meiner Schwester in den duty-free Bereich. Also gut, es würde bei ihm und seiner Familie eh noch ein Weilchen dauern. So wühlten wir zwischen geschmacklosen Engeln, teuren Weinen, etlichen Schafskäsesorten und merkwürdigen batteriebetriebenen Figuren und ich war doch nicht bei der Sache. Es schwirrte mir einfach überall durch meinen Körper und vor allem Kopf, ich war wie elektrisiert. Aus diesem Bereich zurück in die riesige Wartehalle beschloss ich, mich selbst einmal auf der Toilette zu erfrischen, meine struppigen Haare zu kämmen und mich selbst im Spiegel zu betrachten sowie sicherzustellen, dass ich wirklich nicht träume.
Zurück in der Halle suchte ich in jedem Winkel soweit das unauffällig möglich war nach ihm, konnte ihn jedoch nicht finden. Ich sah betrübt zu Boden und beschloss, es doch einfach aufzugeben, es hätte eh keinen Sinn. In dem Moment kam der Aufruf, dass wir in unser Flugzeug gehen sollten. Also gut, auf ein neues diesen dämlichen wackelnden Koffer.
Im Flugzeug – nach dem üblichen Chaos, weil jeder ja unbedingt seine Sachen gleich nach oben verfrachten möchte – erkannte ich etwas, was meine Stimmung erneut ins unermessliche hebte: Er saß eine Reihe hinter mir auf der entgegen gesetzten Seite. Ich sah in an, er mich und er lächelte. Ich spürte, wie mein Körper von Glückshormen nur so überströmt wurde und die Röte in meine Wangen steigen. Der Flug war wunderschön. Hier, in den Wolken vereint, schauten wir uns in die Augen, als würden wir dadurch uns nie mehr loslassen können, als würden unsere Augen alles, wirklich alles von uns erzählen. Doch auch dieser Flug hatte sein Ende. Ich hoffte so sehr darauf, dass ich ihm meine Nummer oder Adresse bei der Gepäckausgabe geben könnte, denn im Flugzeug war es nicht möglich: Wir saßen beide am Fenster und konnten nur sehr schwerlich raus.
Doch es kam alles mal wieder ganz anders: Bei der Gepäckausgabe, ich war mir so sicher, er musste doch dort sein! Wo war er nur? Nach einer halben Ewigkeit, so schien es mir, fiel mir, nach hin- und hergehen auf, dass er hinter einer Säule mich selbst suche. Erneutes Herzklopfen. Ich lächelte alle meine Erleichterung hinaus, in ihn hinein und ihm muss es genauso gegangen sein, dann drehte ich meinen Kopf zu meiner Schwester, um ihn ihr zu zeigen, später erfuhr ich, dass er mich ganz genau in dieser Zeit zu sich her gewunken hatte, doch ich bemerkte nichts. Und wunderte mich über seine Passivität. Ich war entmutigt. Wollte er wirklich mit mir reden? Es war so wunderschön, was, wenn wir uns kennen lernten, konnte es schrecklich werden? Zweifel kamen in mir auf und wir beide bewegten uns nicht von der Stelle.
Dann musste er plötzlich gehen. Okay, meine letzte Chance, ihm das Blatt mit meinem Namen und meiner Nummer zu geben, ich ging genauso schnell wie er, wir waren nur getrennt durch diese dämliche Fliesband, ich warf einen verächtlichen Blick auf es – „Dein Koffer!!“ rief meine Mutter und meine letzte Chance glitt an mir vorbei. Ich blieb stehen, der Abstand blieb, er lächelte mir zu, als wolle er sagen „Hey, nimm es nicht so schwer, sei froh, dass dir etwas so schönes passiert ist. Das wird schon!“, aber eigentlich kann man es nicht in Worte fassen.
Die Wochen darauf suchte ich via Internet in duzenden Internetseiten nach einer Suchaktion, ob er mich denn suchen würde, doch ich wurde nicht fündig. Ich ging selbst sooft es ging in eine Discotheque, die für Punks berühmt ist, schließlich war er wie einer angezogen, er ganz schwarz, ich ganz weiß. Und anscheinend galt das auch für uns. Es gab nur ganz oder gar nicht.
Und so leidete ich, ich vermisste ihn schrecklich, doch der einzige Platz, der für diese himmlische Verbindung auf Erden ist, ist wohl nur der Himmel. Und so schreibe ich diese Geschichte, um
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Kommentare
sweetgirly-7 schrieb am 2007-11-15 21:26:05:
oh..traurig abr auch shöön..
Francis schrieb am 2006-12-01 18:12:15:
Ähm, also das ganze beruht auf einer wahren Geschichte (ich hab sie nicht direkt persönlich erlebt) und ich hoffe, dass sie euch gefällt.
frankie schrieb am 2006-12-01 18:08:54:
wunderschön geschrieben
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