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Kategorien > Wahre > Träume

Dort war sie eine Todeselfe

von melina ludwig

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* ich wusste nicht welche Kategorie ich wählen soll, ich hoffe es passt.




Das rote Blut sah in der Nacht aus, wie eine hässlich- schwarze Pfütze, die sich auf der Tischplatte ausbreitete. Sie hob ihre Hand aus der Lache und sah zu wie die Flüssigkeit zuerst in kleinen Bächen über ihre Haut floss und schließlich zurück auf den Schreibtisch tropfte; wo sie Kreise zog, die sich zum Rand hin verloren. Sie blickte hinab und erkannte, dass sie sich spiegelte, verschwommen zwar, doch sie fand ihre eigene Silhouette wieder, die sich abhob wie ein schwarzer Schatten.
Langsam klärte sich ihr Spiegelbild auf und sie beugte sich weit vor, um mehr zu erkennen, so, dass sie die Nase fast in ihr Blut tauchte.
Die Welt um sie begann zu verschwimmen, noch schwärzer zu werden, als sie ohnehin schon war, in dieser Nacht. Alles wurde unscharf: der helle Mond, der am Himmel leuchtete, wie eine silberne, runde Lampe, der Baum vor ihrem Fenster, dessen Äste dunklen Armen glichen, die in ihren Träumen schon so oft versucht hatten nach ihr zu greifen und auch der Schein der vielen Kerzen, welche die einzigen Lichtquellen in ihrem Raum darstellten und deren Flammen sie immer wieder in ihren Bann zogen, und auch die Schnitte, Wunden, Narben an ihren Armen und Handgelenken, die Erinnerungen waren, an böse Zeiten, schlechte Erlebnisse, begannen zu verschwimmen.
Es schien nur noch sie und die unheimliche Spiegelwelt ihres Blutes zu geben.
Sie ließ alles hinter sich, tauchte ein in ihr eigenes Reich, in dem die Nacht und der Schmerz regierten.
Wieder war sie dort, was sie hier nicht sein konnte: eine Elfe, die schönste Gestalt weit und breit, unverletzt, unversehrt, ohne Narben, unantastbar in ihrer Schönheit.

Lange war sie dort, in der Welt, in der noch mehr Böses geschah, als in der unseren und tat dort das, was ihr bestimmt war, sie brachte den Tod, der den unvergleichbaren Trennungsschmerz mit sich zog. Sie war eine Todeselfe, eine jener, die immer in schwarz gehüllt sind, dass jeder erkennen kann, was für Unheil sie verkündet.

Als sie wieder in die Realität zurückkehrte war sie benommen. So viel Blut hatte sie lange nicht mehr verloren. Sie hob den Kopf vom Tisch und auch aus dem Blut, das stellenweise schon angetrocknet war, sowohl auf dem Schreibtisch als auch an ihrer Wange, ihrem Mund und ihrer Stirn.
Wie in Trance sah sie sich in ihrem eigenen Zimmer um: die Stereoanlage, die zuvor noch dunkle,unheilverkündende Musik gespielt hatte, die sie nicht einmal mehr wahrnahm, zeigte jetzt die Endzeit an, der Mond war der Morgendämmerung gewichen, die Kerzen waren von selbst erloschen und die neuen Schnitte der Verzweiflung an ihrem Arm hatten aufgehört zu bluten. Eine Müdigkeit, welche ihre Kräfte schwinden ließ, breitete sich unbarmherzig in jedem Glied, jedem Gelenk, jedem Muskel und jeder Ader ihres Körpers aus. Sie schaffte es gerade noch zum Bett und....
.... wachte auf, fuhr aus dem Schlaf.
Ein Traum, nein eher eine Vision war es gewesen. Sie hatte in die Zukunft gesehen: am Abend hatte sie ihre große Liebe verloren. Es war Schluss, aus, Ende... leider! Sie hatte sich geritzt, nicht zum ersten Mal, nein, doch zum ersten Mal war es ihr ernst gewesen. Danach musste sie geschlafen haben und dieser Traum hatte sich in ihren Kopf geschlichen, leise wie eine Katze.
Das Mädchen in ihrer Vision war sie selbst gewesen, jedoch älter als jetzt. Nun konnte sie nur noch denken, dass sie so nicht enden wollte, psychisch krank, als Borderliner.

Später fand sie eine andere Möglichkeit sich selbst zu therapieren: das Schreiben.
Sie hat sich danach nie wieder selbst verletzt.

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Kommentare

Soraya schrieb am 2008-04-25 20:33:11:
Was hier gibts Faker!!! Sie mag Recht haben, aber trotzdem hat sie kein Recht meinen Namen zu faken! was ist das!!!

Naja, trotzdem ist deine Geschicht gut und wie mein Fake(!) schon gesagt hat, sehr wahr.

Lg
Mia/Soraya schrieb am 2008-04-16 17:37:41:
Ja, ich bin unter zwei Namen unterwegs, unter Mia, die reale Person, die auch so einige Lebensprobleme und einen Suzidversuch hintersich hat und unter der Elfe Soraya, die unnahbar, wunderschön und geheimnisvoll ist, die machen kann was sie will.
Ich finde die Geschichte so was von gelungen. Sie drückt das aus, was ich fühle, nur nicht das Ende ( bin noch nicht ganz über alles hinweg).
Ich schreibe auch oftmals um meine eigene welt zu vergessen. Sorry, das ich mich hier so auslasse ;-)
LG
Mark Reichmann schrieb am 2007-05-25 19:46:34:
Hallo Melina,

ich habe jetzt ein paar von Deinen Kurzgeschichten - Texten - gelesen. Man merkt das Du viel liest. Du schreibst sehr interessant und spannend. Interessant wäre bestimmt mal ein etwas längerer Roman - Kurzgeschichte - von Dir. Weiter so! Grüße Mark Reichmann

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