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Kategorien > Fantasy > Drachen

Drachenauge

von MaecMurphy

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„Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß wie Wolken schmecken“
Das sind die heiligen Worte des Volkes von Nabilor und sie hängen, für jeden sichtbar, eingerahmt im großen Saal von König Palarion.
Adana stand wie jeden Morgen vor dem Bilderrahmen und versuchte den Sinn der Worte zu ergründen. „Warum nur komme ich nicht drauf?“ Sie war jetzt 18 Jahre und zählte immer noch zu den Kindern.
Erwachsen war nur derjenige, der vor dem König das Geheimnis der Worte richtig entschlüsselte. Bei so einer Prüfung schauten dann immer alle gespannt auf den König, wie würde er entscheiden? Sobald der König nickte, wurde der Prüfling mit einem tosenden „Sei willkommen“ in die Welt der Erwachsenen aufgenommen. Bis zum heutigen Tag gab es nicht einen, der die Prüfung nicht bestanden hatte und Adana wollte nicht die erste sein.
„Hey Adana, was stehst du da wie angewachsen, wir haben Unterricht! Los, wir sind spät dran!“ rief Iridan im vorbeilaufen. „Sogar Iridan hat’s geschafft!“ dachte sie und rannte los.
Im Schwertkampf Unterricht war sie unaufmerksam und handelte sich böse Hiebe ein. „Was is’ los mit dir?“ Als Adanas bester Freund machte er sich langsam Sorgen. „Ach, ich versteh’s einfach nicht! Welche Weisheit verbirgt sich dahinter?“ Tränen schossen in ihre Augen. „Adana, du denkst zuviel! Irgendwann, wenn du nicht damit rechnest, wirst auch du erleuchtet“ spöttelte er und sprang zurück ins Kampfgetümmel.
Adana musste alleine sein, ihre Gedanken ordnen. Die Schönheit des Tals nahm sie heute nicht wahr, erst als ein riesiger Schatten ihre Sicht verdunkelte, kehrte sie in die Gegenwart zurück. Ihr Blick wanderte nach oben „Bei den Göttern! Ein Drache!“ sie rannte los. Vor ihr lagen die Berge. „Ich werde sterben, er wird mich fressen“ der Schatten schwebte unheilvoll über ihr. Mit letzter Kraft kam sie bei den Felsen an und zwängte sich schweißgebadet in eine Spalte.
Adana schluchzte zusammengekauert in der hintersten Ecke der Felsspalte. Ein riesiges, von Schuppen eingerahmtes, gelbes Auge erschien in der Spalte und glotzte sie an. Adana sog scharf die Luft ein. „Was ist?“ die Stimme überrollte sie wie ein Donnergrollen. „Hey Menschlein, komm raus, damit ich dich besser sehen kann.“ „NIEMALS! Du wirst mich fressen“ kreischte sie hysterisch das Auge an. „Ach Mädchen, komm raus, damit ich dich besser hören kann“ säuselte der Drachen verlockend.
Das gelbe Auge fixierte sie. „Versprich mir, mich nicht zu fressen“ forderte Adana. „Ich verspreche es. Drachen-Ehrenwort!“ Adana rückte ein Stück vor. „So, das reicht“. „Warum bist du so misstrauisch?“, „Weil Drachen Menschen fressen.“ Da lachte der Drache und Adana wurde von der Wucht seines Atems an die Felswand gepresst. „Ich bin im übrigen Goridan, entschuldige meine Unhöflichkeit!“, „Ich heiße Adana“ stotterte sie verwirrt. „Wer hat dir denn das Märchen erzählt das Drachen Menschen fressen?“ „Na, das weiß doch jedes Kind.“ „ DAS TUN WIR NICHT“ entgegnete der Drache sehr ernst. Adana schaut ungläubig in das gelbe Auge. Konnte sie ihm vertrauen?
„Komm schon Adana, damit ich dich ....“Den Rest hatte sie nicht verstanden. Adana packte ihren ganzen Mut zusammen und ging nach draußen, dort setzte sie sich dem Drachen gegenüber. „Siehst du, ich hab dich nicht gefressen“ griente er. „Manchmal Adana, muss man etwas wagen. Halte Unmögliches für möglich, schreite unvoreingenommen durch dein Leben und du wirst überrascht sein, WAS alles möglich ist, wenn man es nur zulässt.“ Adana hatte Goridan fasziniert zugehört.
Sie schrie auf „Goridan, DAS IST ES! Ich hab’s endlich verstanden“ lachte sie und hüpfte vor der Schnauze des Drachen auf und ab.
„Ich glaube, da hat eben ein Schmetterling gelacht, hast du’s gehört? Ich muß schnell zu Iridan und es ihm erzählen“ jubelte sie. „Ja, geh nur kleine Adana und gib den Dingen eine Chance“ sprachs und erhob sich in die Luft.

Zwei Tage später trat sie vor den König und er war sehr zufrieden mit ihrer Interpretation.
Adana war erwachsen geworden.
Am Abend schlenderte sie durch den großen Saal und blieb unter dem Bild stehen. Sie musste schmunzeln, wenn sie jetzt die Worte las, dachte sie an ein riesiges gelbes Drachenauge.

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Kommentare

Sofi schrieb am 2010-05-28 21:36:40:
Hallo MaecMurphy!
Das ist eine tolle Geschichte!
Mir gefällt der Spruch "Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmeken." echt schön!
Hast du dir den selbst ausgedacht?
Glg Sofi

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