Drachentochter
von
Anariel, die Nomadin
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Drachentochter (1)
Gefangen und Verwundet (1)
Laut schreiend zerrte er an seinen Ketten. Sie waren aus Hass geschmiedet, er kann sie nicht zerreißen. Er wusste dies und doch, er riss weiter an den Ketten, bäumte sich auf und schrie. Tief schnitten sich die scharfkantigen Stahlringe in seine Haut, zerrissen sie regelrecht. Blut floss heraus und machte die Haut glitschig. Es kümmerte ihn nicht, den Schmerz nahm er nicht wahr. Wie von Sinnen schreiend riss und zerrte er weiter an seinen Fesseln. Wie lange, das wusste er nicht. Der Schmerz, der sein Herz zu zerreißen drohte war schlimmer als alles was sie ihm angetan hatten. Doch irgendwann konnte er nicht mehr. Schwer atmend und erschöpft fiel er auf die Knie. Seine großen Flügel, die ebenso zerschunden waren, wie sein Rücken, lies er kraftlos hängen. Verzweifelt schlug er die Hände vor sein Gesicht und schluchzte hemmungslos. Verloren! Alles verloren! Sie, die sie ihm so viel Wärme gab und Licht und Leben, vermutlich lag sie kalt und tot in einem unbekannten Grab. Und er selbst, wieder gefangen. Wieder hier, an diesem Ort, dem er doch bereits entflohen war. Gefoltert und zerschunden und angekettete in diesem dunklem, engen Loch. Und allein, so schrecklich allein. Noch immer floss Blut aus den Schnitten an seinen Handgelenken. Warm und klebrig benetzte es seine Unterarme. Die scharfen Kanten der stählernen Ringe, die seine Handgelenke umfassten hatten sich bei seinem sinnlosen toben tief in die Haut geschnitten. Eine seltsame Idee nahm in seinen Gedanken Gestalt an. Wenn die Schnitte nur tief genug wären. Könnte er so seinem Leben ein Ende setzen?
Verbissen begann er erneut an seinen Fesseln zu reißen und zu zerren. Diesmal drangen die Schmerzen in sein Bewusstsein vor, aber sie waren ihm willkommen. Mit jedem neuem Ruck schnitt sich der kalte Stahl tiefer in seine Haut. Und heißes Blut quoll immer stärker hervor. Schließlich brach er erschöpft zusammen. Er fühlte den kalten Stein des Zellenbodens an seiner Wange, Schwindel erfasste ihn und Dunkelheit verschlang sein Bewusstsein. Er nahm nicht mehr wahr, wie die Wachen hereinstürmte und auch nicht das blendende Licht der Fackel. Er nahm auch nicht wahr, wie er grob herumgedreht wurde und wie die Männer fluchten und nach dem Heiler schickten. Eben so wenig fühlte er, wie man ihm die Fesseln abnahm und seine neuen Wunden versorgte. Er würde nicht sterben, die Heiler taten ihr bestes. Er würde leben und bald würde er wieder erwachen.
Viele Meilen entfernt schreckte eine junge, schöne Frau aus einem tiefen Schlaf hoch. Ihre seltsamen blauen Augen weit aufgerissen schrie sie schrill und voller Schmerz auf. Ein alter gebeugter Mann eilte heran und drückte sie sanft zurück auf ihr Lager. Mit sanfter Stimme beruhigte er sie. “Still Drachentochter, still! Dir geschieht hier nichts, ich bin Dir Freund. Hörst Du, du bist schlimm verletzt worden und musst ruhen.” Und endlich schien sie ihn zu verstehen. Sie drehte ihm den Kopf zu und ihre mandelförmigen Pupillen weiteten sich, als sie sich den Lichtverhältnissen anpassten. Sie sah ihn an. “Wo bin ich?” “In meinem Heim. Ich habe dich gefunden, hier her gebracht und deine Wunden versorgt. Du bist sehr schlimm verletzt worden.” Seufzend lies sie sich zurücksinken. Sie schloss die Augen und versuchte sich angestrengt zu erinnern. Was war geschehen? Sie war tatsächlich verwundet und das nicht ungefährlich. Aber nun war sie ja wach und konnte die Heilung beschleunigen. Aber wo war sie verwundet worden und warum? Sie hatte Kopfschmerzen. Dann erinnerte sie sich an einen Kampf, einen wilden, einen verzweifelten Kampf. Dabei war sie also verletzt worden. Und plötzlich brachen die Erinnerungen über sie herein. Erneut setzte sie sich ruckartig auf und versuchte aufzustehen. “Belar, sie haben Belar! Ich muss ihm helfen, sie werden ihm wehtun!” Doch wiederum hinderte sie der Alte am Aufstehen und drückte sie sanft auf ihr Lager zurück. Sie war irritiert. Der alte Mann war viel kräftiger als es den Anschein hatte. Dieser schien ihren Blick zu bemerken und lächelte sanft. “Auch ich habe Drachenblut in den Adern und ich kenne euch, Inabeth, Prinzessin aus den schwarzen Bergen! Mein Name ist Sedaran und eure Mutter, Iselda war mir eine gute und treue Freundin.” Erstaunt blickte sie den Alten an. “Sedaran? Meine Mutter hat mir von euch erzählt.” Er nickte leicht. Tiefer Schmerz flammte in ihren Augen auf. “Sedaran, ich muss Belar helfen. Die Schergen des dunklen Königs.....sie haben ihn mitgenommen! Er, der dunkle König, er wird meinem Liebsten Schreckliches antun!” Wieder nickte der alte Heiler. “Ja sie haben Deinen Begleiter überwältigt und mitgenommen. Er wurde in die Burg Nimared gebracht. Und ja er, der dunkle König Hasaral, wird deinem Freund Schmerz und Leid zufügen, aber er wird ihn auch nicht sterben lassen. Zu sehr will Hasaral das Drachenblut beherrschen! Und Ihr, Prinzessin, seid momentan nicht in der Lage eurem Belar zu helfen. Ihr würdet nur euch selbst und auch euren Liebsten in Gefahr bringen. Zu schlimm sind eure Wunden und zu sehr seid ihr geschwächt. Einen Kampf mit dem Dunklem würdet ihr nicht überleben!” So sprach der alte Heiler Sedaran und Inabeth, die drachenblütige Prinzessin aus den schwarzen Bergen fügte sich. Er hatte ja recht. Vermutlich hatte sie nicht einmal genug Kraft um ihre Flügel zu benutzen. Erschöpft schloss sie die Augen und schlief beinahe sofort wieder ein.
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Kommentare
TheFab schrieb am 2008-04-10 09:20:30:
Hallo Anariel!
Danke für den Kommi, den du bei mir hinterlassen hast.
Da wurde ich gleich neugierig und habe nach gesehen, was du so alles geschrieben hast.
So viele Fantasygeschichten... ich kam aus dem Staunen nicht heraus.
Ich werde mich mal ans Lesen machen... Aber der Text hier ist wirklich gut. Habe mich schon etwas rein gelesen.
Liebe Grüße,
TheFab
Anariel schrieb am 2007-04-01 05:11:40:
Liebes Sturmkind,
muss dir nicht leid tun.-grins-
Lieber einmal zu oft gesagt bekommen als gar nicht, meine Meinung dazu.-g-
Wie gesagt, es freut mich das Dir meine Gesichte gefällt.
Der nächste Teil ist in Arbeit, aber irgenwo häng ich ein klein wenig.... da stimmt was noch nicht so ganz. Nun ja, nur ne frage der Zeit, ich denke ich kann den neuen teil bald reinstellen.
Mit liebem Gruße
Anariel
Anariel schrieb am 2007-03-23 19:01:16:
Muss dir nicht leid tun Sturmkind.
Der nächste Teil ist in Arbeit. bin nur diese Woche kaum zum schreiben gekommen, da es den nachbarn eingefallen ist, dennen über mir, das sie ihr Bad neu haben wollen....-augenverdreh- Herrschte tagelang ein infernalischer Lärm hier bei mir, und da kann ich nicht schreiben. Aber ich glaub nu ists überstanden mit dem Gelärme.
Sturmkind schrieb am 2007-03-23 12:48:40:
Oh, das habe ich leider übersehen. Tut mir leid. Aber ich habe mich ehrlich gesagt, nicht alle Kommentare durchgelesen. =)
Jedenfalls freue ich mich auf den nächsten Teil =)
Anariel schrieb am 2007-03-20 00:23:20:
Liebes Sturmkind,
wenn du mal kurz in die Kommentare bzw in meine Antworten darauf kucks, dann siehst Du das ich diesen Fehler bereit entdeckt habe. Denn es ist schlicht ein Zeitfehler, der sich eingeschlichen hat.
Kucks du:" Anariel schrieb am 2006-06-09 02:20:04:
...........
übrigens hat sich im zweiten Satz meiner Geschichte schon ein böser Fehler eingeschlichen.
Der muss so lauten: "Sie waren mit Hass geschmiedet, er konnte sie nicht zerreißen."
Das ist mir aber auch erst aufgefallen, als ich es schon abgesendet habe."
-frech grins-
Es freut mich wirklich sehr, dass Dir meine Geschichte gefällt. Deine Kommentare helfen mir auch teilweise weiter. Danke Dir dafür.
Ich denke, ich werde den nächsten Teil bald fertig haben. Hoffe ich zumindest....
Zur Zeit ist hier bei mir die Hölle los...-augenverdreh- und da soll man dann noch schreiben.
Mit liebem Gruße
Anariel, die Nomadin
Sturmkind schrieb am 2007-03-10 12:39:12:
Mir gefällt die Geschichte sehr gut.. Habe jetzt alle bisherigen Teile gelesen und wollte mal ganz naiv und nervig fragen, wann es weiter geht ;-)
Und ich hab noch was anzumerken. Gleich gaaanz am Anfang hast du was eingebaut, was mir so gar nicht gefällt. "Laut schreiend zerrte er an seinen Ketten. Sie waren aus Hass geschmiedet, er kann sie nicht zerreißen." Und zwar würde ich hier doch eher umsteigen auf "er KONNTE sie nicht zerreißen"...
Aber das nur am Rande.. Sonst: Super :-)
LG
Sturmkind
Anariel schrieb am 2006-12-28 09:01:03:
Auch hier ein nachgereichte, riesen großes Daneke an alle, die mir so tolle Kritiken geschrieben haben.
Es würde mich freuen, weiterhin eure Meinung zu lesen.
Mit liebem Gruße
eure Nomadin
Heronimus / e-sarikaya@hotmail.de schrieb am 2006-11-10 13:34:34:
Glänzend geschrieben !! Alle Achtung - die Geschichte an sich ist wundervoll
ich denke das es sich lohnen wird die Fortsetzungen zu lesen !
Es sendet anerkennende Grüße Hero
Lini Keràn schrieb am 2006-07-25 16:13:23:
Eine sehr gute Geschichte.
Franci schrieb am 2006-06-13 15:21:27:
Respekt!!!! deine story ist echt toll, hat spaß gemacht sie zu lesen!! lg
angelika schrieb am 2006-06-13 12:44:13:
HI,
Also ich muss schon sagen das mir das hier sehr gut gefallen hat. Meine Meinung über das ende? - hmm... das schließe ich mich Leanyka an!
Ich fand es jedoch sehr spannend und würde mir eine Fortsetzung wünschen! :)
lg
sternenkind
Marie schrieb am 2006-06-09 17:08:09:
Deine Geschichte ist wirklich sehr gut geschrieben!
Deine Formulierungen gefallen mir wirklich.
Da die Erzählung mittendrin anfängt, bin ich froh, dass du auch den zweiten Teil schon veröffentlicht hast!
Gruß Marie
Anariel schrieb am 2006-06-09 02:20:04:
Erst mal danke für die lieben Worte, von euch beiden.
Liebe Leanyka ,
vielen Dank. Die ganze Zeit hat mich etwas an meiner Geschichte gestört, jetzt weiß ich auch was!.;)
Aber es geht ja zum Glück noch weiter.
-lg-
übrigens hat sich im zweiten Satz meiner Geschichte schon ein böser Fehler eingeschlichen.
Der muss so lauten: "Sie waren mit Hass geschmiedet, er konnte sie nicht zerreißen."
Das ist mir aber auch erst aufgefallen, als ich es schon abgesendet habe.
Mit liebem Gruße
Anariel
Lucia schrieb am 2006-06-08 18:12:06:
Der Anfang ist schon mal toll! Man wird sofort ins Geschehen katapultiert und ist gespannt, wie alles angefangen hat und wie es nun weitergeht. Das bin ich jedenfalls. Weiter so!
Lg, Lucia
Leanyka schrieb am 2006-06-08 16:33:59:
Hallo!
Hallo eine wirklich tolle Geschichte, die ich interessiert verschlungen habe, bin schon gespannt auf die Fortsetzung!
Es hat mich am Ende nur gewundert, dass sie so schnell nachgibt, wo sie doch so an ihrem Liebsten hängt.
lieben Gruß,
Leanyka
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