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Kategorien > Mysterie > Unheimliches

Drei Tage (Himmel wie Hölle)

von Beautiful Experience

<b>Drei Tage (Himmel wie Hölle)</b>


"Was wollen Sie hier?"
Er hatte einfach mein Zimmer betreten. Ohne anzuklopfen. Ohne zu fragen.
Er schaute mich aus leeren, kalten Augen an, die Tür hinter seinem Rücken
leise zudrückend.
"Was wollen Sie hier?" fragte ich noch einmal.
Eine unbeschreibliche, schwer zu greifende Angst kroch mein Rückgrat
hinunter, ließ mein Leben einfrieren in diesem einen, unendlichen Punkt der
Zeit - ohne Vergangenheit, ohne Zukunft: Gegenwart aller Angst.
"SO REDEN SIE DOCH, VERDAMMTNOCHMAL!"
Mehr ein Schrei des Entsetzens als eine Aufforderung. Ich wich zurück,
spürte, wie sich die Härchen in meinem Nacken aufrichteten.
Mein Leben - e i s k a l t .
Er kam näher. Bestimmt. Sicheren Schrittes. Entschlossen.
Ohne Zögern..
"Mission" war das Wort, das immer und immer wieder in meinem Kopf wider- und
nachhallte. M i s s i o n ...
Mit einem einzigen, weit ausholenden Hieb seines rechten Armes trennte er
mir den Kopf von den Schultern.

Schweißgebadet wachte ich auf. Saß aufrecht in meinem Bett: das Laken
durchgeschwitzt, mein Puls jagend.
Todesangst.
Herzschlag, der die Brust zu zerreißen droht.
Zu Atem kommen! Nur ein Traum!
Nur ein Albtraum.
Kein wirklicher Grund, sich zu ängstigen.
Ein Blick zur Uhr: kurz vor acht. Montag!
Alles völlig normal (Sich beruhigen. Soo wichtig!).
Das Aufstehen.
Der Spiegel: Augen, die vor Schreck geweitet sind.
Wasser ins Gesicht. Abtrocknen. GOTT!
Klar werden. W a c h werden.
In die Realität zurückfinden - so schwer.

Der Weg zur Bushaltestelle. Anders als sonst.
Bekomme ihn nicht aus dem Kopf.
Alles andere: blaß dagegen.

Fahrzeuge. Menschen. Lärm.
W a t t e w e l t . I r r e a l .
Angst. Hundserbärmliche, lähmende Angst.
Angst vor dem verblassenden Schatten eines Traums!
Ich sage es mir immer wieder: glaube nicht daran!
Nur Pfeifen, Pfeifen im dunklen Wald..
Menschen. Vorbeilaufende, zur Arbeit hetzende Leute:
Sinnlosigkeit im Gesicht.
Leere in den Augen.
DA! Schon wieder! Komme einfach nicht los..

Am Arbeitsplatz. Dem Himmel sei Dank!
Ein Blick auf die Uhr: kurz vor zehn.
Alles wie gewohnt: Langeweile, Normalität.
G l ü c k l i c h e Langeweile! G l ü c k l i c h e Normalität!
(Gesegneter S k l a v e ! Gebenedeiter S k l a v e !)
Eine Ewigkeit her, dass mir Büroarbeit dermaßen viel Vergnügen bereitet hat.
Ich pfeife verträumt vor mich hin.
(Pfeifen im dunklen Wald...)
Bemühung, Bemühung, B e m ü h u n g , die Schatten der Nacht von mir
abzuschütteln, aus meiner Erinnerung zu verbannen.
Vergebens.
Was, wenn j e t z t die Bürotür aufgeht?!


Dienstag.
Die Nacht: kein Auge zugemacht.
Nur nicht in seine toten Augen schauen müssen!
Der Weg zur Arbeit eine Qual.
Vorbeieilende Menschen...lachen!
Aufgesetzt. Falsch.
Verstärkerlachen! (Verbirgt das seelenlose Brummen der Maschine)
Nur ab und durch!
Das Büro: lichte Insel der Glückseligkeit.
Mein sicherer Hafen.
Routine, g ö t t l i c h e Routine!
Ein Lächeln stiehlt sich in mein Gesicht.
(Ob es mir gut geht? Aber ja doch, Kollegin, es geht mir gut!)



Mittwoch.
Die Nacht: aus Erschöpfung eingeschlafen.
Den Kampf verloren.
Und doch: keine Träume!
S e l i g e E r l e i c h t e r u n g .
Der Spiegel: ein entspanntes, verschlafenes Gesicht.
Gesicht mit Bartstoppeln.
Weiß nun, wie es ist, wenn man sich w i r k l i c h g l ü c k l i c h fühlt:
ein glücklicher, hoffnungslos glücklicher Mensch.
Gelingt es mir, über mich selbst zu lachen?
Es gelingt.
Gelingt es mir, über meine Ängste der vergangenen Stunden und Tage zu
lachen?
GOTT, WIE ICH DIR DANKE!!

Der Weg zur Arbeit: ein Fest!
Vorbeiflanierende, glückliche Menschen.
Und ICH, der Glücklichste mitten unter ihnen!
Das Büro: ein Paradies!
Paradies der Langeweile, Paradies der Sicherheit.
Alles normal, alles im Lot.
"Normal": wie ich es liebe, dieses Wort!

Ein Blick auf die Uhr: Feierabend.
Habe wieder mal mein Bestes gegeben, um das große Rad in Schwung zu halten.
Fühle mich wertvoll. Bin glücklich, am Leben zu sein.
Der Weg zur Bushaltestelle: ein Tanz! (Shivas Tanz..)
Könnte die ganze Welt umarmen!
Überschwenglich, wie ich bin: den Mann neben mir einfach an mich drücken!

Meine Hand auf seiner Schulter..
Mein Rückgrat: E i s k r i s t a l l e auf meinem Rückgrat.
Dreht sich um.
(DREHT SICH UM..)
Schaut mich an.
(SCHAUT MICH AN..)
So l e e r . . .
So k a l t . . .
Spüre, wie ich mich naßmache.
Höre meine Stimme.
Höre meine EIGENE Stimme:
"Warum?"
Höre sie zaghaft und trotzdem LAUT UND DEUTLICH:
"Warum wollen Sie mich töten?"
Höre meinen Verstand laut und panisch aufschreien, ganz gehetztes Tier:
"LACH MICH AUS! TRITT MICH! SAG: VERPISS DICH, ALTER! NENN MICH SPINNER,
FREAK, GODDAMN MOTHERFUCKER! RENN WEG! RENN, SO SCHNELL DU NUR LAUFEN
KANNST!"
Fühle meinen Körper zittern bis ins letzte Glied, all meine Nerven
vibrieren.
Doomsday.

Seine kalten Augen brennen sich in mein Gesicht.
Sehe ein L ä c h e l n !?
Hoffnung??
Lippen, die ein lautloses Wort formen, deutlich abzulesen:
Z e i t ..

Raubtiergeruch...


In meinem Zimmer.
Das Herz pocht in meinem Hals.
Kerzenlicht.
Ein Blick auf die Uhr: noch zwei Stunden bis Morgengrauen..
Werde NICHT EINSCHLAFEN!!
Halte meine Augen offen.
Die Tür.
Und warte.
Warte.
Warte..


Kommentare

TJ Omar schrieb am 2008-07-24 01:02:14:
Eine echt geile Geschichte, Mann. Respekt

MfG TJ Omar
Amaryllion schrieb am 2007-03-29 20:31:41:
Eine Wahnsinnsgeschichte! Ich bin begeistert - wenn die nicht jeden mit auf diese emotionale Reise nimmt, dann weiß ich es auch nicht...
Killerbeitelmann@web .de schrieb:
die geschichte ist zimlich gut ich würde die veröffentlichen
Nelladell@gmx.at schrieb:
Toll! Richtig gut, gefällt mir sehr!
cc.baerli@gmx.at schrieb:
der schluß ist ein bissal komisch geschrieben.

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