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Kategorien > himmlisch > tierisch

Drei Wellis im Regenbogenland

von Tina

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Diese Geschichte handelt von meinem im Oktober 09 gestorbenen Wellensittich Nicky (er wurde nur 2 Jahre alt). Sie knüpft ein bisschen an den "Abschiedsbrief von Manky II." an, ist aber keine Fortsetzung. Ich hatte mir einfach nur vorgestellt, dass Nicky "drüben" auf Manky II. trifft, der (genau wie Rocky) auch Buddys Kumpel war. Buddy ist noch bei mir und hat jetzt einen neuen Kumpel namens Jacky, der sich Buddy gegenüber inzwischen auch Respekt verschafft hat.

Drei Wellis im Regenbogenland

Nicky öffnete seine Augen und sah sich verwundert um. Er saß auf einem Apfelbaum, der starke Äste und einen dicken Stamm hatte. Die Sonne strahlte hell, die Luft war sauber und das Gras unten am Boden sah saftig grün aus. Auf der Wiese tummelten sich verschiedene Tiere, Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kanarienvögel und ... Wellensittiche.

Nicky war auch ein Wellensittich, sein Gefieder war hellgrau, allerdings ohne Wellenmuster auf den Flügeln. Sein Bartgefieder und sein Köpfchen waren einfarbig weiß. Aber trotz seiner schlicht gehaltenen Körperfarbe hatte er etwas niedliches an sich. Nicky beobachtete aufmerksam die spielenden Tiere auf der Wiese. Er bemerkte nicht, dass er von einem Artgenossen beobachtet wurde.

"Hallo, Kumpel", kam es leise von einem höher liegenden Ast. Nicky erschrak leicht und schaute mit großen Augen in die Richtung, aus der die Stimme kam. Dort saß ein Wellensittich, auch mit grauem Gefieder, aber etwas dunkeler, als seines. Der unbekannte Artgenosse näherte sich ihm behutsam. Nicky sah sich nach einem guten Fluchtweg um. "Hey, Kleiner. Du brauchst keine Angst zu haben, ich tue dir nichts", sagte der andere Wellensittich und blinzelte mit seinen Augen. Nicky sah ihn staunend an. "Wer bist du?" - "Ich heiße Manky. Manky der zweite, um genau zu sein, denn es gibt hier noch einen Welli, der Manky heißt. Und wie ist dein Name?" - "Ich heiße Nicky. Sag mal Manky, wo sind wir hier eigentlich?" - "Wir sind im Regenbogenland", antwortete dieser. "Hier kommen alle Tiere hin, die gestorben sind."

"Aha, ich bin also tot", sinierte Nicky nachdenklich und kratzte sich am Köpfchen. "Ja, jetzt weiß ich es wieder! Ich hatte starke Bauchschmerzen und dann hat ein Mann mich in seine Hand genommen und mir eine Spritze gegeben und danach wurde ich so müde", erzählte Nicky. "Dann bist du eingeschläfert worden, weil der Tierarzt dir nicht mehr helfen konnte", erklärte Manky ihm. "Das ist ein schöner Tod. Ich bin nicht so sanft gestorben. Ich habe eine Herzattacke bekommen und bin dann von der Käfigstange gefallen." - "Und was hattest du für eine Krankheit?", wollte Nicky wissen.

"Weiß ich auch nicht so genau. Irgend so eine Megadingsbums-Krankheit, ist aber erst nach meinem Tod rausgekommen", berichtete Manky und begann sich zu putzen. "Meine Besitzerin hatte meinen toten Körper genauer untersuchen lassen und in dem Bericht stand das drin." - "Erzähl mir mal etwas mehr über deine Besitzerin. Ich habe das Gefühl, dass ich sie kenne", meinte Nicky. "So? Wie kommst du darauf?", fragte Manky und sah ihn verwundert an. "Mein Kumpel Buddy, mit dem ich zuletzt zusammen war, der hat mir von seinem früheren Kumpel erzählt." Manky stutzte. "Moment mal. Sagtest du Buddy? War das so ein hellgrauer, mit getupften Bartfedern?" - "Ja, genau. Und er konnte >wau-wau< sagen", erzählte Nicky.

"Mann, wie klein die Welt doch ist", sinierte Manky und schüttelte sein geputztes Gefieder. "Und jetzt bist du hier und der arme Buddy sitzt wieder allein in seinem Käfig. Für unsere Tina ist es auch nicht so leicht, wieder einen neuen Welli kaufen zu müssen. Einmal hab ich gehört, wie sie sagte, dass sie knapp bei Kasse wäre. Wohlhabend scheint sie nicht zu sein." - "Mag sein, aber jetzt hat sie ja einen netten Mann an ihrer Seite", erzählte Nicky zwinkernd. "Gemeinsam kriegen die das schon hin." - "Häh? Was denn für'n netter Mann? Als ich da war, gab's den noch nicht. Wie sieht der denn aus?", bohrte Manky neugierig nach.

"Naja ... er ist groß, kräftig, hat dunkle Haare und blaue Augen. Didi heißt er, ist ein ganz netter Kerl. Ich glaube, er und Tina haben sich sehr lieb." Manky sah Nicky mit schiefgelegtem Köpfchen an. "Und was macht dich so sicher, dass er ein netter Kerl ist?", fragte er. "Er hat eine sanfte Stimme, richtig liebevoll", schwärmte Nicky. "Er hat Buddy und mich öfter beobachtet, mit uns gesprochen und manchmal auch ganz sanft angepustet. Buddy mochte das nicht, er hat sich dann immer geschüttelt, aber ich fand das schön. Wir mussten ja sogar das Zimmer mit ihm teilen. Zuerst kam er immer nur für ein paar Tage her, aber dann war er jeden Tag bei uns. Buddy und ich haben uns schnell an ihn gewöhnt und ich habe ihm manchmal abends leise >Gute Nacht< gesagt, natürlich in meiner Sprache. Ich glaube, das mochte er. Und als ich krank wurde, hatte er mindestens genauso viel Sorge um mich, wie Tina. Das habe ich ihm angesehen."

"Was hattest du eigentlich für eine Krankheit?", fragte Manky. "Das weiß ich nicht", antwortete Nicky, "aber ich denke auch nicht darüber nach. Ich bin nur froh, dass diese furchtbaren Bauchschmerzen jetzt weg sind. Ich glaube, in mir drin muss wohl etwas aufgebrochen sein, jedenfalls kam Blut aus meinem Darm heraus. Sag mal, was machen wir hier eigentlich den ganzen Tag?" Manky gähnte. "Fressen, schlafen, spielen, herumtoben und gestorbene Tiere empfangen", antwortete er gelassen. "Entspann dich, Nicky. Wir haben noch viiiiel Zeit zu vertrödeln. Komm mit, ich zeige dir mal unseren Futterplatz. Du hast doch bestimmt Hunger." Manky flog mit Nicky vom Apfelbaum über die Wiese hinweg zu einem Kolbenhirsefeld, vor dem er landete. In dem Feld trippelten unzählige Wellensittiche umher.

Nicky staunte, als er das riesige Feld sah. So viel Kolbenhirse auf einem Fleck hatte er noch nie gesehen. "Darf ich denn da so einfach reingehen und mitfuttern?", fragte er verunsichert. "Na klar", beruhigte Manky ihn. "Futterneid gibt's hier nicht. Es ist immer genug für alle da." Nicky ließ sich das natürlich nicht zweimal sagen und stürzte sich gleich mit leuchtenden Augen auf den erstbesten Hirsekolben. "Hmm, lecker", murmelte er, während er die ersten Körnchen enthülste und verschlang. Weiter hinten im Feld wurde ein gelber Artgenosse auf ihn aufmerksam und kam nach vorne getrippelt.

"Hey, Manky! Gehört der Hellgraue da zu unserer Gruppe?", fragte er. "Ja. Das ist Nicky, der ist gerade erst angekommen. Nicky, das ist Rocky. Der gehörte auch zu Tina. Und er war Buddys erster Freund." Nicky musterte ihn aufmerksam. "Rocky? Ach, dann bist du der Zitronenfalter, von dem Buddy mir erzählt hatte", meinte er. "Ja, stimmt. Das war mein Kosename", entgegnete Rocky und räkelte sich ausgiebig. "Und Manky wurde von Tina immer Fledermaus genannt." - "Und was hatte Buddy für einen Kosenamen?", wollte Nicky wissen. "Buddy war der kleinste Hund der Welt", antwortete Manky. "Hatte er

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