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Kategorien > Fantasie und Liebe > Fantasie und liebe

Dunkle Gedanken

von Elina

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Kapitel 1: Zahras Tag

Gedanken. Es gibt viele verschiedene Arten. Erinnerungen, Träume und die innere Stimme sind alle Teile der Gedanken. Ich kann sie hören. Manchmal als Flüstern, manchmal als Hilferuf, sie klingen in meinem Kopf und ich kann nichts dagegen machen. Schon als Kind konnte ich die Gedanken anderer Menschen hören. Anfang drangen sie alle unkontrolliert in meinen Kopf ein, bis ich irgendwann daran gewöhnt war, die Gedanken zu ignorieren.
Ich bin Zahra Ellison, achtzehn Jahre alt.
Einerseits bin ich eigentlich ein ganz normales Mädchen. Ich bin schlank, habe lange, haselnussbraune Haare und bin durchschnittlich groß. Meine Mutter sagte mir oft, ich hätte ein hübsches Gesicht, doch immer als ich in den Spiegel blickte, sah mich ein normales, fast langweiliges Gesicht an. Und immer als ich hineinsah, verfing sich mein Blick in der kleinen randlosen Brille, die auf meiner Nase saß. Ich hatte nichts gegen meine Brille, aber wie konnte mir jemand sagen, ich sei hübsch, wenn brillentragende Mädchen in der Öffentlichkeit doch immer zu Kontaktlinsen umgestimmt wurden, weil Brillen angeblich kein Schönheitsideal waren?
Aber mir war es egal, ob ich hübsch war oder nicht, denn ich gefiel mir so wie ich war. Und die Brille gehörte genauso zu mir, wie alles andere an mir. Kontaktlinsen hatte ich nur, wenn ich nebenher im Café arbeitete, da dort die Brille hinderlich war.
Aber andererseits ist da dieses Gedankenlesen. Es ist seltsam, aber natürlich auch praktisch. Manche sagen so was wie „Oh, wenn ich nur seine Gedanken lesen könnte….“, doch in Wirklichkeit ist es auch gleichzeitig ein Fluch. Ich höre manche Sachen, die ich lieber nie gehört hätte und da ich weiß, was mein Gesprächspartner denkt, weiß ich auch, wann sie lügen und wann nicht. Das ist manchmal wirklich nicht sehr erfreulich für mich, zumal fast jeder etwas anderes sagt, als er denkt. Und das ist dann wirklich verwirrend, da die inneren Stimmen oft fast genauso klingen wie die wirklichen Stimmen der jeweiligen Personen und dann ist es schwer, auseinander zu halten, was der Mensch nun wirklich gesagt hat und was er „nur“ gedacht hat.
Allerdings gibt es leider auch Einschränkungen. Die Gedanken, die für mich wirklich interessant wären, bleiben für mich – wie auch für alle anderen – unerreichbar. Es geht um Liebe und Hass. Diese beiden Emotionen blieben für mich unergründlich. Ob z.B. ein Junge ein Mädchen liebt und dass in meiner Reichweite – die bis zu drei Kilometer ging – dachte, war es für mich unmöglich es zu hören. Anscheinend ist das etwas zu intimes für meinen Kopf. Aber irgendwie wäre es mir auch einfach nur zu peinlich, wenn ich es schon vor allen anderen wüsste.
Ich habe zwei kleinere Schwestern, Nadine – sie ist fünfzehn – und die fünfjährige Nachzüglerin Hannah. Mein Vater ist vor drei Jahren gestorben und meine Mutter hat sich daraufhin in einen Arbeitswahn gestürzt und ist in die USA ausgewandert. Sie ist seitdem nicht mehr zurückgekommen. Darum habe ich jetzt die Verantwortung für meine beiden Schwestern und muss für uns alle sorgen, auch wenn unser Onkel uns so gut wie möglich unterstützt. Er wohnt in der Nachbarschaft und kommt so oft es geht vorbei, was gar nicht leicht ist, wenn man Manager ist.
Ich bin die Klassenbeste meiner Klasse und habe in jedem Fach einen Einser. Für mich ist es leicht, neuen Stoff auf zu nehmen, da ich ein fotografisches Gedächtnis habe. Was ich einmal gesehen oder gelesen habe, vergesse ich nicht mehr. Das ist auch bei den Gedanken, die in meinem Kopf hallen, so. Was ich gehört habe, bleibt dort so lange ich es will.
Meine Brille – so unglaublich das klingt – und meine guten Noten sind die Gründe, warum ich Opfer von Spötteleien, dummen Gerüchten, und Streichen bin. Die meisten reden einfach nicht mit mir, was mir nur Recht ist, da ich sowieso ziemlich still und verschlossen bin. Aber manche können mich einfach nicht leiden, weil sie neidisch oder sonstiges sind und darum wollen sie mich mit gemeinen Gerüchten, Streichen und anderem fertig machen. Aber ich überhöre es einfach. Denn ich habe Freunde, die mich unterstützen und auf meiner Seite sind, egal was andere sagen.

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Kommentare

Melanie schrieb am 2009-01-28 20:40:23:
echt schön geschrieben =) bin dann mal bei kapitel 2 xD

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