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Kategorien > Fantasie und Liebe > Fantasie und liebe

Dunkle Gedanken (29)

von Elina

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Wieder brach er ab und schluckte. »Ich liebe... Fleisch. Meine Mum macht bestimmt eins.«
Einen Moment blickte ich ihn schweigend an.
Dann kam ich mir total dämlich vor. Was hatte ich auch erwartet? Dass er mir seine Liebe gestand?
So eine absurde Idee.
Ich war nur sein Aushängeschild.
Nichts weiter.
»BEEEHEEEN! Essen ist fertig.«, rief seine Mutter von unten.
Er sprang auf und ging zur Tür. »Na dann.«
Mit verzogenem Mund stand auch ich auf. Ich konnte nicht anders, aber ich war enttäuscht. Wirklich tief enttäuscht.
Schweigend gingen wir die Treppe hinunter und er brachte mich zum Esszimmer.
Dort wuselte seine Mutter um mich herum, auch nachdem ich mich hingesetzt hatte, und fragte mich ununterbrochen, ob ich noch was bräuchte oder ob alles in Ordnung sei.
Die erste Frage konnte ich immer klar beantworten, bei der zweiten war ich mir nicht sicher.
Am liebsten hätte ich mich in mein Bett geschmissen und wäre den ganzen Tag nicht mehr aufgestanden.
Doch ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen.
»Brauchst du noch was? Nimm doch noch etwas Fleisch.«, bot sie mir an.
»Fleisch...«, murmelte ich mit einem Seitenblick zu Ben. »Das sollte lieber Ben essen, er liebt es doch so.«
Dieser Satz triefte geradezu vor Sarkasmus.
Seine Mutter sah mich fragend an, Ben blickte starr auf seinen Teller.
Dann fand sie ihr Lachen wieder und musterte mich interessiert. »Und, wie hast du dich in Ben verliebt?«
Ich verschluckte mich an einer Kartoffel und hustete.
Wie bitte?!
»Mum!« Ben sah Klara strafend an. Klar, er wollte nicht, dass alles aufflog.
»Er hat mich mit seinem Charme und seinem Humor überzeugt.«, sagte ich übertrieben kitschig.
Seiner Mutter schien es zu gefallen, Ben sah mich verwundert an.
»Oh und wie seit ihr dann zusammen gekommen?«
Ben stand auf. »Mum, das reicht nun wirklich.«
Ihr Blick wanderte zu ihrem Sohn. »Was denn? Das ist eine ganz normale Frage.«
Was sollte ich nun sagen?
»Ähm... das...« Denk dir was aus! Schnell! »Er hat mir gezeigt, dass auch ich wichtig bin. Und er hat mich ehrlich behandelt. Ich habe mich das erste Mal wie ein Mädchen gefühlt. Und deswegen... habe ich ihm meine Liebe gestanden. Er hat gesagt, probieren wir es mal aus und jetzt sind wir zusammen.«
Ich erschrak über meine eigenen Worte. Ich hatte genau das gesagt, was ich auch in Wirklichkeit fühlte...
»Oh, wie romantisch.«, entgegnete sie ironisch, »'Probieren wir es aus?'« Sie sah Ben kopfschüttelnd an. »Du bist so unromantisch.«
Und so was ist mein Sohn, fügte sie in Gedanken hinzu.
Ben blickte mich schweigend an. Seine Augen hatten einen undefinierten Ausdruck.
»Ich weiß ich bin unsensibel. Und ein Feigling.« Er sprach seinen Gedanken laut aus.
Klara schien sich Gedanken über die Bedeutung seiner Worte zu machen und auch ich wusste nicht, was er meinte.
»Aber weißt du, du kannst dich echt geehrt fühlen. Du bist nämlich seine erste feste Freundin!« Jubelnd sah sie zwischen Ben und mir hin und her.
Er senkte seinen Blick und ich sah ihn verwundert an.
»Ist das so...«, murmelte ich.
Ich war überrascht. Immerzu hatte ich gedacht, ich war nur eine von vielen, doch anscheinend war keine von den vorherigen seine Freundin.
Wieso nicht...?
»Und ich bin froh, dass er sich so ein nettes Mädchen wie dich ausgesucht hat.«
Sie lächelte mich an und ich war ganz gerührt, als ich mich bei ihr bedankte.
Seine Mutter schien wirklich nett zu sein.
Und was wirklich interessant war, war die Tatsache, dass sie ebenso wie Ben immer ihre Gedanken aussprach.
Sie war genauso ehrlich wie ihr Sohn.
Und das war eins der wenigen Dinge, die ich wirklich an ihm bewunderte.
Vielleicht war dies auch der Grund, warum er so beliebt war.
Abgesehen von seinem kindischen Verhalten...
Wieder wanderte mein Blick zu Ben, in dessen Kopf es so still war, dass es mich fast wahnsinnig machte.
Genau in dem Moment sah auch er mich an und lächelte. Das verpasste mir wieder mal eine Gänsehaut und ich blickte wieder auf mein Essen.
Nur noch fünf Tage, hallte es immer wieder in Bens Kopf.
Was hatte er nur gegen Weihnachten? Ich verstand es nicht.
Okay, derzeit verstand ich ihn generell nicht, wieso wunderte ich mich überhaupt noch?
»Mit wem feierst du denn Weihnachten, Zahra?« Klara schenkte mir erneut Cola nach und lächelte höflich.
»Mit meinen Schwestern, außerdem kommt mein Onkel morgen vorbei und wir feiern vorab schon mal.«, erklärte ich.
»Oh, was ist mit deiner Mutter?«
Meine Mutter...
»Meine Mutter ist in Amerika und ich habe sie schon seit ungefähr zweieinhalb Jahren weder gesehen noch gesprochen.« Meine Miene verfinsterte sich.
Auch ihr Verhalten konnte ich nicht verstehen.
Sie war immer eine so gute Mutter gewesen und hatte uns geliebt...
All die alten Erinnerungen kamen wieder hoch und ließen mein Herz schwerer schlagen.
Der Tag, an dem ich auf dem Küchentisch den Zettel vorfand, auf dem stand, dass sie in die USA geflogen war, um dort zu arbeiten.
Kein »bis bald«, kein »ich rufe euch an« und auch kein »ich bin bald wieder da«.
Obwohl sie geschrieben hatte, dass sie uns alle liebte, war auf dem Zettel weder eine Adresse noch eine Telefonnummer.
Auch ihr Handy hatte sie da gelassen...
Wieso nur?
Wieso...?
»Oh...«, murmelte Klara betreten, »Das tut mir Leid...«
»Es ist schon in Ordnung, inzwischen habe ich mich an ein Leben ohne Eltern gewöhnt.« Ich schluckte meine tristen Gedanken runter und aß die letzte Kartoffel.
»Vielen Dank fürs Essen, es war wirklich gut.«
Ben stand alarmiert auf und Klara bedankte sich.
»Willst du nicht noch etwas bleiben? Ihr zwei könntet euch in Bens Zimmer einen Film ansehen oder so.«
Mein Herz schaltete wieder mal einen Gang nach oben und dennoch musste ich den Kopf schütteln. »Meine Schwester und ihr Freund sind alleine zu Hause und ich will nicht, dass sie irgendwas anstellen. Ich kenne meine Schwester...«
»Dann begleite ich dich nach Hause.«, sagte Ben und hielt mir die Tür auf.
»Keine Widerrede.«, flüsterte er lächelnd und am liebsten hätte ich in dem Moment gesagt, dass ich doch noch etwas blieb, aber es ging wirklich nicht.
Ich hatte die Verantwortung für Nadine und Hannah.

Wir gingen also die dunkle Straße entlang und sahen dem Schnee zu, wie er langsam herunter rieselte.
Wir kamen am Spielplatz des Kindergartens vorbei und ich sah zu den Schaukeln.
»Ich liebe schaukeln.« Ich wusste nicht, aus welchem Grund ich ihm das erzählte, es sprudelte einfach so aus mir heraus.
»Na dann, schaukeln wir doch etwas.«, schlug er vor und grinste.
Ich schüttelte wiederholt den Kopf. »Nein, das geht echt nicht. Nadine und Jan sind alleine zu Hause...«
Ben lachte. »Keine Angst, Jan ist nicht der leichtsinnige Typ. Er ist eher das Gegenteil, vorsichtig und zurückhaltend.«
Und ich dachte, sie sagt das nur, um den dummen Fragen meiner Mum zu entkommen.
Er lachte über seinen Gedanken.
»Ich mag deine Mutter. Sie ist sehr ehrlich und zuvorkommend.«
Eher vorlaut und aufdringlich, fügte er in Gedanken hinzu und ich musste

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Kommentare

Nessi schrieb am 2010-04-26 21:55:22:
Hallo Elina,

ich finde Deine Story einfach klasse!!! Ich schaue jeden Tag nach, ob Du weiter geschrieben hast. Ich bin echt gespannt wies weitergeht und wann sie sich endlich mal wieder küssen :-).

Lg
Lea schrieb am 2010-04-25 15:20:42:
beeil dich bitte mit dem schreiben xD
Nici schrieb am 2010-04-23 10:54:12:
wah.. was heißt hier fast mitheulen... ich musste flennen wie ein kleines kind.... wehe du schreibst nicht weiter... hab grad fast die ganze story hintereinander weg durchgelesen.. du schreibst echt spannend... wehe das is jez das ende der story...
Lu schrieb am 2010-04-20 18:42:44:
Ich hoffe sie kommen zusammen
Nella schrieb am 2010-04-19 19:28:42:
Oh gott =(
Das ist so traurig, ich musste fast mitheulen.
Ich hoffe das ist jetzt nicht das Ende.
Würde mich total auf eine Fortsetzung freuen.
Lieben Gruß, Nella.
Moon Dreamer schrieb am 2010-04-19 14:34:46:
bitte, schnell weiter. ich finde die story so toll!
lg

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